Habitus (Biologie)
Der körbchenförmige Blütenstand der Margerite macht ihren Habitus aus.

Habitus (von lateinisch habere ‚haben‘ bzw. ‚an sich tragen‘) bezeichnet in der Biologie die äußere Erscheinung eines Organismus, d. h. die Gesamtheit aller wesentlichen und typischen sichtbaren Eigenarten eines Menschen, eines Tieres, einer Pflanze oder eines Pilzes sowie ihrer Relationen und Proportionen. Diese Merkmale ermöglichen oft eine Bestimmung der Familien-, Gattungs- oder sogar Artzugehörigkeit eines Lebewesens ohne Verwendung eines detaillierten Bestimmungsschlüssels („Bestimmung nach Habitus“).

Als Beispiel mag die Margerite dienen, deren Zugehörigkeit zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) durch die typischen Merkmale der vielen, im runden Blütenstand zusammengefassten, von Zungenblüten umkränzten Röhrenblüten sichtbar wird.

Der Habitus kann aber innerhalb einer Art variieren oder sich bei einem Individuum während seines Lebenszyklusses, bei Erkrankungen oder nach den Jahreszeiten ändern.

Auch beobachtbares typisches habituelles Verhalten kann als Habitus bezeichnet werden[1]. Erlerntes Verhalten kann Habituation genannt werden.

Einzelnachweise

  1. http://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon/habitus – Medizin-Lexikon Roche

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