Alfred de Glehn

Alfred George de Glehn (* 1848 in Sydenham (Großbritannien); † 1936 in Mülhausen (Elsass)) war ein Maschinenbau-Ingenieur. Er wurde bekannt durch die Entwicklung des Vierzylinder-Verbundtriebwerks für Dampflokomotiven.

Inhaltsverzeichnis

Leben

De Glehns Vater Robert von Glehn stammte aus den baltischen Staaten, seine Mutter Agnes Duncan war gebürtige Schottin.

Er studierte Maschinenbau am King’s College in London. Nach dem Studium erhielt er in Großbritannien keine Anstellung und ließ sich deshalb in Le Havre nieder. Zuerst war er auf den Werften und in den Schmieden beschäftigt. Später beschäftigte er sich darauf mit der Konstruktion von Schiffsmaschinen. Infolge des Ausbruchs des deutsch-französischen Krieges 1870 ging er zurück nach Großbritannien um sich für die Armee zu melden. Ab 1870 folgten Studien am Polytechnikum in Zürich um die theoretischen Kenntnisse zu vervollständigen.[1]

Es folgte 1872 die Anstellung bei der französischen Société Alsacienne de Constructions Mécaniques (SACM) als Oberingenieur. 1875 wurde er Bürovorsteher des Lokomotiventwicklungsbüros und 1878 nach dem Tode Edouard Beugniot diensthabender Direktor. Hier untersuchte er Möglichkeiten, das Prinzip der Verbundwirkung auf Dampflokomotiven anzuwenden. Die daraus 1886 zusammen mit Gaston du Bousquet entwickelte Verbunddampflokomotive Nord Nr. 701 hatte zwei äußere Hochdruckzylinder für die hinteren Antriebsräder und zwei Niederdruckzylinder für den Antrieb der vorderen Radachse.

Die mit diesem Prinzip ab 1890 in Serie für die französische Chemins de fer du Nord gebauten Lokomotiven der 2’B-1’ -„Atlantic“-Type mit vier Zylindern erwies sich als sehr erfolgreich und ihr Konstruktionsprinzip wurde von vielen anderen Bahngesellschaften übernommen. Die Preußischen Staatseisenbahnen orderten 79 Maschinen dieser Bauart, die als Gattung Preußische S 7 in den Bestand eingeordnet wurden.

In den 1890er-Jahren arbeitete de Glehn unter anderem auch mit Anatole Mallet zusammen. 1892 wurde de Glehn zum leitenden Direktor der SACM ernannt. Durch die Zusammenarbeit mit Siemens & Halske um die Jahrhundertwende gelingt de Glehn die Grundsteinlegung für die Elektroindustrie in Belfort. Nach Meinungsverschiedenheiten verließ de Glehn 1904 das Unternehmen. Während des ersten Weltkrieges war er zeitweise in Rastatt interniert und lebte später in Ouchy.

Siehe auch

Verbunddampflokomotive#Bauart de Glehn

Einzelnachweise

  1. Die Matrikeldaten geben hierzu an: Fakultät „philos.“, Matrikelnummer „3865“, Beginn WS (Wintersemester) 1870, Ende "ab ohne Zgn.26.07.1872". Das gleiche Dokument enthält auch mit der darauffolgenden Matrikelnummer einen "Glehn Harry, geb. 1852 in Sydenham, England", also möglicherweise einen Bruder.

Weblinks

Literatur

  • Harry Rose (Hrsg.): 'Lexikon der Lokomotive. Transpress, Berlin 1992, ISBN 3-344-70736-1.
  • Lothar Spielhoff: Dampflokomotiven: Bahnen in Elsaß-Lothringen (EFA F.1). Alba, Düsseldorf 1991, ISBN 3-87094-142-1.

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