Alice-Salomon-Archiv

Das Alice-Salomon-Archiv dokumentiert die Entwicklung der professionellen Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert. Es wurde (nach einer längeren Vorlaufphase) im Jahr 2000 in Berlin gegründet und ging ein Jahr später eine Kooperation ein mit dem Archiv des Pestalozzi-Fröbel-Haus in dem gemeinsamen Archiv- und Dokumentationszentrum für soziale und pädagogische Frauenarbeit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte/Sammlung

Das Alice-Salomon-Archiv[1] befindet sich an historischer Stätte: in dem Gebäude, das die Namensträgerin des Archivs 1914 für die von ihr 1908 gegründeten Sozialen Frauenschule (heute: Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin) auf dem Gelände des Pestalozzi-Fröbel-Hauses in Berlin-Schöneberg errichten ließ, und zwar in den Räumen des Arbeitszimmers der Schulgründerin und in der ehemaligen Bibliothek. Die Einrichtung umfasst u.a.:

  • Materialien/Dokumente von und über Alice Salomon
  • Diverse Zeitungs- und Zeitschriftenartikel über Alice Salomon
  • Ausbildungsakten und -materialien der Sozialen Frauenschule (und ihrer Nachfolgeeinrichtungen) von den Anfängen bis zur Gegenwart
  • Protokolle der Konferenz der Sozialen Frauenschulen Deutschlands
  • Dokumente der Internationalen Vereinigung der Sozialen Schulen
  • Akten zur Deutsche Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit (einer Fortbildungsstätte an der Sozialen Frauenschule)
  • Dokumente über Verein Jugendheim
  • Schülerinnen-/Seminaristinnenverzeichnisse
  • Interviews mit ehemaligen Dozentinnen/Dozenten und Schülerinnen/Schüler/Studenten
  • Sammlung der veröffentlichten und unveröffentlichten Schriften von Alice Salomon
  • Dokumente über die Entwicklung der sozialen Ausbildung während der Nazi-Diktatur
  • Thematische Sammlungen: Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit, Jugendfürsorge, Heimkampagne, Kinderhausbewegung, Alltagsleben von Kindern und Jugendlichen u.a.m.
  • Eine umfangreiche Fotosammlung (über Alice Salomon, Soziale Frauenschule, Praxiseinrichtungen etc.)

Neben der archivalischen Erschließung und Sicherung der historischen Bestände und dem Ausbau der Sammlungen gehört ferner zu den Aufgaben des Archivs die Förderung von Forschungen und Durchführung eigener Projekte.

Leiterin ist die Historikerin Adriane Feustel[2], die maßgebend am Aufbau des Archis beteiligt war. Das Alice-Salomon-Archiv ist Mitglied des Dachverband der deutschsprachigen Frauen/ Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen i.d.a.[3]

Publikationen des Archivs (Auswahl)

  • Adriane Feustel (Hrsg.): Alice Salomon. Frauenemanzipation und soziale Verantwortung - Ausgewählte Schriften in drei Bänden
  • Band 1: 1896-1908, Neuwied, Kriftel, Berlin 1997
  • Band 2: 1908-1919, Neuwied, Kriftel, Berlin 2000
  • Band 3: 1919-1948, München/Unterschleißheim 2004
  • Adriane Feustel (Hrsg.): Die Schriften Alice Salomons. Bibliographie 1896-2004, Berlin 2004

Literatur

  • Adriane Feustel (Hrsg.): Sozialpädagogik und Geschlechterverhältnis 1900 und 2000, Berlin 2003, S. 13-16
  • Adriane Feustel (Hrsg.): Die Schriften Alice Salomons. Bibliographie 1896-2004, Berlin 2004, S. 106-107
  • Adriane Feustel: Das Alice-Salomon-Archiv, in: Sabine Hering; Berteke Waaldijk (Hrsg.): Die Geschichte der Sozialen Arbeit in Europa (1900-1960). Wichtige Pionierinnen und ihr Einfluss auf die Entwicklung internationaler Organisationen, Opladen 2002, S.213-214

Weblinks

Einzelnachweis

  1. http://www.asfh-berlin.de/index.php?id=35
  2. http://www.ash-berlin.eu/100-Jahre-ASH/rueckblick/feustel.htm
  3. http://ida-dachverband.de/de_kurzinfo.htm

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