Alfred Thayer Mahan
Alfred T. Mahan, 1904.

Alfred Thayer Mahan (* 27. September 1840 in West Point, New York; † 1. Dezember 1914 in Washington D. C.) war ein Konteradmiral der US Navy, Marineschriftsteller und -stratege. Sein bekanntestes Werk ist The Influence of Sea Power upon History, das ihm in der englischsprachigen Marinehistorie eine breite Anerkennung als „Clausewitz der See“ (Clausewitz of the sea) eintrug.[1]

Mahans marinehistorischen Schriften übten sowohl auf sein militärisches Umfeld als auch auf die breite US-amerikanische Öffentlichkeit einen erheblichen Einfluss aus. Sowohl seine geostrategischen Beobachtungen als auch seine Umschreibung der Vereinigten Staaten als Seefahrernation wirken bis in die Gegenwart nach.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts begannen auch die indische und die Marine der Volksbefreiungsarmee, sich konzeptionell auf Mahan zu berufen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred Thayer Mahan wurde in West Point geboren, dem Standort der United States Military Academy. Dort lehrte sein Vater, Dennis Hart Mahan, als Professor für Ingenieurwesen und Dekan an der US Military Academy. Mahans Kindheit, die er in seiner Autobiographie From Sail to Steam (New York, 1907) kaum ausführt, war von militärischer Disziplin und kirchlichem Glauben geprägt

Nach zwei Jahren Studium an der Columbia University wechselte Mahan 1856 gegen den Widerstand seiner Eltern an die United States Naval Academy in Annapolis, Maryland, und bestand dort 1859 als zweitbester Absolvent seines Jahrgangs. 1861 wurde er zum Ensign ernannt. Während des Sezessionskrieges diente er als Offizier auf verschiedenen Schiffen der Union. Er nahm an mehreren Blockadepatrouillen vor der Golfküste teil, ohne sich auszuzeichnen. Anschließend lehrte er ein Jahr lang seemännischen Dienst an der Naval Academy, die wegen des Krieges nach Newport, Rhode Island, verlegt worden war. 1865 wurde er zum Lieutenant Commander befördert. Angesichts dieses für einen 26-Jährigen vergleichsweise hohen Dienstgrades entschied er sich, nach Kriegsende weiterhin in der US Navy zu dienen. Es folgten verschiedene Verwendungen im In- und Ausland, an Bord und an Land, seit 1872 im Rang eines Commander. Im selben Jahr heiratete er Ellen Lyle Evans, mit der er drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, hatte.

1883 bat ihn der New Yorker Verlag Charles Scribner's Sons, möglichst schnell einen Beitrag für seine neue Reihe The Navy in the Civil War (dt.: „Die Marine im Bürgerkrieg“) zu schreiben. Mahan, der zu dieser Zeit Dienst auf der Marinewerft in New York tat, sagte zu und schrieb innerhalb von fünf Monaten das Buch The Gulf and Inland Waters, das sofort als dritter Band der Reihe erschien.

Später wurde er dann zum Captain befördert und schließlich als Präsident des Naval War College, wo er sich 1887 mit Theodore Roosevelt anfreundete, zum Rear Admiral befördert.

Mahan begründete mit seinem 1890 veröffentlichten Buch The Influence of Sea Power upon History die moderne US-Navy-Doktrin der Seeüberlegenheit. 1897 folgte dann das Werk The Interest of America in Sea Power. Neben diesen Schriften veröffentlichte Mahan einiges zur Taktik und Strategie der Seegefechte und fand selbst im Vereinigten Königreich und Deutschland große Beachtung. Er wurde hierfür mit der Ehrendoktorwürde der britischen Universitäten Cambridge und Oxford ausgezeichnet und 1902 zum Präsidenten der amerikanischen historischen Gesellschaft ernannt.

Nach Alfred T. Mahan wurden vier Zerstörer der US Navy benannt. Drei waren Schiffe der gleichnamiger Zerstörer als Typschiff und Namensgeber einer gesamten Schiffsklasse.

Werke

Literatur

Weblinks

Belege und Anmerkungen

  1. vgl. beispielsweise McLaughlin, Rob: United Nations Naval Peace Operations In The Territorial Sea, Martinus Nijhoff Publishers 2009, S. 10.
  2. vgl. Holmes, James R.; Yoshihara, Toshi: China and the United States in the Indian Ocean: An Emerging Strategic Triangle?, in: Naval War College Review, Sommer 2008, Band 61, Ausgabe 3.

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