Alissa Rosenbaum
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Ayn Rand (eigentlich Alissa Sinowjewna Rosenbaum, russisch Алиса Зиновьевна Розенбаум, wiss. Transliteration Alisa Zinov'evna Rozenbaum; * 20. Januarjul./ 2. Februar 1905greg. in Sankt Petersburg, Russland; † 6. März 1982 in New York City) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Philosophin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend in Russland

Ayn Rand wurde am 2. Februar 1905 als von deutschen Juden abstammende Alissa Rosenbaum im russischen Sankt Petersburg geboren. Mit neun Jahren beschloss sie, Schriftstellerin zu werden. Im Jahr 1917 erlebte sie sowohl die Februarrevolution als auch die Oktoberrevolution mit. Die Besitztümer ihrer Familie wurden enteignet (ihr Vater war Apotheker), als Konsequenz verarmte die Familie. Bald darauf zog die Familie in die Ukraine und kurze Zeit später auf die Krim, wo die Sechzehnjährige 1921 ihren Schulabschluss machte. Im selben Jahr ging die Familie zurück nach Petrograd, und Rand schrieb sich in die Staatliche Universität ein, wo sie Philosophie und Geschichte studierte. 1924 ging sie nach erfolgreichem Abschluss des Studiums an das Staatliche Institut der Filmkünste, um das Drehbuchschreiben zu erlernen. Rand erhielt gegen Ende 1925 die Erlaubnis, für einen befristeten Besuch ihrer Verwandten in den USA aus der Sowjetunion auszureisen. Am 17. Januar 1926 verließ sie Leningrad und blieb in den USA.

Die USA

Am 19. Februar 1926 erreichte Rand Manhattan. Bis zum August desselben Jahres hielt sie sich bei Verwandten in Chicago auf; in dieser Zeit verlängerte sie auch ihr Visum. Dann brach sie mit dem Ziel, als Drehbuchautorin zu arbeiten, nach Hollywood auf. Kurz nach ihrer Ankunft lernte sie den Filmregisseur Cecil B. DeMille kennen, der sie zum Drehort des Films King of Kings einlud; hier traf Rand auch ihren späteren Ehemann, Frank O’Connor. DeMille stellte Rand für den Film als Statistin und später als Lektorin ein. Ein paar Jahre verbrachte Rand nun mit Gelegenheitsarbeiten; 1931 wurde sie Staatsbürgerin der USA. Ihr erstes Drehbuch (Red Pawn) verkaufte Rand 1932 an Universal Pictures. Rands erstes Theaterstück, Woman on Trial, wurde 1934 in Hollywood uraufgeführt.

1936 wurde Ayn Rands Roman We the Living (deutsch: Vom Leben unbesiegt) veröffentlicht; in diesem auf ihren Jugenderfahrungen in Russland basierenden Werk beschreibt Ayn Rand das Übel kollektivistischer Systeme aus der Sicht darin existierender Individuen. In den Dreißigerjahren, die in den USA manchmal als Red Decade bezeichnet werden, empfanden zahlreiche amerikanische Intellektuelle, darunter John Steinbeck, starke Sympathien für die politische Linke. Wegen Rands scharfer Kritik an Sowjetrussland und dem Kommunismus lehnten deshalb viele Verleger das Buch ab, und auch bei Kritikern und Intellektuellen fand das Buch keine positive Aufnahme.

Ähnliches geschah bei Rands zweitem Roman, The Fountainhead (deutsch: Der Ursprung bzw. Der ewige Quell). Zwölf Verleger lehnten den Roman ab, bis er von der Bobbs-Merrill Company 1943 herausgegeben wurde. In dem Buch stilisiert Rand ihr moralisches Menschenideal, verkörpert durch den Protagonisten Howard Roark. The Fountainhead wurde zwei Jahre nach der Veröffentlichung ein Bestseller. Eine Verfilmung des Titels unter der Regie von King Vidor verzögerte sich wegen des Zweiten Weltkrieges bis 1949. Zu diesem Film verfasste Rand auch das Drehbuch.

Die Erzählung Anthem (deutsch: Hymne bzw. Die Hymne des Menschen), die zur gleichen Zeit wie The Fountainhead entstand, hat eine thematische Verwandtschaft mit Jewgenij Samjatins Wir und George Orwells 1984: Der Einzelne erlebt die Unterdrückung durch eine allmächtige Regierung. Equality 7-2521, der Protagonist, lehnt sich in der Erzählung gegen den Staat auf und entdeckt in einem qualvollen Kampf die eigene Individualität sowie die vergessene Geschichte der Menschheit neu.

Atlas shrugged (deutsch: Atlas wirft die Welt ab bzw. Wer ist John Galt?), 1957 herausgegeben, ist Ayn Rands letzter Roman und ihr Hauptwerk. Er handelt von der Rolle und den Auswirkungen philosophischer Prinzipien in einer Gesellschaft. Atlas Shrugged wurde zum Bestseller und verkauft sich wie alle anderen Bücher Ayn Rands auch heute noch in großen Stückzahlen.

In Atlas Shrugged fasst Rand auch ihre eigene Philosophie, den Objektivismus, literarisch zusammen. Der Objektivismus geht von einer objektiven (im Sinne von „vom Bewusstsein unabhängigen“) Realität aus, die der Verstand mit den „richtigen“ Methoden (Beobachtung, Formen von Begriffen, Logik, etc.) zu erkennen in der Lage sei. In der Ethik ist die Haupttugend die Rationalität, das heißt der unablässige Gebrauch des Verstandes, zum Anstreben des „höchsten Wertes“, des menschlichen Lebens. Der Selbstwert des Lebens hat im Objektivismus die Schlüsselrolle, den Schluss von metaphysisch Gegebenem (der Natur des Menschen als selbst erhaltendes Wesen) auf objektive Werte und Tugenden zu ermöglichen. Von Wert ist demnach, was das Leben des einzelnen Menschen fördert. In diesem Zusammenhang vertritt der Objektivismus einen „rationalen“ Egoismus, was so viel bedeutet wie vernünftiges, produktives Handeln zum eigenen Nutzen und unter Wahrung der negativen Schutzrechte anderer Individuen (im Wesentlichen das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum im Sinne einer Abwehr von physischer, nicht „struktureller“ Gewalt). Diese Rechte werden als Voraussetzung eines lebensförderlichen gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen betrachtet. Die einzige Aufgabe eines Staates sei es, diese Rechte durch Gefahrenabwehr zu schützen, das heißt jegliche Erstanwendung von Gewalt gegen einen Bürger des Staates zu unterbinden beziehungsweise bestrafen. Positive Schutzrechte im Sinne von aktiver Hilfe zum Überleben lehnt sie dagegen weitestgehend ab. In der Politik befürwortete Ayn Rand daher den Laissez-faire-Kapitalismus.

Ayn Rands Grab auf dem Kensico Cemetery

In der Folgezeit konzentrierte sich Rand auf die Ausarbeitung ihrer objektivistischen Philosophie und deren Anwendung auf aktuelle gesellschaftliche Ereignisse. Dies geschah hauptsächlich durch das Schreiben von Artikeln, die Herausgabe verschiedener Zeitschriften und durch öffentliche Auftritte. Es entstanden unter anderem diverse philosophischen und kulturellen Themen gewidmete Anthologien (siehe Werke).

Ayn Rand starb am 6. März 1982 in New York.

Rands Objektivismus

Ayn Rands Philosophie des Objektivismus setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:

MetaphysikObjektivität
Was existiert, existiert.
ErkenntnistheorieVernunft
Vernunft ist die einzige Methode des Menschen, Wissen über die Welt zu erlangen.
Ethik – rationales Eigeninteresse
Jeder Mensch hat das Recht darauf, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu leben.
Politik – Laissez-faire-Kapitalismus
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Menschen basieren auf beidseitiger Freiwilligkeit. Der Staat besitzt das Gewaltmonopol und setzt es nur ein, um Kriminalität zu bekämpfen.
ÄsthetikRomantizismus
Kunst stellt die Welt dar, wie sie sein könnte und sein sollte.

Heute wird in den USA Ayn Rands Objektivismus vor allem vom Ayn Rand Institute (ARI) vertreten, das nach ihrem Tod gegründet wurde. Daneben existiert allerdings auch das Objectivist Center (TOC), das sich vom "dogmatischen" ARI abgrenzt und den Objektivismus als "offenes System" versteht.

Deutliche Meinungsunterschiede gibt es in der Einschätzung der libertären Bewegung in den USA zwischen dem Objectivist Center (mittlerweile umbenannt in "The Atlas Society") und dem Ayn Rand Institute (ARI). Während das ARI die "libertarians" entweder ignoriert oder negativ bewertet, sieht das Objectivist Center die libertäre Bewegung als eine im Allgemeinen positive Kraft an. In einem Aufsatz für die TOC-Zeitschrift "Navigator" stellt David Kelley, der Gründer des Objectivist Center fest, dass der Libertarismus die objektivistische Position in der Politik sei. Dabei schließt er allerdings den Anarchismus aus.[1] Objektivisten lehnen die markt-anarchistische Vorstellung ab, dass durch konkurrierende Gerichtshöfe und profitorientierte Polizeiagenturen ein "nicht-monopolistisches" Rechtssystem etabliert werden könnte. Kelley sieht in der Freiheit eine "Vorbedingung des Marktes", die nicht aus dem Markt selbst erwachsen könne. Anarchismus würde zum Bürgerkrieg führen. Ayn Rand hielt einen Minimalstaat für notwendig.

Wirkungsgeschichte

Anhänger der libertären Bewegung gaben an, in ihrer Jugend maßgeblich von Rands Büchern beeinflusst worden zu sein. Einer der Schüler Rands, der US-amerikanische Ökonom und spätere Präsident der US-amerikanischen Notenbank (FED) Alan Greenspan, von Rand »the undertaker« genannt, soll erst durch die Schriftstellerin veranlasst worden sein, die angestrebte musikalische Laufbahn zugunsten einer wirtschaftswissenschaftlichen aufzugeben. Greenspan meinte, Rand habe ihm »die Augen dafür geöffnet, dass der Kapitalismus nicht nur effizient und praktisch, sondern auch das einzige mit der politischen Freiheit des Individuums vereinbare System ist«.

Kritik

siehe Hauptartikel: Objektivismus

Sonstiges

In der Folge Rauf auf´s Huhn! der US-Serie South Park findet Ayn Rand Erwähnung: Nachdem der legasthenische Dorfpolizist Barbrady unter großen Mühen das Lesen erlernt hat, kommt er nach der Lektüre von Atlas Shrugged zu dem Urteil: "Lesen ist total scheiße!" Daraufhin schwört er dem Lesen wieder ab.

In einer Folge der Serie Futurama besteht die Bibliothek von in den Abwasserkanälen hausenden Mutanten ausschließlich aus den Büchern die über eben diese hinuntergespült werden: Pornomagazine und Bücher von Ayn Rand.

In der Folge Bühne frei für Marge der US-Serie Die Simpsons taucht eine Kindertagesstätte namens "Ayn Rand School for Tots" auf, dessen herrische Leiterin eine Parodie auf Ayn Rand darstellen soll.

In dem Buch G.A.S. Die Trilogie der Stadtwerke (Matt Ruff) taucht Ayn Rand in Form einer künstlichen Intelligenz auf, die eine Protagonistin die Macht des rationalen Denkens lehren soll.

Das Videospiel BioShock zitiert Ideen und Charaktere aus der Gedankenwelt von Ayn Rand und insbesondere dem Roman Atlas Shrugged.[2]

Werke

  • Night of January 16th (1934)
  • We The Living (1936) – deutsch: Vom Leben unbesiegt
  • Anthem (1938) – deutsch: Die Hymne des Menschen bzw. Hymne (1956), ISBN 3-932564-62-6
  • The Fountainhead (1943) – deutsch: Der Ursprung, ISBN 3-932564-36-7, bzw. Der ewige Quell
  • Atlas Shrugged (1957) – deutsch: Wer ist John Galt?, ISBN 3932564030, bzw. Atlas wirft die Welt ab
  • For the New Intellectual (1961)
  • The Virtue of Selfishness (mit Nathaniel Branden) (1964)
  • Capitalism: The Unknown Ideal (mit Nathaniel Branden, Alan Greenspan und Robert Hessen) (1966)
  • Introduction to Objectivist Epistemology (1967)
  • The Romantic Manifesto (1969)
  • The New Left: The Anti-Industrial Revolution (1971)
  • Philosophy: Who Needs It (1982)

Literatur

deutsch:

  • David Schah: Ayn Rand: Ihr Leben Lichtschlag, Grevenbroich 2008, ISBN 3939562157

englisch:

  • Nathaniel Branden: My Years with Ayn Rand. Jossey-Bass, San Francisco 1999, ISBN 0-7879-4513-7
  • Jeff Britting: Ayn Rand. Overlook Press, Woodstock (NY) 2004, ISBN 1-58567-406-0
  • Catherine Daligga: Ayn Rand (1905-1982). In: Paula E. Hyman & Deborah Dash Moore: Jewish Women in America. An Historical Encyclopedia. Routledge, New York 1997, ISBN 0415919363
  • Allan Gotthelf: On Ayn Rand. Wadsworth, Belmont (CA) 2000., ISBN 0-534-57625-7
  • Tibor R. Machan: Ayn Rand. Lang, New York 1991, ISBN 0-8204-4144-9
  • Ronald E. Merrill: The Ideas of Ayn Rand. Open Court, LaSalle (Ill) 1991, ISBN 0-8126-9158-X
  • Leonard Peikoff: Objectivism. The Philosophy of Ayn Rand. Penguin Books, New York 1993, ISBN 0-452-01101-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.objectivistcenter.org/showcontent.aspx?ct=591&h=54
  2. Wired Magazin: "BioShock Owes More to Ayn Rand Than Doom", abgerufen 20. Mai 2008


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