Alfred Pollak

Die Silbermanufaktur Alfred Pollak war einer der bekanntesten und bedeutendsten Silber verarbeitenden Betriebe in ganz Österreich-Ungarn. Der Hauptsitz war in Prag.

Geschichte

Weinkaraffe und Teekanne, von R. Hammel entworfen und von Alfred Pollak hergestellt (1902)

Die Manufaktur wurde 1878 in Böhmen gegründet. Dem Inhaber Alfred Pollak gelang es durch Fleiß und seinen fachmännischen Kenntnissen das anfänglich kleine Unternehmen rasch auszugestalten und in Aufschwunge zu einer großen Bedeutung emporzuführen.

Im Jahre 1892 erfolgte die Angliederung einer Zweigniederlassung in Budapest und im Jahre 1896 die Gründung einer Filiale in Wien.[1]

Die Firma hat das Ansehen der österreichischen Silberwaren-Industrie auch im Auslande zu Ehren gebracht, denn sie hat sich dank der vielgestaltigen Art und der kunstvollen Ausführung ihrer Erzeugnisse für diese den Export nach allen Staaten des Kontinents gesichert. Auf allen größeren Ausstellungen, an denen sie sich nicht „hors concours“ beteiligte, wurden ihre Fabrikate mit den höchsten Preisen ausgezeichnet, und wiederholt hatte speziell Kaiser Franz Joseph Gelegenheit, über die Leistungsfähigkeit dieses Etablissements seine volle Anerkennung auszusprechen. Zum Kundenkreis gehörten nicht nur das gehobene Bürgertum und der Adel sondern auch der kaiserliche Hof. Auf Grund der hohen Qualität der Produkte und der Verdienste wurde Alfred Pollak zum k.u.k. Hoflieferanten ernannt, sein Unternehmen durfte sich „k.u.k. Hof-Silberwarenfabrik“ nennen.

Im Rahmen des heimischen Kunstgewerbes stand die Firma Alfred Pollak mit in allererster Reihe. Zur Zeit der Jahrhundertwende entstanden auch unter der Regie namhafter Entwerfer (z. B. Hans Bolek, Franz Barwig und Rudolf Hammel, Ernst Lichtblau und Nechansky) künstlerisch hochwertige Produkte. Die von Künstlern ihres Atelier entworfenen und künstlerisch ausgeführten Gebrauchs- und Luxusgegenstände unterschiedlicher Genres fanden sich vorwiegend auf silberne Essbestecke, Girandolen (Kerzenleuchter), Kaffee und Teeservice sowie Karaffen mit Silbermontierung.

Spätere Inhaber waren Arthur und sein Bruder Waldemar Busch. Zu ihren besten Zeiten hatte die Manufaktur 50 Mitarbeiter.

Der Erste Weltkrieg und der Zusammenbruch der Monarchie 1918 riss den traditionellen Absatzmarkt auseinander, da neue Staatsgrenzen gezogen wurden und dies die Arbeit des Unternehmens erschwerte. Die Firma wurde 1922 aus dem Handelsregister gelöscht.

Einige Beispiele der handwerklichen Kunst dieser Firma befinden sich in namhaften Museen, wie zum Beispiel das Museum für angewandte Kunst in Wien. Auf Auktionen erzielen die Produkte der Silberwarenfabrik Pollak hohe Preise und sind als Sammlerobjekte begehrt.

Einzelnachweise

  1. K. und K. Hof-Silberwarenfabrik Alfred Pollak. In: Jubiläums-Festnummer der kaiserlichen Wiener Zeitung 1703-1903. Beilage Kommerzieller Teil. Alfred von Lindheim. Druck und Verlag K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien, 8. August 1903, S. 92, abgerufen am 14. August 2009.

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