Algier Metro
Metro Algier 2006

Die Metro von Algier ist ein Bauprojekt der algerischen Hauptstadt zur Realisierung eines U-Bahnsystems. Die Arbeiten begannen im Jahre 1981, aufgrund zeitlichen Verzuges ist die frühestmögliche Eröffnung Sommer 2009 datiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Juni 1981 entschied die algerische Regierung, eine unterirdische Metro in der Hauptstadt Algier zu bauen, um die Mobilität in der Millionenstadt zu erhöhen und auch um die Zahl der täglichen Staus zu senken. Dabei legte die Regierung ein Konzept vor, das den Bau dreier U-Bahnlinien vorsah. Da Algerien jedoch 1986 aufgrund eines sinkenden Ölpreises in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde zeitweise eine Einstellung des Projektes erwogen.

Die ab 1993 mit der Realisierung beauftragten Unternehmen Geni Sider und Cosider hatten wegen Unerfahrenheit in diesem Bereich des Tiefbaus große Schwierigkeiten mit der Bauausführung. Die politische Unsicherheit in Algerien bis hin zu Bürgerkriegen und Terroranschlägen taten ihr Übriges zur Verzögerung des Metroprojektes. Ab 1999 wurde auch der Sprengstoffeinsatz zum Tunnelbau zugelassen.

Im Jahre 2006 vergab der zukünftige Metrobetreiber EMA (Entreprise Métro d'Alger), der auch gleichzeitig die Bauaufsicht führt, den Auftrag zum Weiterbau der Metro an ein Konsortium unter Führung der französischen Siemens-Transportsparte (Siemens TS). Siemens beteiligt sich an den Kosten von insgesamt 380 Millionen Euro mit 145 Millionen Euro und ist dabei für das allgemeine Projektmanagement, die Steuerung, Signale, Nachrichtentechnik, Versorgungsanlagen und Schienen verantwortlich. Das Konsortium umfasst außerdem den spanischen Fahrzeughersteller CAF, der insgesamt 14 Metrozüge, bestehend aus jeweils 6 Waggons liefert, und die französische Vinci Construction Grands Projets, welche die Stationen, das Depot, Lüftungs- und Verwaltungsbauten errichten.

Liniennetz

Der erste Abschnitt der Metro Algier soll neun Kilometer lang sein und zehn Stationen haben. Die Linie verläuft dabei vom Süden her in Richtung Norden, danach folgt die Metro der Küstenlinie in Richtung Westen. Die Linien verbindet Aïn Allah mit De Constantine Gué über El-Biar im Stadtzentrum Algiers mit Aïn Naadja.

Die ersten Stationen sollen dabei die Namen Hai el Badr, Cité Mer et Soleil, Cité Amirouche, Les Fusilles, Jardin d'Essais, Hamma, Aïssat Idir, Place du premier Mai, Khelifa Boukhalfa und Tafourah erhalten.

Ein Teil der Stationen soll bereits fertig gestellt sein. Es steht schon fest, dass in den Bahnhöfen Bahnsteigglastüren, wie beispielsweise bei der Métro Lille oder der Jubilee Line in London, und Geräte zur Sicherheitskontrolle an den Stationseingängen installiert werden sollen.

Weiterer Ausbau

Mittelfristig soll zu dem dann bestehenden Metrostück die Linie weitestgehend dem Küstenverlauf folgend um 3,5 Kilometer zwischen den Stadtvierteln Emir Abdelkader und Oued Koreiche verlängert werden. Dabei sollen sechs neue Stationen entstehen, für die erste Linie werden täglich 300.000 Fahrgäste erwartet (93 Millionen pro Jahr).

Die algerische Regierung und die Stadtverwaltung von Algier halten weiter am früheren Metroplan fest, so dass noch vom Bau zweier weiterer U-Bahnlinien in der algerischen Hauptstadt auszugehen ist.

Die zweite Linie, die sich an den Stationen Hai el Badr und Tafourah mit der ersten kreuzen soll, soll am Bahnhof Grande Poste im Stadtzentrum beginnen und die Hochebene Bab Ezzouar Annassers über Badjarah und El-Harrach verbinden. Bei vollständiger Realisierung der Linien 1 und 2 entstünde in Algier ein so genanntes Fischblasennetz. Eine dritte Linie, die zwischen Hussein Dey und Ain Allah über Annassers verkehren soll, würde eher das weitere, innere Gebiet Algiers erschließen. Eine genaue Festlegung des Streckenverlaufs wurde jedoch noch nicht beschlossen.

Straßenbahn

Da der Bau der U-Bahn noch mehrere Jahre benötigt, wurden 2002 Planungen zum Bau eines ergänzenden Straßenbahnnetzes vorgestellt. Eine östliche, 30 km lange Linie vom Stadtzentrum nach Ain Taya und Bordj El Kiffan mit 30 Haltestellen ist geplant, sowie eine westlich zwischen der Stadt El-Qued und Ain Benian Bab (17 km, 20 Stationen). Die Planungen gehen von bis zu 200.000 Passagieren täglich aus.

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