Alfred Gunzenhauser

Alfred Gunzenhauser (* 24. Mai 1926 in Heidenheim an der Brenz) ist ein deutscher Galerist und Kunstsammler. Seine in 50 Jahren zusammengetragene Sammlung gilt als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen und bildet den Grundstock des 2007 in Chemnitz eröffneten Museums Gunzenhauser. Ihr Wert wird auf etwa 200 Millionen Euro geschätzt.

Werdegang

Gunzenhauser studierte an der Universität Heidelberg Volkswirtschaft. Nach seiner Promotion ging er nach Berlin und nahm eine Anstellung in der Verwaltung des Elektrogeräteherstellers AEG an. Diese Tätigkeit gab er jedoch bald für eine Karriere als Galerist auf. Erste Erfahrungen in diesem Metier sammelte er als Mitarbeiter von Gerd Rosen, der 1945 am Kurfürstendamm die erste Galerie in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnet hatte. Mitte der 1960er Jahre übersiedelte Gunzenhauser nach München und gründete dort in der Maximilianstraße eine eigene Galerie, die in den folgenden Jahren das Kulturleben der Stadt beeinflusste.

Parallel zu seiner Tätigkeit als Galerist baute Gunzenhauser eine private Kunstsammlung mit Werken des 20. Jahrhunderts auf, die als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen gilt. Erstes Werk seiner Sammlung war 1954 das Bild Vergessene Küste von Manfred Bluth, das er mit monatlichen Raten von 15 Mark bei einem Galeristen in Berlin erworben hatte. Heute umfasst die Sammlung etwa 2500 Werke von 270 Künstlern, darunter die weltweit größte private Sammlung von Werken des deutschen Expressionisten Otto Dix. Um die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen, brachte Gunzenhauser die Bilder 2003 in eine Stiftung ein. Nachdem die Stadt Chemnitz ihm zugesichert hatte, ein eigenes Museum zur Verfügung zu stellen, erhielt sie den Zuschlag als Standort für das Museum Gunzenhauser, das im Dezember 2007 eröffnet wurde.


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