Alfred Gomolka
Alfred Gomolka (rechts)

Alfred Gomolka (* 21. Juli 1942 in Breslau) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1990 bis 1992 Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Nach dem Abitur 1960 in Eisenach studierte Gomolka bis 1964 Geographie und Germanistik in Greifswald. 1965 legte er seine Prüfung zum Diplom-Geographen ab. Anschließend war er ein Jahr als Lehrer tätig. Er kehrte jedoch bald an die Universität zurück und war danach als wissenschaftlicher Assistent am Geographischen Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald tätig. 1971 erfolgte hier seine Promotion (Dissertation A) mit der Arbeit „Untersuchungen über die Küstenverhältnisse und die Küstendynamik des Greifswalder Boddens und 1988 schließlich die Habilitation (Dissertation B) mit der Arbeit „Untersuchungen über geomorphologische Veränderungen an Boddenküsten in den letzten drei Jahrhunderten unter besonderer Berücksichtigung des Greifswalder Boddens“. Von 1979 bis 1984 war er Stadtrat für Umweltschutz und Wasserwirtschaft in Greifswald. Von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2008 war er Professor für Raumordnung und Landeskunde an der Universität Greifswald.[1]

Alfred Gomolka ist verheiratet und hat vier Kinder.

Partei

1960 wurde er Mitglied der CDU der DDR. 1968 trat er wieder aus, wurde dann aber 1971 erneut Mitglied der DDR-Blockpartei. Von 1974 bis 1984 war er Mitglied im CDU-Kreisvorstand Greifswald. Nach der Wende im Jahr 1990 und wieder von 1993 bis 2000 war er Kreisvorsitzender der CDU in Greifswald. Er war außerdem lange Zeit Mitglied im CDU-Landesvorstand von Mecklenburg-Vorpommern.

Abgeordneter

Gomolka war 1990 Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer der DDR. Von 1990 bis 1994 war er dann Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern.

Von 1994 bis 2009 war er Mitglied des Europäischen Parlamentes und hier Mitglied der EVP-ED Fraktion.

Öffentliche Ämter

Nach der Landtagswahl 1990 kam es zur Bildung einer Koalition aus CDU und FDP. Am 28. Oktober 1990 wurde Gomolka daraufhin zum Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Von 1991 bis 1992 war er turnusgemäß Präsident des Bundesrates.

Nachdem Gomolka am 14. März 1992 den Justizminister Ulrich Born wegen „Illoyalität“ entlassen hatte, entzog ihm die CDU-Landtagsfraktion unter der Führung ihres Vorsitzenden Eckhardt Rehberg das Vertrauen. Daneben geriet Gomolka in der sogenannten Werftenkrise um den Verkauf des ehemaligen Schiffbaukombinats an den Bremer Vulkan unter Druck. Gomolka wehrte sich als einziger deutscher Politiker gegen den vollständigen Verkauf des ostdeutschen Schiffbaukombinates an die Bremer Vulkan AG, da er einen Ausverkauf der produktiven Schiffbauindustrie zu Gunsten der westdeutschen Konkurrenz befürchtete. Am 15. März 1992 trat er mit Wirkung vom 19. März 1992 von seinem Amt zurück.

Die Bremer Vulkan erhielt unmittelbar nach Gomolkas Ablösung mit dem Segen der Bundesregierung und der Treuhand den Zuschlag für die ostdeutschen Werften. Bis zu ihrer Pleite 1996 leitete sie illegal 350 Mio. Euro EU-Fördermittel in die westdeutschen Werften um, die für die ostdeutschen Werften bestimmt waren.

Gesellschaftliche Ämter

Alfred Gomolka ist Vizepräsident der Paneuropa-Union Deutschland. Außerdem ist er Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutsche Ostseeküste e. V.

Als Mitglied des Europäischen Parlamentes engagierte er sich in der parlamentarischen Gruppe, die sich um die Beziehungen zu Lettland und dessen EU-Beitritt kümmerte. Dafür wurde Gomolka 2007 der Drei-Sterne-Orden verliehen, die höchste Auszeichnung Lettlands für ausländische Staatsbürger.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Vita auf www.alfred-gomolka.de aufgerufen am 20. Juni 2011

Weblinks

 Commons: Alfred Gomolka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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