Alghero
Alghero / L'Alguer
Kein Wappen vorhanden.
Alghero / L'Alguer (Italien)
Alghero / L'Alguer
Staat: Italien
Region: Sardinien
Provinz: Sassari (SS)
Lokale Bezeichnung: S'Alighera / L'Alguer (ca)
Koordinaten: 40° 33′ N, 8° 19′ O40.558.31666666666677Koordinaten: 40° 33′ 0″ N, 8° 19′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 224,43 km²
Einwohner: 40.965 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einw./km²
Postleitzahl: 07041
Vorwahl: 079
ISTAT-Nummer: 090003
Demonym: Algheresi
Schutzpatron: San Michele Arcangelo
Website: Alghero

Alghero, katalanisch L'Alguer ([ləlˈɣe] (Standard) bzw. [ləlˈɣeɾ] (lokal)), sardisch S'Alighera, ist eine Stadt in der Provinz Sassari auf der italienischen Insel Sardinien. Sprachwissenschaftlich ist es als katalanische Sprachinsel von Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Alghero: Alte Stadtmauer - neue Seemauer

Alghero hat 40.965 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010) auf einer Fläche von 225 km² und liegt an der Westküste (Geografische Lage: 40° 33' Nord, 8° 19' Ost). Die Altstadt verfügt über viele mittelalterliche Baudenkmäler, die typisch für mittelalterliche Städte auf dem Gebiet der Krone von Aragon sind. Dicke Mauern umschließen die Altstadt, die auf einem Felsvorsprung liegt. Schmale Gassen und Steinstufen führen zu den Plätzen und Kirchen.

Geschichte

Die Periode der Fremdherrschaft über Sardinien, die etwa 800 v. Chr. mit den Phöniziern und Karthagern begann und sich über etliche Zwischenstufen fortsetzte, wurde im 11. Jahrhundert in Alghero damit fortgeführt, dass die genuesische Familie Doria die Stadt im Namen der Republik Genua von sarazenischen Piraten befreite, besetzte und in eine Festung gegen die konkurrierenden Pisaner umbaute. Im Jahre 1354 eroberten die Katalanen (das Haus Aragon) die Stadt, bauten die Festung aus und vertrieben die einheimische Bevölkerung. Das führte u. a. zur Gründung der Stadt Villanova Monteleone.

Sprache

Die Straßenschilder in der Altstadt von Alghero tragen zwei Bezeichnungen: Eine katalanische sowie eine Italienische. Man beachte, dass beide Versionen nicht inhaltsgleich sind
Der Nuraghenkomplex Palmavera

Ein Teil der Einwohner spricht immer noch einen katalanischen Dialekt, da Kolonisten aus Barcelona die Stadt neu besiedelten, nachdem die Sarden 1372 nach einem Volksaufstand gegen den aragonischen König Pere IV. vertrieben wurden. Das Katalanische wurde im 17. Jahrhundert als offizielle Sprache durch das Spanische, später durch das Italienische ersetzt. Im Jahr 1990 verstanden noch etwa 60 % der Bevölkerung den katalanischen Dialekt von Alghero, der derzeit nur noch von wenigen Familien an ihre Kinder weitergegeben wird. Verschiedene Vereinigungen fördern die Sprache und die Kultur, wie z. B. das Maria-Montessori-Zentrum und das Kulturwerk von Alghero.

Die Sprache ist aber, trotz anderslautender Richtlinien zum Minderheitenschutz in der italienischen Verfassung, vor Ort nur dürftig geschützt. Die Einwohner sprechen daneben natürlich Italienisch und verstehen zumindest die lokalen sardischen Dialekte.

Die Bewohner von Alghero nennen ihre Stadt Klein-Barcelona. Unter den lebendigen Traditionen in Alghero sticht der Gesang der Sibylle hervor, der, wie auf Mallorca, in der Weihnachtsnacht gesungen wird.

Tourismus

Römerbrücke bei Fertilia

Heute ist die Stadt mit einer der schönsten Altstädte und dem Hafen ein Zentrum des sardischen Tourismus. Die Altstadt ist geprägt von lebendigem Treiben in engen Gassen. Zahlreiche Läden, darunter viele Souvenir - und Schmuckläden machen das Flanieren zum kurzweiligen Vergnügen. Es wird besonders viel Korallenschmuck angeboten, denn die Korallenverarbeitung hat hier in Alghero, das auch als Korallenstadt bekannt ist, eine lange Tradition. Ursprünglich stammten die Korallen vom Capo Caccia, das jedoch nun unter strengem Artenschutz steht. Die vielen Hotels und Restaurants bieten eine vielfältige und sehr gute Gastronomie, vor allem Fisch und Meeresfrüchte werden zubereitet. Nirgendwo auf Sardinien gibt es mehr Hotels als in Alghero. Zahllose Kirchen, Piazze und Türme sind neben der Stadtmauer, den Museen, dem Aquarium und den Stränden nördlich der Stadt die Anziehungspunkte. Die Stadt dehnt sich über Vorstädte wie Fertilia ins Umland aus. Die Umgebung, die Küstenstraße nach Bosa und die Passstraße nach Villanova Monteleone, gehören neben dem Nuraghen von Palmavera und der Domus de Janas-Nekropole von Anghelu Ruju und Santu Pedru zu den Sehenswürdigkeiten des Umlandes.

Anghelu Ruiu: Etwa 8 km nördlich von Alghero hat man erst 1905 die nuraghische Nekropole Anghelu Ruiu entdeckt. Sie stammt aus der Zeit um 3300 - 2500 v. Chr. und gehört zu den bedeutendsten und größten Anlagen auf Sardinien. Die 38 Gräber, aus denen die Ausgrabungsstätte besteht, erscheinen in der Struktur von Wohnhäusern. In den Domus de Janas, den Felskammergräbern, hat man zahlreiche wertvolle Grabbeigaben gefunder. Sie können in den archäologische Museen von Cagliari und Sassari besichtigt werden

Der Hafen ist ein guter Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung. Von der belebten Piazza di Bastione della Maddalena hat man einen schönen Blick auf die hier ankernden Boote und den Golf. An die Bastione della Maddalena schließt sich die Porta a Mare an. Durch sie gelangt man direkt in die Altstadt. Aber auch die Bastioni Magellano lässt sich von hier aus erreichen. Die Bastioni werden besonders gern besucht wegen ihres schönen Blicks über den Hafen und die Bucht.

Verkehr

Alghero hat einen internationalen Flughafen (IATA-Code: AHO). Ganzjährige Linienflugverbindungen verbinden das nordwestsardische Städtchen mit Rom und Mailand. Seit Februar 2004 gibt es eine reguläre Flugverbindung zwischen dem katalanischen Girona und Alghero. Ryanair verbindet Alghero mit Frankfurt/Hahn, Bremen, Memmingen, Lübeck und Weeze in Deutschland, Flughafen Bratislava in der Slowakei sowie mit Flughafen Graz in Österreich und vielen weiteren Städten in Europa. Des Weiteren besteht eine Zugverbindung nach Sassari.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

 Commons: Alghero – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.

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