Alias – Die Agentin
Seriendaten
Deutscher Titel: Alias – Die Agentin
Originaltitel: Alias
Produktionsland: USA
Produktionsjahr(e): 2001–2006
Produzent: J.J. Abrams
Ken Olin
Episodenlänge: etwa 44 Minuten
Episodenanzahl: 105 in 5 Staffeln
Originalsprache: Englisch
Musik: Michael Giacchino
Idee: J. J. Abrams
Genre: Drama, Abenteuer, Actionserie, Mystery, Sci-Fi, Thriller
Erstausstrahlung: 30. September 2001 (USA)
auf ABC
Deutschsprachige Erstausstrahlung: 18. Februar 2003
auf ProSieben
Besetzung

Alias – Die Agentin ist eine 2001 gestartete US-amerikanische Fernsehserie, die Spionage-, Action- und Drama-Elemente enthält. In den USA wurde sie durch den Sender ABC erstausgestrahlt, in Deutschland startete die Serie bei ProSieben. Der Ideengeber und Regisseur der Serie, die nach 105 Episoden im Mai 2006 endete, war J. J. Abrams.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Ausgangslage

In Alias geht es um das Leben der Protagonistin Sydney Bristow (Jennifer Garner). Die Organisation „SD-6“, für die sie insgeheim in einem Doppelleben als Agentin arbeitet, gibt sich selbst als geheime Unterabteilung der Central Intelligence Agency (CIA) aus. Als Sydneys Freund um ihre Hand anhält, kann sie ihr Geheimnis nicht länger für sich behalten und weiht ihn in alles ein, woraufhin der Leiter von SD-6, Arvin Sloane (Ron Rifkin), der für sie gleichzeitig eine Art Vaterrolle spielt, ihn töten lässt. Durch dieses Geständnis und dem daraus resultierenden Mord wird Sloane ihr Todfeind und hegt nun Zweifel an Sydneys Loyalität: Sie kann den Häschern von SD-6, die von Sloane beauftragt wurden, nur durch die unerwartete Hilfe ihres Vaters Jack Bristow (Victor Garber) entkommen, zu dem sie allerdings schon seit mehreren Jahren keinen echten Kontakt mehr hat. Noch überraschter ist sie, als sie erfährt, dass auch er im Dienst von SD-6 steht. Er offenbart ihr, dass die Organisation nicht Teil der CIA, sondern vielmehr eine Unterabteilung des Verbrechersyndikats der Allianz der Zwölf – einem Staatsfeind – ist. Um sich vom Verdacht des Verrats zu befreien und Sloanes Vertrauen zurückzugewinnen, führt Sydney schließlich im Alleingang einen Auftrag zugunsten von SD-6 aus und beschafft ihm ein wichtiges Artefakt des im 15. Jahrhundert lebenden fiktiven Philosophen, Propheten und Erfinders Milo Rambaldi – einer Mischung aus Leonardo da Vinci[1] und Nostradamus.[2]

Sloane akzeptiert den Vertrauensbeweis, Sydney aber offenbart sich nun der „echten“ CIA, um fortan als Doppelagentin zu arbeiten, mit dem Ziel, SD-6 zu zerschlagen. Als ihr Verbindungsmann soll Michael Vaughn (Michael Vartan) fungieren. Neben Sydney gibt es allerdings noch einen zweiten Maulwurf bei SD-6, dessen Identität jedoch zunächst noch ungeklärt ist. Dies ändert sich, als Sydney am Grab ihres Verlobten auf Jack trifft, der sie schließlich in seine Rolle als zweiten Spion einweiht.

Weitere Handlung

Ein Großteil der Handlung in den ersten drei Staffeln befasst sich mit der Rambaldi-Prophezeiung. Viele Episoden drehen sich darum, die Artefakte jenes Mannes zu beschaffen, welche auf der ganzen Welt verstreut sind und von vielen Interessenten oder Anhängern Rambaldis gesucht werden. Speziell Arvin Sloane ist von ihm und seinem Lebenswerk, wie er selbst zugibt, besessen. Vollkommen gelüftet wurde das Geheimnis um die Prophezeiung von den Autoren der Serie bislang jedoch nicht, auch wenn dies nach dem Finale der vierten Staffel den Anschein hat.

Bereits Mitte der zweiten Staffel wird SD-6 zerschlagen und die meisten Charaktere wechseln zur „echten“ CIA. Das Hauptaugenmerk der Handlung konzentriert sich kurzzeitig von Rambaldi auf die Aufklärung der Familienverhältnisse Sydneys. Hatte sie bereits in der ersten Staffel erfahren, dass ihre totgeglaubte Mutter nicht nur eine Agentin des KGB war, muss sie nun feststellen, dass Irina Derevko noch lebt und ihre Heirat mit Jack nur ein Befehl war, um auf diese Weise an CIA-interne Informationen zu kommen. Mit dem gleichen Hintergrund wird Sydneys Freundin Francie Calfo im Auftrag Sloanes ermordet und durch ein Double ersetzt. Am Ende der zweiten Staffel kommt Sydney diesem Treiben auf die Schliche und schießt Allison Georgia Doren nach einem heftigen Kampf nieder, wobei sie das Bewusstsein verliert und zwei Jahre später ohne jegliche Erinnerung in Hongkong wieder aufwacht.

Diese Lücke aufzuklären ist ein wesentlicher Bestandteil der dritten Staffel, was Sydney aber emotional erschwert wird, weil ihr Kollege und Partner Vaughn, in dem Glauben, sie sei tot, die neue CIA-Agentin Lauren Reed heiratet. Im weiteren Handlungsverlauf entpuppt sie sich jedoch ebenfalls als Verräterin, da sie außerdem als Doppelagentin für den Konvent, einer verbrecherischen Organisation, tätig ist. Später steigt sie sogar gemeinsam mit Julian Sark zur Co-Leiterin auf und sabotiert so die Pläne der CIA. Ein weiteres Element der Staffel ist Sydneys Begegnung mit ihrer Halbschwester Nadia Santos, die einer Affäre Irinas mit Sloane entsprang. Sowohl die CIA als auch der Konvent wetteifern darum, sie möglichst schnell zu finden, da Nadia in ihrer Funktion als der Passagier als einzige Person den Weg zur Rambaldi-Kugel kennt, in welcher sich angeblich die Seele des Propheten befindet. Am Ende der Staffel wird Laurens Funktion als Maulwurf aufgedeckt, wobei sie von Vaughn erschossen wird.

In der vierten Staffel nennt sich die Einsatztruppe, eine geheime Unterabteilung der CIA, Authorized Personnel Only. Sie wird von Sloane geleitet und nach anfänglichem Widerwillen stößt Nadia mit zum Team hinzu. Wie ein roter Faden zieht sich die Beleuchtung ihrer Vergangenheit durch die Staffel. So stellt sich beispielsweise heraus, dass ihre damalige Erzieherin in Wirklichkeit Elena Derevko ist, die geheime Informationen von der CIA abhört. Ferner veranlasst sie, dass ein Sloane-Doppelgänger rekrutiert wird, der durch die Abwicklung von Geschäften in seinem Namen für Verwirrung sorgt. Außerdem belastet Elena ihre Schwester Irina, indem sie ihr einen Auftragsmord an Sydney anhängt, sodass Jack Irina erschießt, damit seine Tochter nicht getötet wird. Später stellt sich jedoch heraus, dass die vermeintliche Irina auch nur ein Klon war und die „echte“ noch lebt. In der letzten Folge stürzt Elena eine komplette Stadt durch ein jahrelang geplantes Attentat ins Chaos, da sie mit einem Rambaldi-Gerät die Psyche der Bewohner zum Bösen hin verändert und sich die Bewohner somit selbst bekämpfen. Die weitere Ausbreitung, bis hin zur geplanten Apokalypse, kann jedoch schlussendlich verhindert werden. In der letzten Folge wollen Sydney und Vaughn den lange ersehnten Heiratsantrag in Santa Barbara feiern, doch bevor sie ankommen, eröffnet er ihr, dass ihre gemeinsame Geschichte kein Zufall sei und es kommt zu einem Autounfall.

Damit Vaughn nach dem Unglück wieder genesen kann, wird sein Tod fingiert, was allerdings erst im Laufe der letzten Staffel aufgeklärt wird. Die mittlerweile schwangere Sydney ist ganz auf sich alleine gestellt und wird von Prophet Five – eine Organisation, die bereits die Regierung unterwandert hat, sodass alle Operationen von APO inoffiziell geplant werden müssen – entführt. Sie kann jedoch entkommen und bringt unter Irinas Aufsicht während eines Einsatzes ihre Tochter Isabelle zur Welt. Nadia liegt nach der gemeinsamen Aktion gegen Elena im Koma, da sie sich auch mit dem Rambaldi-Virus infiziert hat. Um an das Gegenmittel zu kommen, arbeitet Sloane insgeheim mit Prophet Five zusammen, und sabotiert so einige APO-Aufträge. Es gelingt ihm, das Serum zu erhalten; jedoch ist er nicht bereit, seine Rambaldi-Obsession zugunsten seiner Tochter aufzugeben. Als Nadia dies bemerkt, kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden, wobei sie in einem Unfall ums Leben kommt. Danach läuft Sloane offen zu Prophet Five über und wird von der APO gejagt. Schließlich findet er die unterirdische Grabkammer Rambaldis und wird offenbar durch Berühren einer mysteriösen Flüssigkeit unsterblich. Jack kann sich und Sloane jedoch mithilfe einer Explosion im Gewölbe einschließen. Irina stirbt ebenfalls durch ihre Machtbesessenheit, weil sie sich lieber für das wichtigste Artefakt des Erfinders, Horizon, als für ihr Leben entscheidet. Die letzte Szene der Serie zeigt einige Jahre später die „neue“ Familie Bristow mit Sydney, Vaughn, und ihren beiden Kindern Isabelle und Jack.

Besetzung

Hauptdarsteller

Rollenname Schauspieler Dauer der Hauptrolle Nebenrolle Deutsche Synchronstimme
Episoden Staffeln Staffeln
Sydney Bristow Jennifer Garner 1–105 1–5 Carola Ewert
Arvin Sloane Ron Rifkin 1–105 1–5 Kaspar Eichel
Michael Vaughn Michael Vartan 1–105 1–5 Tobias Kluckert
William „Will“ Tippin Bradley Cooper 1–44 1–2 3, 5 Matthias Hinze
Marcus Dixon Carl Lumbly 1–105 1–5 Jörg Hengstler
Marshall Flinkman Kevin Weisman 1–105 1–5 Olaf Reichmann
Jack Bristow Victor Garber 1–105 1–5 Reinhard Kuhnert
Francine „Francie“ Calfo,
Allison Georgia Doren
Merrin Dungey 1–44 1–2 3, 5 Katrin Zimmermann
Julian Sark David Anders 23–66 2–3 1, 4–5 Norman Matt
Irina Derevko Lena Olin 23–44 2 4–5 Katja Nottke
Eric Weiss Greg Grunberg 45–88 3–4 1–2, 5 Oliver Siebeck
Lauren Reed Melissa George 45–66 3 4 Victoria Sturm
Nadia Santos Mía Maestro 68–88 4 3, 5 Gunthild Eberhard
Rachel Gibson Rachel Nichols 89–105 5 Susanne Herrmann
Thomas Grace Balthazar Getty 89–104 5 Wolfgang Wagner
Renée Rienne Élodie Bouchez 89–97 5 5 Vera Teltz
Kelly Peyton Amy Acker 98–105 5 5 Cathlen Gawlich

Gastdarsteller

Zu den wichtigsten Nebendarstellern gehören (Staffeln mit Auftritten in Klammern):

Fernsehausstrahlung

Entwicklung der Zuschauerresonanz
Durchschnittliche Reichweite der Erstausstrahlungen in den USA (ABC)
Staffel Fernsehsaison Zuschauer
1 2001–2002 9,7 Mio.[3]
2 2002–2003 8,8 Mio.[4]
3 2003–2004 8,2 Mio.[4]
4 2004–2005 10,3 Mio.[5]
5 2005–2006 6,7 Mio.[6]

Die ersten drei aus jeweils 22 Episoden bestehenden Staffeln wurden 2001 bis 2004 in den USA durch den Sender ABC am Sonntagabend erstausgestrahlt. Sie starteten jeweils im September und endeten im Mai des Folgejahres. Die vierte Staffel, ebenfalls 22 Episoden umfassend, begann erst in der Mitte der Fernsehsaison, dem Januar des Jahres 2005, und wurde am Mittwochabend gesendet. Die fünfte Staffel wurde anfangs am Donnerstagabend ausgestrahlt und später auf den Mittwoch zurückverlegt, bevor sie nach einer viermonatigen Sendepause von ursprünglich geplanten 22 auf 17 Episoden gekürzt wurde und mit einer Doppelfolge am 22. Mai 2006 endete.

In Deutschland strahlte ProSieben die erste Staffel zwischen Februar und Juli 2003 und die zweite Staffel zwischen April und August 2004 im Abendprogramm aus. Seit dem 11. Juni 2007 wurde die dritte Staffel am Montagabend in Doppelfolgen, ab August in Einzelfolgen erstmals ausgestrahlt. Im Anschluss an die dritte Staffel wurde seit September 2007 die 4. und anschließend die 5. und letzte Staffel ausgestrahlt.

Im deutschen Bezahlfernsehen wurde die Serie Alias durch den Sender 13th Street bereits komplett (Staffel 1-5) ausgestrahlt und regelmäßig wiederholt.

DVD-Veröffentlichung

Alias – Die Agentin ist im deutschsprachigen Raum auch auf DVD im Regionalcode (RC) 2 erhältlich. 2004 und 2005 wurden durch den Rechteinhaber Touchstone Pictures die ersten drei Staffeln veröffentlicht. Sie sind von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Die 4. Staffel erschien am 7. Juni 2007 nach fast eineinhalb Jahren Wartezeit seit der Veröffentlichung der 3. Staffel, die 5. Staffel wurde am 11. Oktober 2007 von Buena Vista veröffentlicht.

Bis zu vier Episoden befinden sich auf jeder DVD. Abgesehen von der 5. Staffel mit nur fünf Discs, enthält jedes der Staffel-Sets sechs DVD, von denen sich jeweils zwei Stück in einem Keep-Case befinden. Die Episoden liegen im anamorphen 16:9-Breitbildformat vor. Sämtliche Staffeln verfügen über die englische Tonspur in Dolby Digital 5.1 sowie über die deutsche Tonspur in Dolby Digital 2.0 - mit Ausnahme der 2. und 5. Staffel, in der diese in Dolby Digital 5.1 vorliegt. In der 2. und 3. Staffel ist zudem die italienische Tonspur in Dolby Digital 2.0 enthalten, in der 4. Staffel ist die spanische Tonspur, ebenfalls in Dolby Digital 2.0, enthalten.

Die Rambaldi-Komplettbox der Serie wurde am 6. Dezember 2007 veröffentlicht.[7] Diese, als Limited Edition erschienen Box, ist in der Machart an eines der Rambaldi-Artefakte angelehnt.

Preise und Nominierungen

Hauptdarstellerin Jennifer Garner gewann 2002 den Golden Globe Award in der Kategorie „Beste Schauspielerin in einer Dramaserie“, in der sie in den folgenden drei Jahren auch nominiert wurde. Ebenfalls 2002 war Alias – Die Agentin für den Golden Globe als Beste Dramaserie nominiert.

Im Serienverlauf war Alias insgesamt 36-mal für den Emmy nominiert, davon je 11-mal in den ersten beiden Staffeln sowie 8-, 4- und 2-mal in den letzten drei Staffeln. Die Serie wurde in den Kategorien Beste Kamera, Beste Kunstregie, Stuntkoordination und Make-up je einmal prämiert.[8]

Literatur

  • Mark Cotta Vaz: Alias Declassified: The Official Companion. Bantam Books, New York 2002, ISBN 0-553-37597-0
  • Kevin Weisman: Alias Assumed: Sex, Lies and SD-6 . BenBella Books, 2005, ISBN 1-932-10046-6

Quellen

  1. Mark Cotta Vaz: Alias Declassified: The Official Companion. Bantam Books, New York 2002, ISBN 0-553-37597-0
  2. aliasnews.de: Rambaldi Guide Episode 3: Parity/ Rivalinen, 24. September 2007
  3. Joal Ryan: TV Season Wraps; "CSI" Rules, 28. Februar 2007
  4. a b Suzanne C. Ryan: TV producers have to be agile to deal with ratings, say experts, 28. Februar 2007
  5. The Hollywood Reporter: Primetime Series, 28. Februar 2007
  6. The Hollywood Reporter: Series, 28. Februar 2007
  7. SD-6.de: Deutsche Rambaldi-Box, 25. August 2007
  8. Academy of Television Arts & Sciences: Advanced Primetime Awards Search, 28. Februar 2007

Weblinks


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