Alfred Polycarp von Hompesch
A. Hompesch

Alfred Polycarp von Hompesch, Graf von Hompesch (* 16. September 1826 auf Schloss Voort bei Borgloon; † 21. Januar 1909 in Berlin) war ein Politiker der Zentrumspartei, Besitzer des Schlosses Rurich und des Rittergutes Groß-Künkel im Regierungsbezirk Aachen. Er residierte auf Schloss Rurich in Rurich.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und politische Laufbahn

Alfred wurde als Sohn des Grafen Hermann von Hompesch und jüngerer Bruder des Grafen Theophil von Hompesch auf Schloss Voordt in der Provinz Limburg der Niederlande geboren und studierte an den Universitäten Heidelberg und Berlin. In Heidelberg war er Mitglied des Corps Saxo-Borussia. Im Jahre 1855 vermählte er sich mit der Deutsch-Baltin Olga von Mengden.

In jungen Jahren war er Kammerherr der späteren Kaiserin Augusta, der Gattin Kaiser Wilhelm I. Als Vertreter des Grafenverbandes der Rheinprovinz wurde er 1863 zum Mitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt und war im rheinischen Provinziallandtag Vertreter der Ritterschaft. Er gehörte im konstituierenden und von 1867 bis 1870 im Reichstag des Norddeutschen Bundes der Fraktion der Freikonservativen Partei an. Seit 1874 vertrat er im Deutschen Reichstages den Wahlkreis 4 des Regierungsbezirkes Aachen, Düren-Jülich als Mitglied der Zentrumsfraktion, deren Vorsitz er 1894 übernahm.[1] Dem Reichstag gehörte bis zu seinem Tode im Jahre 1909 an.[2]

Alfred Polycarp von Hompesch liegt auf dem Ruricher Friedhof beerdigt. Die Traueransprache in der St. Hedwigskathedrale Berlin hielt am 23. Januar 1909 sein Fraktionskollege, Domkapitular Franz Xaver Schädler. Hierbei sagte er u.a.:

Seine Frömmigkeit war nicht gesucht, nicht gemacht, hatte nichts von der zu Recht verurteilten Rührseligkeit und Süßlichkeit, wie sie auch gleich weit sich entfernt hielt von Herbheit und abweisender Strenge. Sie war einfach, schlicht, kernig und gesund und zeigte sich in gewissenhafter Erfüllung seiner religiösen Pflichten

Nachruf im Sendboten des Göttlichen Herzens Jesu, Jahrgang 1909, Seite 111

Einzelnachweise

  1. Fritz Specht / Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 183; vgl. auch A. Phillips (Hg.): Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen zum Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage, zum Zollparlament, sowie zu den fünf ersten Legislatur-Perioden des Deutschen Reichstages. Berlin: Verlag Louis Gerschel, 1883, S. 114; vergleiche auch Kurzbiographie in: Georg Hirth (Hg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 14. Ausgabe vom November 1881. Leipzig & München: Verlag Georg Hirth, 1881, S. 183
  2. Bureau des Reichstages (Hg.): Reichstags-Handbuch. Zwölfte Legislaturperiode. Berlin 1907, S. 291f, Bild S. 475

Literatur

  • Stadt Gottes, Illustrierte Monatszeitschrift für das katholische Volk. 1894

Weblinks


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