Grüne Jugend
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Sprecherinnen
Sina Doughan und Karl Bär
Basisdaten
Gründungsdatum: 16. Januar 1994
Sprecherin und Sprecher: Sina Doughan,
Karl Bär[1]
Politische
Geschäftsführerin:
Freia Then[1]
Schatzmeister: Jens Parker[1]
Beisitzerinnen und Beisitzer: Dimitra Kostimpas[1]
(Frauen- und Genderpolitische Sprecherin),
Armin Bernsee[1],
Timeela Manandhar[1],
Felix Deist[1],
Linda Dertinger[1] und
Felix Banaszak[1]
Mitglieder: mehr als 8.500
(Stand Okt 2010)[2]
Verbandsgliederung: 16 Landesverbände
Website: www.gruene-jugend.de

Die Grüne Jugend (inoffizielle Abkürzung: GJ, Eigenschreibweise: GRÜNE JUGEND) ist die Jugendorganisation der deutschen politischen Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Inhaltsverzeichnis

Politische Positionen

Inhaltlich ist die Grüne Jugend unabhängig von der Partei Bündnis 90/Die Grünen und hat daher in einigen Bereichen andere Forderungen als die Partei. Einige wichtige Themen in der Grünen Jugend sind die Drogenpolitik – hier setzt sich die Grüne Jugend für einen kontrollierten Verkauf aller Drogen in Fachgeschäften mit umfangreichen Informationsangeboten ein –, die Bildungspolitik, etwa in Bezug auf die Frage der Studiengebühren, die abgelehnt werden, die Frauenpolitik, die Umweltpolitik, die Europapolitik, die Gleichberechtigung von Homosexuellen und anderen Formen des Zusammenlebens im Rahmen eines Familienvertrages sowie die Politik gegen Rassismus und Antisemitismus. Die Grüne Jugend tritt für eine Aufhebung des Inzest-Verbotes ein, da dieses eugenischem Denken mit NS-Nähe entspräche und die Menschenwürde von Menschen mit Behinderung verletze.[3]

Im Rahmen ihrer Anti-Atom-Politik beteiligt sich die die Grüne Jugend aktiv an den Protesten gegen den Castortransport und in der Bürgerrechtsbewegung. Hier setzt sie sich im Bereich der neuen Medien für Bürgerrechte in der Informationsgesellschaft und die Unterstützung von freier Software ein ("copy 4 freedom"). Die Grüne Jugend vertritt in vielen Bereichen radikalere Positionen als Bündnis 90/Die Grünen und kritisiert diese auch oft.

Geschichte

Die Grüne Jugend wurde 1994 in Hannover gegründet. Zunächst war sie ein eigenständiger Verband und trug den Namen Grün-Alternatives Jugendbündnis (GAJB).[4]

Der erste Landesverband war die Grüne Jugend Hessen, der sich im Frühjahr 1991 gründete. Dieser entwickelte sich aus dem Frankfurter Jugendstammtisch. Die Grüne Jugend Hessen nutzte damals und auch noch heute einen Frosch als Logo. Die damalige Grün-Alternative Jugend Baden-Württemberg gründete sich ebenfalls im Frühjahr 1991. Vor der Gründung des GAJB und parallel dazu existierte noch eine Bundesjugendkontaktstelle, die als Koordinationsstelle für eine lose Vernetzung junger Mitglieder und Sympathisanten der Partei Die Grünen diente.

Nach Jahren heftiger Debatten um die Art und Weise, grüne Jugendarbeit zu institutionalisieren, setze sich die Grüne Jugend als Verband durch, das System der Jugendkontaktstellen löste sich nach und nach auf. 2001 beschloss der Bundesverband der GJ die Umwandlung von einem strukturell eigenständigen Verband zu einer Teilorganisation der Partei.

2003 wurde ein Konzept zur Einführung von Mitgliedsbeiträgen auf dem Bundeskongress in Leipzig von der Bundesmitgliederversammlung angenommen. Es sah zunächst danach aus, als würde die geforderte Ratifizierung durch 12 Landesverbände nicht erreicht. Im Oktober 2004 stimmte jedoch mit Brandenburg der zwölfte Landesverband zu. Im Jahr 2010 wurden alle Satzungen und Ordnungen grundlegend überarbeitet, so wurde die Mitgliedschaft zu anderen parteinahen Jugendorganisationen ausgeschlossen, was eine Doppelmitgliedschaft mit "['solid] – die sozialistische Jugend" seitdem ausschließt.

Struktur und Organisation

Die Grüne Jugend ist in Basisgruppen bzw. Kreis- und Ortsverbände sowie 16 Landesverbände untergliedert. Nach Verbandsangaben sind 2010 rund 8.500 Menschen Mitglied der Grünen Jugend.[2] In Bayern, Hamburg, Hessen, NRW und Thüringen sind junge Mitglieder der Partei automatisch Mitglieder der Grünen Jugend, sofern sie dem nicht widersprechen. In allen Ländern sind Mitglieder der Partei von den Mitgliedsbeiträgen der Grünen Jugend befreit. Eine Mitgliedschaft in einer mit Bündnis 90/Die Grünen konkurrierenden Partei ist untersagt. Die Mitgliedschaft in der Grünen Jugend endet in der Regel am 28. Geburtstag, wobei allerdings einige Landesverbände abweichende Regelungen haben (Berlin: 29. Geburtstag; Hessen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen: 30. Geburtstag). Damit hat der Grünen-Jugendverband zusammen mit den Jungen Piraten (28. Geburtstag)[5] das niedrigste Höchstalter der Parteijugendverbände.

Höchstes beschlussfassendes Gremium ist die Bundesmitgliederversammlung, 'Bundeskongress (BuKo)' genannt, zu der alle Mitglieder eingeladen werden und auch stimmberechtigt sind. Sie wählt den frauenquotierten zehnköpfigen Vorstand mit zwei Sprechern, die Redaktion der Mitgliederzeitung SPUNK und das Schiedsgericht. Zudem besitzt die Grüne Jugend ein weiteres Gremium, das sich mit innerverbandlichen Strukturfragen in Genderthemen auseinandersetzt, den 'Frauen- und Genderrat'. Mindestens dreimal im Jahr tagt außerdem der Bundesausschuss, das zweithöchste beschlussfassende Gremium, zu dem jeder Landesverband zwei Delegierte entsenden kann.

Inhaltliche Arbeit findet überregional vor allem in den "Fachforen" zu bestimmten Themengebieten statt. Aktuell 2011 existieren folgende Fachforen: Ökologie, Globales&Europa, Demokratie&Antirassismus, Bildung, Drogen, Netzpolitik&Kultur, Gleichberechtigung, Nahost, Queer, Wirtschaft&Soziales sowie Mensch&Tier.

Daten der Landesverbände

Landesverband Sprecher und Öffentlichkeitsreferenten Gründung
Baden-Württemberg Jessica Messinger, Marcel Emmerich[6] 1991
Bayern Miriam Werner[7], Florian Wilsch[8] 1992
Berlin Madeleine Richter, Vito Dabisch 1992
Brandenburg Christin Wiech, Britta Hegemann[9] 2000
Bremen Karolina Ziehm, Philipp Bruck
Hamburg Mareike Engels, Tom Rickers 1994
Hessen Kaya Kinkel, Benjamin Weiß 1991
Mecklenburg-Vorpommern Christina Stobwasser[10], Florian Geyder 2005
Niedersachsen Maxi Lou Geßler, Jil Dreyer[11] 1994
Nordrhein-Westfalen Marie Dazert, Alexander Ringbeck[12] 1999
Rheinland-Pfalz Ann Kristin Pfeifer, Sebastian Hebler 1994
Saar Elisa Schütze[13], Thorsten Comtesse[14] 1993[15]
Sachsen Silvia Kunz, Matthias Jobke[16] 1992
Sachsen-Anhalt Stephanie Malek, Dennis Helmich
Schleswig-Holstein Tilmann Schade, Lydia Rudow 1988
Thüringen Paula Louise Piechotta, Robert Kunsch[17] 1997

Mitgliedschaften in anderen Verbänden

Die Grüne Jugend Bundesverband ist Mitglied bei:

Weblinks

Presse

Literatur

  • Schuberl, Toni: 20 Jahre jung - Die Geschichte der Grünen Jugend Bayern, Winzer 2009, ISBN 978-3-937438-26-9

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i Vorstandsmitglieder
  2. a b http://www.gruene-jugend.de/presse/750254.html
  3. A-19 Liebe legalisieren! Gegen Strafandrohung bei Inzest
  4. http://www.gruene.de/30-gruene-jahre/gruene-jugend.html
  5. Satzung der Jungen Piraten vom 12. Februar 2011 - Abschnitt 1.3
  6. Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Baden-Württemberg. Abgerufen am 15. Juli 2011.
  7. https://twitter.com/GJ_Bayern/status/57002191738781696
  8. http://gj-bayern.de/vorstand.html
  9. Website der GRÜNEN JUGEND Brandenburg. Seite zum Vorstand. – abgerufen am 20. März 2011 um 22:00:25 Uhr
  10. http://www.gj-mv.de/blog/archives/15
  11. https://twitter.com/sven_kindler/status/59378324828459008
  12. Landesvorstand NRW
  13. http://www.gruenejugendsaar.de/ueber-uns/vorstand/
  14. http://www.gruenejugendsaar.de/ueber-uns/vorstand/
  15. http://www.gruenejugendsaar.de/ueber-uns/
  16. https://twitter.com/#!/ClaudiaMaicher/status/125601802090590208
  17. Der derzeitige Landesvorstand. Grüne Jugend Thüringen, abgerufen am 16. Oktober 2011.

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