Alfred Vanderbilt
Alfred Vanderbilt

Alfred Gwynne Vanderbilt (* 20. Oktober 1877 in New York City, New York; † 7. Mai 1915 im Atlantik vor Irland) war ein Unternehmer und ein Mitglied der prominenten US-amerikanischen Vanderbilt-Familie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Vanderbilt war eines von sechs Kindern des wohlhabenden Geschäftsmanns und Finanziers Cornelius Vanderbilt II (1843 – 1899) und dessen Frau Alice Claypoole Gwynne (1845 – 1934) und ein Urenkel des amerikanischen Unternehmers Cornelius Vanderbilt. Seine Geschwister waren William Henry Vanderbilt II (1870 – 1892), Cornelius Vanderbilt III (1873 – 1942), Gertrude Vanderbilt Whitney (1875 – 1942), Reginald Claypoole Vanderbilt (1880 – 1925) und Gladys Moore Vanderbilt (1886 – 1965).

Alfred Vanderbilt studierte an der St. Paul's School in Concord, New Hampshire und später an der Yale Universität; als Yale-Student wurde er in die dortige Skull & Bones-Geheimgesellschaft aufgenommen.

Alfreds ältester Bruder William verstarb im Alter von 22 Jahren und sein anderer Bruder Cornelius wurde vom Vater wegen der nicht standesgemäßen Heirat mit Grace Wilson enterbt. Daher erhielt Alfred nach dem Tod des Vaters den größten Teil dessen Vermögens; das übrige Erbe wurde unter seinem jüngstem Bruder Reginald und den Schwestern des Vaters aufgeteilt. Unter Alfreds großem Besitz von Aktienanteilen waren Positionen der New York Central Railroad, der Beech Creek Railroad, der Lake Shore and Michigan Southern Railway, der Michigan Central Railroad, der Pittsburgh and Lake Erie Railroad und der Pullman Company.

Ehen und Kinder

Elsie French

Am 11. Januar 1901 heiratete Vanderbilt in Newport, Rhode Island Elsie French, Tochter des Präsidenten der Manhattan Trust Company, Francis Ormond French (1839 – 1893) und dessen Frau Ellen Tuck. Elsie war eine Nichte des Bankiers Edward Tuck. Am 24. November desselben Jahres wurde das einzige gemeinsame Kind, William Henry Vanderbilt III (1901 – 1981), geboren, der später Gouverneur des US-Bundesstaates Rhode Island wurde. Nachdem Alfred mit Agnes O'Brien Ruiz, der Ehefrau des Kubanischen Handelsattachés in Washington D. C., Ehebruch beging, löste dies einen gesellschaftlichen Skandal aus. Sowohl die Ehe der Ruiz als auch die der Vanderbilts wurde geschieden, Agnes Ruiz beging Selbstmord. Alfred und Elsie Vanderbilt wurden am 1. April 1908 geschieden. Elsie heiratete am 3. April 1919 den Marineleutnant Paul Fitzsimons. Sie starb am 27. Februar 1948.

Margaret Emerson

Nach der Scheidung verbrachte Vanderbilt einige Zeit in London. Am 17. Dezember 1911 heiratete er in Surrey, England die acht Jahre jüngere geschiedene Margaret Emerson (1884 – 1960), Tochter des vermögenden Medikamentenherstellers Captain Isaac Edward Emerson (1859 – 1931) und dessen Frau Emily Askew. Sie war die Alleinerbin des beachtlichen Bromo-Seltzer-Vermögens. Sie war von 1902 bis 1910 mit dem Chirurgen Dr. Smith Hollins McKim verheiratet gewesen, der aus einer alteingesessenen Familie aus Baltimore, Maryland stammte. Gemeinsam hatten Vanderbilt und Emerson zwei Söhne: Alfred Gwynne Vanderbilt II (1912 – 1999), später ein bekannter Rennpferdzüchter sowie George Washington Vanderbilt III (1914 – 1961), Sportsegler und wissenschaftlicher Forschungsreisender.

Vanderbilts Witwe Margaret heiratete noch zwei Mal. Zunächst am 12. Juni 1918 in Lenox, Massachusetts Raymond T. Baker, Kongressabgeordneter und Diplomat aus Washington, D. C. und am 5. November 1928 in Manhattan, New York Charles Minot Amory aus Boston. In einigen Berichten und Zeitungsartikeln über die amerikanische Oberschicht der damaligen Zeit wurde Margaret oft als „most married woman of her time“ (in etwa „verheiratetste Frau ihrer Zeit“) bezeichnet. Sie starb am 2. Januar 1960 im Alter von 70 Jahren.

Tod

Am 1. Mai 1915 schiffte sich Alfred Vanderbilt erster Klasse in New York an Bord der RMS Lusitania ein, um den Vorsitz bei einem Pferdezüchterkongress in London zu führen.

Es wird behauptet, er sei von seinen Ordensbrüdern vergeblich gewarnt worden. Ein angebliches Telegramm vom gleichen Tag an ihn soll gelautet haben: „Lusitania dem Untergang geweiht. Reisen Sie nicht mit ihr. Tod.“ Auf der Reise wurde er von seinem Kammerdiener Ronald Denyer begleitet. An Bord traf Vanderbilt auf viele alte Bekannte wie den New Yorker Theaterproduzenten Charles Frohman oder die Schauspielerin Rita Jolivet. Sechs Tage nach der Abfahrt wurde der Ozeanriese im Irischen Kanal vom U-Boot U 20 der kaiserlichen deutschen Marine torpediert. Nach zwei Explosionen an Bord sank das Schiff in nur achtzehn Minuten. Vanderbilt und sein Diener halfen vielen Frauen und Kindern in die Boote; sie waren unter den mehr als 1000 Todesopfern. Vanderbilts Leiche wurde nie gefunden.

Seine Schwester Gertrude Vanderbilt Whitney gründete 1931 das berühmte Whitney Museum of American Art in New York City.


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