HSV-2 Swift

HSV-2 Swift
Swift (HSV-2)
US Navy 031010-N-3236B-001 High Speed Vessel Two (HSV-2) navigates the waters off the coast of Southern Iraq.jpg
Die Swift (HSV-2) im Persischen Golf
Bestellung: Oktober 2002
Indienststellung: 15. August 2003
Ausmusterung:
Verbleib: Im aktiven Dienst
Heimathafen: Ingleside, Texas
Technische Daten
Verdrängung: 1900 Tonnen
Länge: 321.5 ft (98 m)
Breite: 88.6 ft (27 m)
Tiefgang: 11.15 ft (3,4 m)
Antrieb: 4 × Caterpillar 3618 Schiffsdiesel mit je 7.200 kW
Höchstgeschwindigkeit: über 45 Knoten
Reisegeschwindigkeit: über 30 Knoten
Reichweite: 6.500 km
Besatzung: 42 Offiziere und Matrosen
Bewaffnung: Mk96 mit stabiliserter 25/40-mm-Kanone, Mk45 mit MK-19 Maschinengranatwerfer
Luftfahrzeuge: je nach Konfiguration
Transportkapazität: 605 t auf 2.570 m² Ladefläche

Die (HSV-2) Swift ist ein Hochgeschwindigkeits-Katamaran der United States Navy und gehört zur Klasse der sogenannten High Speed Vessels (HSV). Es wird zurzeit als Kommandoschiff zur Kriegsführung mit Seeminen und als Experimentierplattform für die Navy und das Marine Corps probehalber eingesetzt. Da es nicht offiziell in Dienst gestellt ist, trägt das Schiff nicht den Präfix USS. Gebaut wurde es von der auf Katamarane spezialisierten australischen Werft Incat.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bei einer gemeinsamen Operation mit der Royal Australian Navy in Osttimor wurde die US Navy auf eines der von den Australiern verwendeten Transportschiffe aufmerksam, die HMAS Jervis Bay, einen schnittigen Katamaran, dessen Schwesterschiffe in den australischen Küstengewässern als Autofähre dienen.

2001 wurde beschlossen, einen derartigen, umgebauten Katamaran für die militärische Nutzung für vorerst zwei Jahre zu leasen. Damit war die HSV-X1 Joint Venture geboren. Ihre Geschwindigkeit, Vielseitigkeit und Einfachheit begeisterte die Verantwortlichen, und 2002 wurde ein zweiter Katamaran geleast, die TSV-1X Spearhead, eine ehemalige Autofähre, nun im Dienst der United States Army als sogenanntes Theater Support Vessel (TSV). Das X steht wie immer in militärischen Bezeichnungen für experimental; das Schiff dient nämlich als Advanced Concept Technology Demonstrator (ACTD), also einem einsatzfähigen Produkt, welches im harten Alltag auf Herz und Nieren geprüft wird und mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen schlussendlich in Serie produziert werden soll.

Einsatzprofile

Blick auf das Heck und das offene Ladedeck; Einholen eines Bootes mit dem Kran, rechts die eingeklappte Landungsbrücke

Die HSV-2 ist ein Ergebnis aus diesen Tests, welche mit ihren Vorgängerinnen HSV-X1 Joint Venture und der TSV-1X Spearhead der US Army gemacht wurde. Insgesamt 75 Verbesserungen wurden eingebracht, nachdem bereits die Spearhead rund 100 Verbesserungen gegenüber der HSV-X1 aufwies.

Sie weist einen extrem hohen Automatisierungsgrad auf. Computer steuern nahezu jede Funktion auf dem Schiff. Ein System namens Combatss erlaubt gar die Fernsteuerung vom Ufer aus.

Die Einsatzmöglichkeiten für eine zukünftige Flotte von HSVs sind vielfältig. Als Transportschiff erlaubt dieser Schiffstyp, Truppen inklusive deren Material wie z. B. schwere Panzer M1A1 viermal schneller als bisher auf dem Seeweg zu transportieren. Eine weitere Konfiguration ist jene als Kommandoschiff der Kriegsführung mit Seeminen. Dazu würden in die Ladeebene mehrere Spezialanhänger gestellt, in welchen die zusätzlichen Truppen schlafen und duschen könnten. Zudem wären zwei Seahawk-Hubschrauber an Bord.

Die Maritime Intercept Operations Configuration beinhaltet das Mitführen von leichten Kampfhubschraubern und kleinen Schnellbooten des Typs RHIB (Rigid-hulled inflatable boat) zum Aufbringen verdächtiger Schiffe auf hoher See. Auch eine Konfiguration als schwimmendes Krankenhaus wäre durch das Beladen mit entsprechenden Modulen auf Lastwagenanhängern möglich. Des Weiteren bietet sich dieses Schiff an als Operationsbasis für Spezialeinheiten wie die Navy SEALs dank seiner hohen Geschwindigkeit, dem geringen Tiefgang, den integrierten Kommandoeinrichtungen, der großen Hubschrauberplattform, der Möglichkeit was auch immer für die Mission benötigt wird im riesigen Laderaum mitzuführen (z. B. Fast Attack Vehicles (FAV), Rigid Hull Inflatable Boats (RHIB), Transporthubschrauber, Kampfhubschrauber als Unterstützung, Seal Delivery Vehicles (SDV) sowie unbemannte Luft-, Wasser- und Unterwasserfahrzeuge). Dadurch bleiben die verschiedenen Teams bis nahe an den Einsatzort beieinander, was Koordinationsprobleme vermindert und deshalb von den Spezialtruppen sehr begrüßt wird.

Einsätze

Die HSV-2 beförderte Truppen in den Irakkrieg, brachte Hilfsgüter im Rahmen der internationalen Hilfe nach dem Seebeben im Indischen Ozean 2004 nach Südostasien und nahm an zahlreichen Manövern, u. a. in Westafrika, in unterschiedlichen Rollen teil. Im September 2005 wurde die HSV-2 zur Unterstützung der Opfer von Hurrikan Katrina vor Louisiana beordert.

Zitate

Blick auf dem Katamaran-Bug der Swift

“I can tell you that Incat has hit a home run with this ship! What an awesome piece of equipment. We have had minimal problems during a higher than designed or intended operation tempo. The vessel is near perfect for the intended U.S. Army mission, and in 18 plus years of driving and working about boats, I’ve never had so much fun. We hit and sustained 48.7 knots running down the coast of Qatar, unbelievable.”

„Ich kann Ihnen sagen, dass Incat [Anm.: die Herstellerfirma] mit diesem Schiff einen Volltreffer gelandet hat! Was für ein atemberaubendes Teil. Selbst als wir schneller fuhren, als für was das Schiff ausgelegt ist, hatten wir nur minimale Probleme. Das Boot ist nahezu perfekt für die vorgesehene Mission der U.S. Army, und in mehr als 18 Jahren auf See hatte ich noch nie soviel Spaß. Wir erreichten und hielten eine Geschwindigkeit von 48,7 Knoten (über 90 km/h), während wir an der Küste von Qatar entlangfuhren, unglaublich.“

Chief Warrant Officer Patrick S. May, Commander of TSV-1X Spearhead, Zitiert von Christopher Holton [1]

Weblinks

 Commons: HSV-2 Swift – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.worldtechtribune.com

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