Ali Rıza Alan

Ali Rıza Alan (* 3. März 1947) ist ein ehemaliger türkischer Ringer und Weltmeister 1970 im freien Stil im Fliegengewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Ali Rıza Alan begann als Jugendlicher in Tokat mit dem Ringen. Er entwickelte sich bei den Trainern Hidir Koyunoğlu und Ali Yücel zu einem hervorragenden Freistilringer. 1969 löste Ali Rıza den bis dahin besten türkischen Fliegengewichtler Mehmet Esenceli in der Nationalmannschaft ab und gab bei der Europameisterschaft 1969 in Sofia seinen Einstand bei einer internationalen Meisterschaft. Er kämpfte dort ausgesprochen gut, gewann vier Kämpfe, unterlag aber in der 5. Runde gegen Baju Baew aus Bulgarien und erreichte den 4. Platz. An der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Mar del Plata konnte Ali nicht teilnehmen, weil die Türkei dorthin keine Mannschaft entsandte.

Bei der Europameisterschaft 1970 in Berlin gewann Ali Rıza dann seine erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft, die silberne. Im Finale unterlag er wieder gegen Baju Baew. Bei der Weltmeisterschaft 1970 in Edmonton war dann Ali Rıza das Glück hold. Er gewann drei Kämpfe und verlor gegen Mohammad Ghorbani aus dem Iran, kam aber trotzdem dank eines Freiloses und einer besonders glücklichen Konstellation in der Zusammenlosung der Paare zum Weltmeistertitel.

1971 und 1972 folgten zwei schwächere Jahre für Ali Rıza. Er belegte bei der Weltmeisterschaft 1971 nur den 7. Platz, wobei er allerdings Pech wegen einer Verletzung im 4. Kampf hatte. Bei den Olympischen Spielen 1972 in München kam er gar nur auf den 9. Platz. Besonders verwunderlich war dabei seine Niederlage gegen den Inder Sudesh Kumar.

In den Jahren 1973, 1974 und 1975 errang Ali Rıza dann noch drei Vizemeistertitel. 1973 wurde er in Lausanne Vizeeuropameister nach einer Niederlage gegen Arsen Alachwerdiew aus der UdSSR, 1974 wurde er in Istanbul Vizeweltmeister. Es gelang ihm dabei ein imponierender Sieg über den neuen sowjetrussischen Star Roman Dmitriew und 1975 wurde er in Ludwigshafen wieder Vizeeuropameister, wobei er diesmal gegen Arsen Alachwerdiew gewann, aber dafür gegen Ognjan Nikolow aus Bulgarien und Wladyslaw Stecyk aus Polen verlor.

Ali Rıza trat nach den Weltmeisterschaften 1975 in Minsk, wo er nur den 10. Platz belegte, zurück, blieb dem Ringen aber als Trainer in Tokat erhalten.

Internationale Erfolge

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft, F = freier Stil, Fl = Fliegengewicht)

  • 1970, 2. Platz, EM in Berlin, F, Fl, mit Siegen über Pavel Urbanek, ČSSR, Petre Ciarnău, Rumänien, Vincenzo Grassi, Italien u. Willi Bock u. einer Niederlage gegen Banju Baew;
  • 1970, 1. Platz, WM in Edmonton, F, Fl, mit Siegen über André Gaudinot, Aminula Nasrulajew, UdSSR u. Paul Neff, BRD u. trotz einer Niederlage gegen Mohammad Ghorbani, Iran;
  • 1971, 3. Platz, Turnier in Jambol, F, Fl, hinter Vaerdiew u. Mintschew, bde. Bulgarien;
  • 1971, 7. Platz, WM in Sofia, F, Fl, mit Siegen über Gordon Bertie, Kanada, Josef Klimčak, ČSSR u. Mario Sabattini, danach Aufgabe nach Verletzung im Kampf gegen Dojodovyn Ganbat, Mongolei;
  • 1972, 9. Platz, OS in München, F, Fl, mit Siegen über Willi Bock u. Kim Young-Jun, Südkorea und Niederlagen gegen Sudeh Kumar, Indien u. Kim Gwong Hyong, Nordkorea;
  • 1973, 3.Platz, Turnier in Bukarest, F, Fl, hinter Dariush, Iran u. Petre Ciarnau;
  • 1973, 6.Platz, WM in Teheran, F, Fl, mit Siegen über Kim Hun Him, Nordkorea, Kim Young-Jun u. Ion Arapu, Rumänien u. Niederlagen gegen Arsen Alachwerdiew u. Ibrahim Javadi, Iran;
  • 1974, 8. Platz, EM in Madrid, F, Fl, mit einem Sieg über Ion Arapu u. Niederlagen gegen Ognjan Nikolow, Bulgarien u. Telman Paschajew, UdSSR;
  • 1974, 2. Platz, WM in Istanbul, F, Fl, mit Siegen über Wieslaw Kończak, Polen, Mario Sabattini, Petre Ciarnau, Roman Dmitriew, UdSSR u. einer Niederlage gegen Yuji Takada, Japan;
  • 1975, 2. Platz, EM in Ludwigshafen, F, Fl, mit Siegen über Mario Sabattini, Maurice Bourdin, Frankreich, Henryk Gál u. Arsen Alachwerdiew u. Niederlagen gegen Ognjan Nikolow u. Wladyslaw Stecyk;
  • 1975, 10. Platz, WM in Minsk, F, Fl, nach Niederlagen gegen Wladysllaw Stecyk u. Henriyk Gál

Quellen

  • 1) Div. Ausgaben der Fachzeitschrift "Athletik" aus den Jahren 1969 bis 1975,
  • 2) International Database der Universität Leipzig,
  • 3) Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Ali Riza Alan — Ali Rıza Alan (* 3. März 1947) ist ein ehemaliger türkischer Ringer und Weltmeister 1970 im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Internationale Erfolge 3 Quellen 4 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Riza — ist ein arabischer männlicher Vorname mit der Bedeutung „Zufriedenheit“[1][2] sowie ein Familienname. Die türkische Form des Namens ist Rıza.[3] Inhaltsverzeichnis 1 Bekannte Namensträger 1.1 …   Deutsch Wikipedia

  • Alan — (lateinisch auch Alanus) ist ein männlicher Vorname. Inhaltsverzeichnis 1 Herkunft und Bedeutung 2 Namenstag 3 Varianten 4 Namensträger …   Deutsch Wikipedia

  • Alachwerdijew — Arsen Schachlamasowitsch Alachwerdijew (* 24. Januar 1949) ist ein ehemaliger sowjetrussischer Ringer, olympischer Silbermedaillengewinner 1972 in München und dreifacher Europameister im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

  • Arsen Alachwerdiew — Arsen Schachlamasowitsch Alachwerdijew (* 24. Januar 1949) ist ein ehemaliger sowjetrussischer Ringer, olympischer Silbermedaillengewinner 1972 in München und dreifacher Europameister im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

  • Arsen Alachwerdijew — Arsen Schachlamasowitsch Alachwerdijew (* 24. Januar 1949) ist ein ehemaliger sowjetrussischer Ringer, olympischer Silbermedaillengewinner 1972 in München und dreifacher Europameister im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1… …   Deutsch Wikipedia

  • Baew — Baju Baew (* 5. Januar 1941) ist ein ehemaliger bulgarischer Ringer und dreifacher Europameister 1968, 1969 und 1970 im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Internationale Erfolge 3 Quellen 4 Weblinks …   Deutsch Wikipedia

  • Arsen Schachlamasowitsch Alachwerdijew — (* 24. Januar 1949) ist ein ehemaliger sowjetrussischer Ringer, olympischer Silbermedaillengewinner 1972 in München und dreifacher Europameister im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Internationale Erfolge 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Baju Baew — (* 5. Januar 1941 in Malomir, Oblast Jambol) ist ein ehemaliger bulgarischer Ringer. Er war dreifacher Europameister 1968, 1969 und 1970 im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Internationale Erfolge 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Takada Yuji — Yūji Takada (jap. 高田 裕司, Takada Yūji; * 17. Februar 1954 in Ōta) ist ein ehemaliger japanischer Ringer, Olympiasieger 1976 und vierfacher Weltmeister im freien Stil im Fliegengewicht. Inhaltsverzeichnis 1 Werdegang 2 Internationale Erfolge …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”