Alfred Loewy

Alfred Loewy (* 20. Juni 1873 in Rawitsch bei Posen; † 25. Januar 1935 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Mathematiker.

Loewy, der aus einer streng orthodoxen jüdischen Familie stammt, besuchte 1891 bis 1895 die Universitäten von Breslau, München, Berlin und Göttingen. 1894 wurde er bei Ferdinand Lindemann an der Universität München promoviert (Über die Transformation einer quadratischen Form in sich selbst mit Anwendungen auf die Linien- und Kugelgeometrie). 1897 habilitierte er sich an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er 1902 außerordentlicher Professor, 1916 Honorarprofessor und 1919 Professor wurde. 1933 wurde er durch die Nationalsozialisten zwangspensioniert. Loewy hatte Probleme mit den Augen und war seit 1916 einseitig und nach einer misslungenen Operation 1928 vollständig blind.

Loewy arbeitete über die lineare Substitutionsgruppen, der Reduktion algebraischer Gleichungen und Galoistheorie, der Theorie linearer homogener Differentialgleichungen (wo er Methoden der Gruppentheorie anwandte) und Stieltjesintegralen. Außerdem befasste er sich mit Versicherungsmathematik.

Zu seinen Doktoranden zählen Wolfgang Krull und Friedrich Karl Schmidt und zu seinen Studenten Ernst Witt, Bernhard Neumann, Richard Brauer, Reinhold Baer.

Er war der angeheiratete Onkel des Mathematikers Adolf Fraenkel, den er systematisch förderte.

1912 wurde Loewy zum Mitglied der Leopoldina berufen.

Schriften

  • Lehrbuch der Algebra, 1915
  • Grundlagen der Arithmetik 1915
  • Mathematik des Geld- und Zahlungsverkehrs, 1920

Literatur

  • Gottwald, Ilgauds, Schlote Lexikon bedeutender Mathematiker, 1990

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