Alfred Welm

Alfred Wellm (* 22. August 1927 in Neukrug/Elbing; † 17. Dezember 2001 in Lohmen/Mecklenburg bei Güstrow) war ein deutscher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred Wellm (2.v.l.) im Gespräch mit Franz Fühmann (l.), Volker Braun (2.v.r.) und Erich Fried (r.) während der „Berliner Begegnung zur Friedensförderung“ vom 13. bis. 14. Dezember 1981.

Wellm war der Sohn eines Fischers. Er besuchte ab 1941 eine Lehrerbildungsanstalt in Mehlsack. Im Januar 1945 wurde er zur Wehrmacht einberufen, nahm jedoch aus Gesundheitsgründen nicht mehr an Kampfhandlungen teil. Nachdem er die Endphase des Krieges in Südwestdeutschland verbracht hatte, kehrte Wellm zurück zu seinem Vater nach Falkensee. Er besuchte eine Schule für Neulehrer und war von 1946 bis 1962 an wechselnden Orten im Schuldienst tätig, zeitweise auch als Direktor einer Oberschule und als Kreisschulrat. Seit 1963 lebte er als freier Schriftsteller in Groß-Menow bei Fürstenberg, später in Lohmen bei Güstrow.

Alfred Wellm verfasste Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Drehbücher. In der DDR wurde es als Kinderbuchautor geschätzt. Bekannt wurde er durch seinen kritischen Lehrerroman Pause für Wanzka oder die Reise nach Descansar (1968) und den autobiografischen Roman Pugowitza oder Die silberne Schlüsseluhr (1975). Letzterer enthält eine eindringliche Beschreibung der Flucht aus Ostpreußen 1945.

Alfred Wellm war Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes, der Deutschen Akademie der Künste (seit 1978), des P.E.N.-Zentrum der DDR und seit 1998 des P.E.N.-Zentrum Deutschland. Er erhielt u.a. 1959 und 1969 den Fritz-Reuter-Preis des Bezirks Neubrandenburg, 1969 den Heinrich-Mann-Preis sowie 1976 einen Nationalpreis der DDR.

Wellm starb am 17. Dezember 2001 nach einer schweren Krankheit in seinem Heimatort Lohmen (Mecklenburg).[1]

Werke

  • Igel, Rainer und die anderen, Berlin 1958
  • Die Kinder von Plieversdorf, Berlin 1959
  • Die Partisanen und der Schäfer Piel, Berlin 1960
  • Kaule, Berlin 1962
  • Das Mädchen Heika, Berlin 1966
  • Pause für Wanzka oder Die Reise nach Descansar, Berlin [u.a.] 1968
  • Das Pferdemädchen, Berlin 1974
  • Pugowitza oder Die silberne Schlüsseluhr, Berlin 1975
  • Karlchen Duckdich, Berlin 1977
  • Die Geschichte vom kleinen Wruk, Berlin 1981 (zusammen mit Siegfried Linke)
  • Das Mädchen mit der Katze, Berlin 1983 (zusammen mit Siegfried Linke)
  • Der Hase und der Mond, Berlin 1985
  • Morisco, Berlin [u.a.] 1987

Literatur

  • Karin Kögel: Internationalistischer Ideengehalt zu Werken Horst Beselers, Kurt Davids, Günter Görlichs und Alfred Wellms, Berlin 1980
  • Hanna Hormann: Alfred Wellm, Greifswald 1981

Einzelnachweise

  1. http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/2001/1221/kultur/0154/index.html

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Liste der Biografien/Wel — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mitglieder der Volkskammer der DDR (6. Wahlperiode) — Diese Liste gibt einen Überblick über alle Mitglieder der Volkskammer der DDR in der 6. Wahlperiode (1971–1976). Zusammensetzung Bei der Volkskammerwahl 1971 stimmten nach offiziellen Angaben 99,85 % der Wähler für den Wahlvorschlag der …   Deutsch Wikipedia

  • Ordre du mérite patriotique (RDA) — Ordre du mérite patriotique La médaille en or de l Ordre du mérite patriotique Décerné par …   Wikipédia en Français

  • Vaterländischer Verdienstorden — in Gold Der Vaterländische Verdienstorden war eine Staatsauszeichnung der Deutschen Demokratischen Republik. Er wurde 1954 gestiftet. Ausgezeichnet wurden Personen und Institutionen, die nach Meinung der DDR Führung hervorragende Leistungen auf… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mitglieder der Volkskammer der DDR (7. Wahlperiode) — Diese Liste gibt einen Überblick über alle Mitglieder der Volkskammer der DDR in der 7. Wahlperiode (1976 1981). Zusammensetzung Bei der Volkskammerwahl 1976 stimmten nach offiziellen Angaben 99,86 % der Wähler für den Wahlvorschlag der… …   Deutsch Wikipedia

  • Alen Müller-Hellwig — Nasenschild der Weberin Alen Müller am Zollhaus neben dem Burgtor Alen Müller Hellwig, geb. Müller (* 7. Oktober 1901 in Lauenburg in Pommern, heute Lębork; † 9. Dezember 1993 in Lübeck) war eine deutsche Kunstweberin …   Deutsch Wikipedia

  • Buffalo Bills Radio Network — The Buffalo Bills Radio Network is a broadcast radio network based in Buffalo, New York, the official radio broadcaster of the Buffalo Bills. The network s radio broadcasts are currently flagshipped at WGRF in Buffalo, New York, a station owned… …   Wikipedia

  • Wilhelm — ist ein männlicher Vorname und besonders im Norden Deutschlands verbreitet, seine Varianten hingegen weltweit. Herkunft und Bedeutung Der Name entstammt dem Althochdeutschen und lässt sich von willio (Wille, Entschlossenheit) und helm (Helm,… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”