19E
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Volkswagen
Golf (Typ 19E)
Hersteller: Volkswagen AG
Bis 1985:
Volkswagenwerk AG
Produktionszeitraum: 1983–1992
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Schrägheck, 3/5-türig
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,8 Liter
(40–154 kW)
Dieselmotoren:
1,6 Liter (40–59 kW)
Länge: 3.985–4.040 mm
Breite: 1.665–1.680 mm
Höhe: 1.415 mm
Radstand: 2475 mm
Leergewicht: 845–985 kg
Vorgängermodell: VW Golf I
Nachfolgemodell: VW Golf III

Der Golf II ist ein Wagen der Kompaktklasse und die zweite Generation des VW Golf der Volkswagenwerk AG (ab 1985 Volkswagen AG). Der Nachfolger des Golf I wurde von 1983 bis 1992 über 6,3 Millionen[1] mal produziert. Neben dem im Herbst 1991 vorgestellten neuen Golf III wurde bis Dezember 1992 der Golf II in Form des günstigen Einstiegsmodells „Function" weiter hergestellt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Als Nachfolgemodell des ersten Golfs verfolgt dieser weiterhin das Schrägheck-Grundkonzept des Vorgängers. Um den Luftwiderstandsbeiwert (cw-Wert) niedrig zu halten, wurde die u. a. durch den 7,5 cm größeren Radstand um 17 cm längere Karosserie rundlicher gestaltet, die auch in der kleinsten Motorisierung ein um 95 kg erhöhtes Leergewicht aufwies. Die verbesserte passive Sicherheit und ein bereits im letzten Modelljahr 1983 des Golf I verbesserter Korrosionsschutz kamen hinzu. Besonders bei den ersten Baujahren bis 1978 hatte der Vorgänger später erhebliche Rostprobleme gezeigt. In der Fertigung wurde der Automatisierungsgrad verstärkt - viele Montagevorgänge wurden in der neuen „Halle 54“ des Stammwerks Wolfsburg von Industrierobotern erledigt.

Im Unterschied zum Vorgänger sind bei allen Ausstattungsversionen einschließlich des Basismodells Golf C sämtliche Blechteile im Innenraum verkleidet. Die letzten Baujahre haben ab 51 kW Leistung serienmäßig ein Fünfganggetriebe. Viele heute selbstverständliche Ausstattungen wie Servolenkung, ABS (ab Februar 1987), elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Pollenfilter wurden bei diesem Golf-Modell erstmals angeboten, wenn auch teilweise zu hohen Aufpreisen (1990: Servolenkung 795,00 DM, Klimaanlage 1895,00 DM, ABS 1800,00 DM, elektrische Fensterheber vorn 595,00 DM (vorn und hinten: 995,00 DM), Zentralverriegelung 4-Türer 490,00 DM (2-Türer: 460,00 DM), Pollenfilter 146,00 DM)[2]. Einen Airbag gab es erst ab 1992 mit dem Nachfolger Golf III.

Ab 1985 war beim 40-kW-Motor ein ungeregelter Katalysator für 720,00 DM und beim 66-kW-Motor ein G-Kat mit Lambdaregelung für 1880,00 DM Aufpreis erhältlich.

Modellgeschichte

  • 1981: Der VW Scirocco 2 wird vorgestellt, es ist die Sportversion des Golf und aus ihm wird der Golf 2 entwickelt
  • 1983: August: Der Golf II (Typ 19E) wird vorgestellt, Ausstattungsvarianten C, CL, GL, GLX (später Carat)
  • 1984: GTI und der im Golf neuartige Katalysator
  • 1985: Sondermodelle Hit, Match
  • 1986: Syncro (Typ 19E-299), GTI 16V, Antiblockiersystem (ABS) für die Modelle GT, GTI und GTI 16V. Sondermodelle Flair, Fun, Ausstattungsversion Carat wird nach dem MJ eingestellt, Aufwertung des GL.
  • 1987: Sondermodelle Sky, Bistro
  • 1987: Facelift (August) für das MJ 1988: Dreiecksfenster fallen weg, Außenspiegel wandern weiter nach vorne, Kühlergrill mit nur noch fünf Rippen. Am Heck fallen der Schriftzug „VOLKSWAGEN“ und das VW-Emblem auf der linken Seite weg, dieses sitzt nun mittig. Im Innenraum gibt es neue Lenkräder, neue Sitze, dickere Lenkstockschalter und bessere Ausstattungen
  • 1987: Sondermodelle Memphis, GT/GTI Special, Tour
  • 1988: Sondermodelle 10-Millionen-Golf, Manhattan
  • 1989: Sondermodell Boston (Ab hier VW-Interne Typ-Bezeichnung 1G1)
  • 1989: Facelift (August) für das MJ 1990: Neue Zentralelektrik, Handbremshebel, neue Stoßfänger ab GL-Modell
  • 1989: Sondermodell Golf Limited im Januar, mit 16V-G60-Motor mit 209 PS und permanenten Allrad-Antrieb (Syncro) limitiert auf 71 Stück, Preis 1989: 68.500 DM
  • 1989: Sondermodelle Boston, GTI Edition One
  • 1989: Sondermodell Rallye Golf G60 mit G60-Motor mit 160PS, verbreiteter Karosserie und permanentem Allrad-Antrieb (Syncro) limitiert auf 5000 Stück
  • 1990: Sondermodelle Madison, Moda
  • 1990: der geregelte Katalysator wird Serienausstattung, G60 Motor-für (modifizierte) Serienkarosserie lieferbar
  • 1990: Sondermodell Fire & Ice (nach dem gleichnamigen Film von Willy Bogner junior, in dem der Golf massiv Werbung fährt)
  • 1990: Golf Country (Allradgetriebener Golf mit Offroad-Optik, höher gelegt für mehr Bodenfreiheit)
  • 1991: Sondermodell GTI Edition Blue mit vielen Extras und G60 auch mit Syncro
  • 1991: Sondermodell Pasadena
  • 1992: Ende der Produktion des Sondermodells „Function“ im Dezember im Volkswagenwerk Mosel bei Zwickau, nachdem in Wolfsburg schon seit Mitte 1991 der Nachfolger Golf III vom Band lief

Ausstattungsvarianten

  • C (bis 1987), danach 'Golf'
  • CL
  • GL
  • GLX (8/83-10/83), danach Carat (bis August 1986)
  • GT (ab 1986)
  • GTD
  • GTI (ab Januar 1984)

Motorvarianten (Auswahl)

Benziner

  • 1,05l, 8V, 33 kW / 45 PS 31PIC, (MKB GN)
  • 1,05l, 8V, 37 kW / 50 PS 31PIC, (MKB HZ)
  • 1,3l, 8V, 40 kW / 55 PS, Vergaser 2E3 (MKB MH, 2G, HK)
  • 1,3l, 8V, 40 kW / 55 PS, Digijet-Einspritzung mit G-Kat (MKB NZ)
  • 1,6l, 8V, 51 kW / 70 PS, Vergaser 2EE mit G-Kat (MKB PN)
  • 1,6l, 8V, 53 kW / 72 PS, Vergaser 2E2 mit U-Kat (MKB RF)
  • 1,6l, 8V, 55 kW / 75 PS, Vergaser 2E2 (MKB EZ, ABN)
  • 1,8l, 8V, 62 kW / 84 PS, Vergaser 2E2 mit U-Kat (MKB RH)
  • 1,8l, 8V, 66 kW / 90 PS, Vergaser 2E2 (MKB GU)
  • 1,8l, 8V, 66 kW / 90 PS, Mono-Jetronic-Einspritzung (MKB RP)
  • 1,8l, 8V, 66 kW / 90 PS, K/KA/KE-Jetronic-Einspritzung mit und ohne Kat (MKB GX)
  • 1,8l, 8V, 72 kW / 98 PS, Digifant-Einspritzung nur syncro (MKB 1P)
  • 1,8l, 8V, 77 kW / 105 PS, Einspritzer nur USA (MKB HT)
  • 1,8l, 8V, 77 kW / 105 PS, Digifant-Einspritzung nur USA (MKB RV)
  • 1,8l, 8V, 79 kW / 107 PS, KE-Jetronic-Einspritzung mit Kat (MKB RD, RG)
  • 1,8l, 8V, 79 kW / 107 PS, Digifant-Einspritzung mit Kat (MKB PF)
  • 1,8l, 8V, 82 kW / 112 PS, K-Jetronic-Einspritzung (MKB EV)
  • 1,8l, 8V, 82 kW / 112 PS, Digifant-Einspritzung (MKB PB)
  • 1,8l, 16V, 95 kW / 129 PS, KE-Jetronic-Einspritzung mit Kat (MKB PL)
  • 1,8l, 16V, 102 kW / 139 PS, K-Jetronic-Einspritzung (MKB KR)
  • 1,8l, 8V G60, 118 kW / 160 PS, Digifant-Einspritzung mit Kat (MKB PG, 1H (nur Rallye))
  • 1,8l, 16V G60, 154 kW / 209 PS, Digifant-Einspritzung (MKB 3G (nur Limited))
  • 2,0l, 16V, 100 kW / 136 PS, KE-Motronic-Einspritzung mit Kat nur USA (MKB 9A)

Diesel

  • 1,6l, 8V, 40 kW / 54 PS, Saugdiesel (MKB JP, ME)
  • 1,6l, 8V, 44 kW / 60 PS, TurboDiesel mit Oxi-Kat (MKB 1V)
  • 1,6l, 8V, 51 kW / 70 PS, TurboDiesel (MKB JR, MF)
  • 1,6l, 8V, 59 kW / 80 PS, TurboDiesel mit LLK (MKB RA, SB)

GTI-Varianten des Golf II

Ab Januar 1984 wurde der Golf GTI der zweiten Generation angeboten, mit der auch erstmals eine größere Auswahl an Motoren einherging. Zur Auswahl stand zunächst nur eine Weiterentwicklung des aus dem alten Modell bekannten 112 PS starken Motors mit 8 Ventilen und ab Juni 1985 zusätzlich der GTI mit 16 Ventilen (16V) und 139 PS Leistung. Im Februar 1986 wurde der 16V mit Katalysator und 129 PS vorgestellt; die schwächere Version mit ursprünglich 112 PS kam im Januar 1987 mit nun 107 PS auf den Markt. Ab 1990 gab es die Topmotorisierung, bereits bekannt aus dem Rallye Golf, regulär zu bestellen, den GTI G60 mit dem mechanischen Spiral-G-Lader und 160 PS. Überflieger blieb der von der VW-Motorsport-Abteilung 1989 gebaute Limited, der Vierventilertechnik mit der Aufladung des G-Laders verband und so 210 PS leistete.

Der GTI war ab 1988 auch als Sondermodell Special bestellbar. 1989 gab es das Sondermodell Edition One, welches mit reichhaltiger Ausstattung und leichten optischen Änderungen ausgeliefert wurde, dazu gesellte sich 1991 zum Abschluss der Baureihe das Sondermodell Edition Blue.

Die GTI-spezifische Optik, wie z.B. andere Frontlippe am Stoßfänger, Dachkantenspoiler, Zierfolien & -streifen etc., wurde mit den großen Facelifts zum MJ 1988 bzw 1990 des Golf II beibehalten. In den USA wurde ab MJ 1990 der 2.0l-16V aus dem Passat im GTI verbaut, da dieser auch mit Normalbenzin betrieben werden kann, um der schlechteren Benzinqualität dort Rechnung zu tragen.

Die Varianten Rallye Golf und Limited sind keine GTIs im eigentlichen Sinne (sie tragen das Kürzel auch nicht im Namen), ähnlich wie der VR6 beim Golf III.

  • Golf GTI: 1.8l 8V 79 kW / 107 PS (mit Katalysator MKB PF)
  • Golf GTI: 1.8l 8V 79 kW / 107 PS (mit Katalysator MKB RD)
  • Golf GTI: 1.8l 8V 82 kW / 112 PS (ohne Katalysator MKB EV)
  • Golf GTI: 1.8l 8V 82 kW / 112 PS (ohne Katalysator MKB PB)
  • Golf GTI 16V: 1.8l 16V 95 kW / 129 (mit Katalysator MKB PL)
  • Golf GTI 16V: 1.8l 16V 102 kW / 139 PS (ohne Katalysator MKB KR)
  • Golf GTI 16V: 2.0l 16V 100 kW / 136 PS (mit Katalysator MKB 9A, nur USA)
  • Golf GTI G60: 1.8l 118 kW / 160 PS (mit Katalysator und mechanisch angetriebenem G-Lader MKB PG)
  • Rallye Golf: 1.8l 118 kW / 160 PS (mit US-(Bi)Katalysator, mechanisch angetriebenem G-Lader und zuschaltendem Allrad-Antrieb Syncro MKB 1H), limitiert auf 5.000 Stück
  • Golf Limited: 1.8l 16V G60 154 kW /209 PS (mit Katalysator, mechanisch angetriebenem G-Lader und zuschaltendem Allrad-Antrieb Syncro MKB 3G), limitiert auf 71 Stück, Preis 1989: 68.500 DM

Sondermodelle

Die Sondermodelle des Golf II:

  • 1985: Match
  • 1986: Hit; Fun; Flair; Pikes Peak (Rallyefahrzeug, bis 1987)
  • 1987: Bistro; Memphis; Sky; GT/GTI/GTD Special (bis 1991); Berlin Golf; Brigitte
  • 1988: Tour; Manhattan; Champion; 10 Millionen
  • 1989: Öko Golf (Erprobungsfahrzeug, bis 1992); Atlanta; Boston; City Stromer; GTI Edition One (bis 1991); Limited (VW Motorsport, 71 Stk.); Rallye
  • 1990: Black Line - Red Line; Country; Country Allround; Country Chrompaket; Country GTI (nur werksintern); Fire and Ice-Edition (bis 1991); Madison; Moda; Quadriga
  • 1991: Pasadena; Function; GTI Edition Blue; Barcelona; Dynamite (Kamei)

Sondermodelle: Logos


Basis ist bei allen Sondermodellen der CL, mit Ausnahme derer, die auf dem GT/GTI basieren (Special, Edition One & Blue, sowie die GTI/GTD-Varianten des Fire & Ice).

Country

VW Golf Country
VW Golf Country

Volkswagen hat diese Version als Studie vorgestellt, zunächst ohne ernsthaft an einen Bau zu denken. Danach liefen bei den Händlern sofort Bestellungen auf, obwohl das Auto gar nicht in Serie gehen sollte. Deswegen hatte man sich bei VW entschieden, eine Serie dieses Wagens zu bauen.

Der 1990 eingeführte und bis Dezember 1991 produzierte Golf Country ist eine Ausstattungsvariante des Golf CL syncro mit vier Türen. Die Serienfertigung bei Steyr-Daimler-Puch (jetzt Magna Steyr) in Graz, (Österreich) begann im April 1990. Hierzu wurde jeweils ein komplett vormontierter Golf CL syncro mit einem 98-PS-Motor nach Graz geliefert und dort zum Golf II Country umgerüstet. Im Einzelnen wurde die Karosserie mittels Leiterrahmen höhergesetzt (Höhengewinn 18 cm), vorne ein Schutzrohrrahmen („Rammbügel") mit integriertem Triebwerkunterschutz montiert und am Heck links und rechts des abklappbaren Reserveradhalters zwei Schutzrohrrahmen in den Stoßfänger eingesetzt. Um den Antriebsstrang möglichst wenig zu ändern, wurde der Motor nach unten versetzt. Daraus resultierte eine im Vergleich zum normalen Golf (Syncro) kaum erhöhte Bodenfreiheit, die die Geländeeigenschaften, die ohnehin mangels Differentialsperren nie gut waren, zusätzlich einschränkte. Wie der Golf Syncro besitzt der Golf Country einen deutlich kleineren Kofferraum (der Kofferraumboden befindet sich etwa auf Höhe der Stoßfänger-Oberkante, während er bei frontgetriebenen Modellen etwa auf Höhe der Stoßfänger-Unterkante sitzt). Dies war bei den Syncro-Modellen nötig, um an der Hinterachse das Differentialgetriebe unterzubringen.

Ab Juli 1990 kam die zweite Variante, der Golf II Country Allround hinzu. Diese Variante hatte eine auf Funktionalität und weniger auf Komfort zugeschnittene Ausstattung (z. B. Kunstleder innen, Standard-Felgen in Wagenfarbe). Erhältlich war diese Variante nur in der Farbe „waldgrün“. Gebaut wurden von dieser Variante nur 160 Fahrzeuge [3].

Ab Anfang 1991 wurde seitens VW dann noch eine dritte Ausstattungs-Variante auf den Markt gebracht – die Chrom-Edition. Deren Ausstattung mit cremefarbener Echtlederausstattung, elektrischem Faltschiebedach und verchromten Anbauteilen verursachte einen enormen Preisschub – diese Luxus-Variante kostete damals 52.200 DM und war nur in schwarz lieferbar. Gebaut wurden von dieser Sonderedition nur 558 Stück.

Es gab auch noch einige Sonderversionen und Sonderumbauten wie z. B. den Golf II Country GTI mit 107 PS, der in einer Auflage von 50 Stück exklusiv für VW-Mitarbeiter gebaut wurde (Wolfsburg-Edition), oder Sonderumbauten auf andere Otto- und Dieselmotoren.

Zweifelsohne ist der Golf II Country – was die Verkaufserfolge angeht – ein Flop in der VW-Firmengeschichte. Der damalige Marketingleiter Berthold Krüger ging im Jahre 1989, ein Jahr vor Produkteinführung, von jährlich 5.000 auszuliefernden Einheiten in ganz Europa aus. Also sollten von Mai 1990 bis zur Produktionseinstellung der Golf-2-Reihe rund 15.000 Fahrzeuge verkauft werden – erreicht wurde mit exakt 7.735 Einheiten nur ca. die Hälfte.

Dennoch muss der Golf II Country als Vorreiter des heutigen Trends der Sport Utility Vehicle gesehen werden, vor allem was die Kombination aus martialischem Aussehen, eher geringem Nutzwert und daraus entstehendem hohem Kraftstoffverbrauch anbetrifft. Schon im Jahre 1989 urteilte das Geländewagen-Magazin OFF ROAD, dass sich dieser Wagen „exakt in die Lücke einfügt, die sich dann auftut, wenn man Geländewagen nach herkömmlicher Interpretation und straßengebundene Allrad-Personenwagen etwas weiter auseinanderrückt." (Quelle: OFF ROAD, Ausgabe September 1989, S. 21). Betrachtet man die seit Mitte der 1990er Jahre unaufhaltsam rollende SUV-Welle, so darf nur bedingt behauptet werden, dass der Golf II Country ein Trendsetter war, denn AMC brachte bereits im Jahr 1980 mit dem AMC Eagle ein Fahrzeug auf den Markt, welches dem Konzept des Golf II Country stark ähnelte. Dieses Fahrzeug war neben Limousine und Kombi auch als Coupé und Shooting Brake erhältlich. Toyota kopierte mit dem RAV 4 dieses Konzept in ähnlicher Form nur kurze Zeit später und erreichte damit auf dem Softroader-Markt großen Erfolg.

Function

Kurz vor Einführung des Golf III brachte Volkswagen dieses Sondermodell heraus. Produktionsort war Wolfsburg und Mosel/Zwickau. Dort wurde er von 1991 bis 1992 gebaut, am Ende parallel zum Golf III. Käufer erwarteten aus diesem neuen Werk im "Osten" besonders gute Qualität. Äußerlich ist der Golf II Function gut zu erkennen an dem silber-bunten "Function"-Schriftzug an der C-Säule, der verbreiterten Radläufen und dem fehlenden C oder CL Schriftzug am Heck. Lieferbar war er in 6 Farben (Tornadorot, Maritimblau, Alpinweiß, Caprigrün, Royalblau und Perlgrau) und mit 4 verschiedenen Benzinmotoren (55 PS bis 90 PS) sowie 4 Dieselmotoren (54 PS bis 80 PS). Kombiniert werden konnten diese mit 4- oder 5-Gang- oder einer Automatikschaltung. Zur weiteren Serienausstattung gehörten grüne Wärmeschutzverglasung, höheneinstellbarer Fahrersitz, von innen einstellbare Rückspiegel und Luftausströmer für den hinteren Fußraum. Hergestellt wurde dieses Modell als 3- und 5-Türer. Der Preis lag für einen 3-Türer mit Serienausstattung zwischen 17.611,13 DM (55 PS 4-Gang-Benziner) und 21.314,35 DM (80PS 5-Gang-Diesel). Noch heute fahren einige Golf II Function im Straßenverkehr.

Edition Blue

Ist ein limitiertes Sondermodell welches anlässlich des Produktionsendes des VW Golf 1G 1991 aufgelegt wurde. 2100 Stück wurden zum Verkauf in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausschließlich in Wolfsburg produziert. 1749 Stück davon waren für den deutschen Markt bestimmt.

Ausstattungsmerkmale des Edition Blue:

  • ausschließlich 2-Türer
  • Lackierung LC5M (moonlightblue-perleffekt)
  • Motor: 1,8l 79 kW MKB:PF für Deutschland; 1,8l 118 kW MKB:PG (G60) für Österreich und Schweiz
  • 3 "Edition Blue" Embleme anstelle der GTI Embleme an den Seitenleisten und am Heck
  • G60 Verbreiterungen rundum
  • BBS RM, 2-teilig, 6,5Jx15 ET33
  • Stahlschiebedach mit manueller Betätigung
  • Blinkleuchten seitlich
  • Schlussleuchten partiell abgedunkelt
  • Außenspiegel elektrisch und beheizbar in Wagenfarbe lackiert (rechts Konvex, links asphärisch-Weitwinkel)
  • Innenausstattung ausschließlich in Leder mauritiusblau mit Sitzheizung vorn
  • Teppich in Tuftingvelours mauritiusblau
  • 3-Speichen-Sportlenkrad 360 mm Leder schwarz
  • Schalthebelknauf Leder schwarz
  • Handbremsgriff Leder schwarz

In Österreich konnte der Edition Blue auch als G60 geordert werden. Diese Modelle hatten dann serienmäßig auch eine Klimaanlage und ABS. In der Schweiz konnte der Edition Blue ausschließlich als G60 geordert werden. Zudem war er wie ein normales Golf-Modell mit Zusatzausstattungen konfigurierbar. ABS war (wie bei allen G60 in der Schweiz) nicht serienmäßig, sondern nur gegen Aufpreis erhältlich.

Für dieses Sondermodell konnten keine zusätzlichen Sonderausstattungen geordert werden.

Fire and Ice-Edition

Das VW Golf 2 Sondermodell Fire and Ice (deutsch: "Feuer und Eis") ist eines der begehrtesten Golf-II-Modelle, die gebaut wurden. Das Modelljahr des Fire and Ice ist das Jahr 1990-1991.

Sein Ursprung findet der Fire and Ice in dem fast gleichnamigen Film „Fire, Ice & Dynamite“, welcher unter der Regie von Willy Bogner Junior entstand und in dem unter anderem Roger Moore und Simon Shepherd als Schauspieler mitwirkten.

Motorisierungen

Es gibt ihn in folgenden Varianten mit entsprechender Motorisierung:

Bezeichnung Motor-
Kenn-
buchstabe
Hubraum Leistung
Fire and Ice RP 1,8 l 66 kW
Fire and Ice Automatic RP 1,8 l 66 kW
Fire and Ice GTI PF 1,8 l 79 kW
Fire and Ice GTI 16V PL 1,8 l 95 kW
Fire and Ice GTI G60 PG 1,8 l 118 kW
Fire and Ice GTD LLK (Turbo-Diesel) SB 1,6 l 59 kW

Stückzahlen

Entgegen der gegenwärtigen Meinung, dass von dem VW Golf 2 Fire and Ice 7.000 Stück gebaut wurden, konnte nun die VW Golf 2 Fire and Ice Interessensgemeinschaft "Fire and Ice IG" für dieses Sondermodell eine Gesamtzahl von rund 16.700 produzierten Fahrzeugen ermitteln.


Der Fire and Ice unterscheidet sich in einigen Punkten (auf die Optik bezogen) von allen anderen Golf-II-Modellen. Diese optischen Merkmale lassen sich in zwei Teilbereiche gliedern.

Besonderheiten Exterieur
Logo Fire and Ice C-Säule

Als erstes zu erwähnen wäre da die Sonderwagenlackierung „Dark Violet perleffect“ mit dem Farb-Code LC4V. Weitere besondere Merkmale sind die dicken Kunststoff-Seitenschweller und dünnen Tür-Schutzleisten, welche normalerweise nur an den Golf-2-GTI-Edition-Versionen und am Golf II GTI G60 zu finden sind. Beim Fire and Ice sind diese Komponenten allerdings bei allen Motorvarianten zu finden. Von der 90-PS-Variante über G60 bis hin zum GTD. Das Vorhandensein von Kunststoffkotflügelverbreiterungen versteht sich dann von selbst.

Weitere Merkmale am Fire and Ice außen sind die beiden großen Fire-and-Ice-Aufkleber auf den C-Säulen, die beiden Fire-and-Ice-Sidemarker-Kotflügelembleme an Stelle von Blinkern im Kotflügel, ein Fire-and-Ice-Emblem am Heck, links neben dem „Golf“-Schriftzug, welcher beim Fire and Ice in Pink das Heck dominiert. Die Stoßfänger und die Seitenspiegel sind partiell in Wagenfarbe lackiert. Die Heckklappengriffleiste ist durch eine Lackierung in Wagenfarbe veredelt.

Besonderheiten Interieur

Die Sportsitze vorne (Fahrer- und Beifahrersitz) sind zur einen Hälfte violett und zur anderen blau. Die Sitzwangen, welche den Sitzenden bei Kurvenfahrten im Sitz stabilisieren, sind schwarz. Die Spannteile auf der Rückseite der Sportsitze sind aus violett-pinkem, geriffeltem gummiartigem Bezugsmaterial. Die Kopfstützen der Vordersitzlehnen sind wie die Sitze zur einen Hälfte violett und zur anderen blau und seitlich aus dem gleichen Material wie die Rückseite der vorderen Sitze. Das Fire-and-Ice-Logo ist als rosafarbenes Stickemblem in den Vordersitzlehnen zu finden.

Die Rücksitzbank ist bis auf den violetten, geriffelten Kunststoffbezug auf der Rückseite in gleicher Konfektionierung wie die Vordersitze.

Die Tür- und Seitenverkleidungen, ob Zwei- oder Viertürer, sind ebenfalls violett-blau und haben eine schwarze Kunstlederfensterbrüstung.

Dachhimmel und Bodenteppich sind komplett schwarz. Der Bodenteppich ist aus weichem Feinnadelverlours.

Auf der Blende des Aschenbechers ist noch einmal das Fire-and-Ice-Emblem angebracht.

Sondermodell 10 Millionen Golf

Zum Jubiläum des zehnmillionsten verkauften Golf brachte VW 1988 das Sondermodell 10 Millionen heraus. Dieses Modell gab es mit verschiedenen Benzinmotoren zwischen 55 PS und 90 PS (1,8 l 66 kW auch als Einspritzer, jedoch nie als GTI) sowie als Turbodiesel mit 51 kW (70 PS), wahlweise als 3- oder 5-Türer.

Zu erkennen sind diese Modelle an der Sonderlackierung Starblue metallic (LD5T), an lackierten Außenspiegeln mit asphärischem (links) bzw. konvexem (rechts) Glas, blauer Wärmeschutzverglasung (einziger Golf II mit blau getönter Verglasung), Seitenblinkern, halb abgedunkelten Heckleuchten, blauem Streifen in den Stoßfängern, den speziellen 14´´ Alufelgen mit blauen Tropfen (VW-LM-Rad Silverstone) und drei Aufklebern unterhalb des Golf-Schriftzugs auf dem Heckblech sowie oberhalb der Seitenblinker. Außerdem hatte der 10 Millionen Golf immer die schwarzen Kunststoff-Radlaufverbreiterungen. Im Inneren unterscheidet er sich von den Serienmodellen durch blauen Velours-Teppich, Sportsitze mit Höhenverstellung am Fahrersitz in speziellem blau gestreiften Velours, blaue Hutablage, zu den Sitzen passende blau gestreifte Tür- und Seitenverkleidungen und beleuchtetem Makeup-Spiegel. Die besondere Lackierung war für kein anderes Golf II Modell zu haben, ebenso die Innenausstattung und die Felgen mit blauen Tropfen.

Die Doppelscheinwerfer, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, gehörten nicht zur Originalausstattung des 10 Millionen Golf, sondern sind ein mit Aufpreis erhältliches Zubehör.



Konkurrenzprodukte

Konkurrenten des VW Golf II in Deutschland waren und sind u. a.

Einzelnachweise

  1. www.auto-motor-und-sport.de
  2. Golf-Preisliste Modelljahr 1991 (13. August 1990)
  3. Oldtimer-Magazin, Ausgabe April 1993

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