Alfred Schmidt (Philosoph)

Alfred Schmidt (* 19. Mai 1931 in Berlin) ist ein deutscher Philosoph.

Leben

Alfred Schmidt studierte Geschichte, englische und klassische Philologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, später Philosophie und Soziologie. Er ist ein Schüler von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno und promovierte 1960 mit einer Arbeit über den „Begriff der Natur bei Karl Marx“. Seit 1972 ist Alfred Schmidt Professor für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt als Nachfolger von Jürgen Habermas auf dem Lehrstuhl von Max Horkheimer, seit 1999 emeritierter Professor.

Die Hauptforschungsgebiete von Alfred Schmidt sind die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, Geschichte des Materialismus, Religionsphilosophie, Freimaurerforschung, Ludwig Feuerbach und Schopenhauer. Ferner wurde er als Übersetzer französischer politischer Schriften tätig.

Alfred Schmidt ist Mitglied des PEN-Clubs und Ehrenmitglied der Schopenhauer-Gesellschaft. Im Jahre 1989 wurde ihm die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main und 1998 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Schriften (Auswahl)

  • Der Begriff der Natur in der Lehre von Karl Marx. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1971, ISBN 3-434-45011-4.
  • Emanzipatorische Sinnlichkeit. Ludwig Feuerbachs anthropologischer Materialismus. Hanser, München 1973, ISBN 3-446-11652-4.
  • Zur Idee der Kritischen Theorie. Elemente der Philosophie Max Horkheimers. Hanser, München 1974, ISBN 3-446-11863-2.
  • mit Werner Post: Was ist Materialismus?. Kösel, München 1975, ISBN 3-466-40000-7.
  • Die Kritische Theorie als Geschichtsphilosophie. Hanser, München 1976, ISBN 3-446-12201-X.
  • Geschichte und Struktur. Fragen einer marxistischen Historik. Hanser, München 1977, ISBN 3-446-11504-8.
  • Drei Studien über Materialismus. Schopenhauer. Horkheimer. Glücksproblem. Hanser, München 1977, ISBN 3-446-12460-8.
  • Kritische Theorie, Humanismus, Aufklärung. Philosophische Arbeiten. Reclam, Stuttgart 1981, ISBN 3-15-009977-3.
  • Goethes herrlich leuchtende Natur. Philosophische Studie zur deutschen Spätaufklärung. Hanser, München 1984, ISBN 3-446-14141-3.
  • Die Wahrheit im Gewande der Lüge. Schopenhauers Religionsphilosophie. Piper, München und Zürich 1986, ISBN 3-492-10639-0.
  • Heidegger und die Frankfurter Schule – Herbert Marcuses Heidegger-Marxismus. In: Peter Kemper: Martin Heidegger – Faszination und Erschrecken. Campus, Frankfurt am Main und New York 1990, ISBN 3-593-34372-X.
  • Tugend und Weltlauf. Vorträge und Aufsätze über die Philosophie Schopenhauers (1960–2003). Lang, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-631-38001-1.

Weblinks


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