Aliger

Margarita Iossifowna Aliger (russisch Маргарита Иосифовна Алигер; * 7. Oktober 1915 in Odessa; † 1. August 1992 in Mitschurinez, Oblast Moskau) war eine russische Lyrikerin. Sie war auch als Journalistin und Übersetzerin tätig.

Leben und Werk

Ihrer Eltern waren Büroangestellte. Sie nahm zunächst ein Studium der Chemie auf. Bereits als Jugendliche arbeitete sie in einer Chemiefabrik. Neben der Interesse an Chemie und an den Naturwissenschaften im Allgemeinen, zeigten sich auch sehr früh Talent und Interesse an der Dichtung. Bereits 1933 erschienen ihre ersten Verse in der Zeitschrift Ogonjok. Nach der Beendigung des Chemiestudiums studierte sie anschließen von 1934 bis 1937 an der Gorkij-Universität in Moskau am Institut für Literatur. Der Hauptgedanke ihrer Lyrik galt dem Heroismus der Sowjetmenschen während der Industrialisierung.

Schon während ihres Studiums der Literatur unternahm sie mehrere Reisen durch die Sowjetunion und arbeite an Nachdichtungen.

1938 gab sie ihren ersten Lyrikband "God roždenija" (Geburtsjahr) heraus, in dem der jugendliche Optimismus des Aufbauwerkes im Lande zum Ausdruck brachte. Das Poem "Zima ėtogo goda", das 1938 ebenfalls veröffentlicht wurde, zeigt ein besonders tragisches Schicksal von Margarita I. Aliger, nämlich den Tod ihres ersten Kindes.

Während des 2. Weltkrieges entschied sie sich, durch den Tod ihres Mannes vorangetrieben, in dem belagerten Leningrad wie auch an anderen Frontabschnitten zu leben.

Der Höhepunkt ihres kreativen Schaffens war das Gedicht "Zoja" (dt. Auszug) von 1942, deren Heldin, eine junges russisches Mädchen den heldenhaften Tod erleidet, Soja Anatoljewna Kosmodemjanskaja heißt. Dieses Werk gehört zu den beliebtesten Poemen während der Sowjetzeit.

Das Drama "Skazka o pravde" (Das Märchen von der Wahrheit) von 1945 war ebenfalls den Partisanen gewidmet.

Die in den Jahren 1940- 1950 veröffentlichte Lyrik Margarita Iossifowna Aligers war geprägt von Optimismus, wie es zum Beispiel das Poem "Leninskie gory" (Leninberge), von 1953 widerspiegelt. In ihren Gedichten versuchte sie nicht nur die Situation ihres Heimatlandes zu analysieren, sondern auch den besonderen Optimismus zu zeigen, wie er auch in dem Poem "Tvoja pobeda" (Dein Sieg) von 1944- 1945)wiederzufinden ist. Neben Dramen und Gedichten schreib Margarita Iosifovna Aliger auch zahlreiche Aufsätze und Artikel über die russische Literatur. Ihre Reisen spiegelten sich in lyrischen und reportagehaften Berichten wider. Besonderer Aufmerksamkeit sollte dabei "Japonskie zametki" (Japanische Notizen), und "Čilijskoe leto" (Sommer in Chile) von 1965 geschenkt werden.

Margarita Iossifowna Aliger trat neben der schriftstellerischen Tätigkeit auch als Übersetzerin ukrainischer, aserbaidschanischer, usbekischer französischer u. a. Lyrik hervor.

Literatur

  • Nadeshda Ludwig (Hrsg): Handbuch der Sowjetliteratur (1917-1972) VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1975

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