Ali Bardakoglu

Ali Bardakoğlu (* 1952 Tosyar in der Provinz Kastamonu) ist seit dem 28. Mai 2003 Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) in der Türkei.

Der Präsident des Amtes für religiöse Angelegenheiten ist die höchste Autorität der islamischen Religion in der Türkei. Seine Amtszeit ist befristet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1970 schloß er die Imam-Hatip-Schule ab. Vier Jahre später beendete er ein Studium am Hohen Islamischen Institut und 1975 ein Studium an der juristischen Fakultät der Istanbuler Marmara-Universität. Später wurde er Assistent für islamisches Recht am Hohen Islamischen Institut in Kayseri und wurde 1982 an der Atatürk Universität promoviert. Danach war er als Assistenzprofessor an der theologischen Fakultät der Erciyes Universität beschäftigt und wurde dort 1986 habilitiert.

Von 1991 bis 1992 erfolgte eine Gastprofessur in Großbritannien, nach der er 1993 an die türkische Marmara-Universität wechselte und dort 1994 Professor für islamisches Recht wurde. Im selben Jahr erfolgten Aufenthalte in den USA.

Bardakoğlu vertritt einen gemäßigten Islam und eine gemäßigte Auslegung des Koran, so sind unter anderem im März 2005 zwei Frauen als Vize-Muftis in Kayseri und Istanbul ernannt worden und im Februar 2006 hat er als Ehrengast bei der feierlichen Eröffnung einer protestantischen Kirche in Alanya teilgenommen.

Bardakoğlu hat mit seiner Frau drei Kinder und spricht neben Türkisch noch Arabisch und Englisch.

Kontroverse um Papst-Zitat

Während der Kontroverse um das sog. „Papstzitat von Regensburg“ (s. Benedikt XVI.) übte er anfangs harte Kritik am Papst und nannte die Äußerungen „einseitig, voreingenommen, feindselig und provozierend“[1], gab jedoch zu, den genauen Wortlaut der Rede gar nicht gekannt zu haben. Bezogen auf das vom Papst angebrachte Zitat des Kaisers Manuel II. („Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten") führte Bardakoğlu aus: „Jemanden mit Gewalt zum Glauben zu zwingen ist im Islam nicht akzeptabel. Es gibt im Islam weder eine Lehre, die Gewalt als ein legitimes Mittel sieht, Menschen zu bekehren, noch gibt es in der islamischen Geschichte ein solches Beispiel.“[2] (s. aber Knabenlese). In einem Beitrag zum 80. Geburtstag des Papstes dankte er für dessen Türkeibesuch, der die gemeinsame Verantwortung von Religionen für Frieden und Gerechtigkeit deutlich gemacht habe.[3]

Weblinks

Fußnoten

  1. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437140,00.html
  2. http://www.islam.de/6765.php
  3. Radio Vatikan: Türkei: Bardakoğlu, Papst = Streiter für Frieden und Werte 11. April 2007

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