Alfred Verdross

Alfred Verdroß-Droßberg (* 22. Februar 1890 in Innsbruck, Tirol; † 27. April 1980 ebenda) war ein österreichischer Diplomat, Schriftsteller und Universitätsprofessor an der Universität Wien. Er gilt als der bedeutendste österreichische Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts.

Alfred Verdroß war der Sohn von Ignaz Verdroß, einem ranghohen Offizier der österreichisch-ungarischen Armee. Er war Völkerrechtslehrer, Schriftsteller und Rechtsphilosoph. Zunächst Diplomat, ab 1922 Professor an der Konsularakademie, 1924-60 Universitätsprofessor an der Universität Wien, 1958-77 Richter beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Darüber hinaus war er Mitglied der International Law Commission und des Institut de Droit International. Verdroß-Droßberg erneuerte die klassische christliche Völkerrechtslehre und begründete eine katholische rechtsphilosophische Schule auf Grundlage der Lehren von Augustinus und Thomas von Aquin. Zusammen mit Hans Kelsen und Adolf Julius Merkl gehörte er zu den prominentesten Vertretern der Wiener Schule des Rechtspositivismus, der Reinen Rechtslehre, welcher er durch seine Affinität zur Lehre vom Naturrecht ein besonderes Gepräge gab.

Literatur

  • H. Miehsler und andere, Festschrift zum 90. Geburtstag, 1980

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  • verdross — ver|drọss → verdrießen * * * ver|drọss, ver|drọ̈s|se: ↑ verdrießen. * * * Vẹrdross   [f ], Alfred, österreichischer Völkerrechtslehrer und Rechtsphilosoph, * Innsbruck 22. 2. 1890, ✝ ebenda 27. 4. 1980; ab 1922 Professo …   Universal-Lexikon

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