Hamburg-Sankt Pauli
Lage des Stadtteils

St. Pauli

Lage des Bezirks

Hamburg-Mitte

Basisdaten
Bundesland: Hamburg
Bezirk: Hamburg-Mitte
Fläche: 2,6 km²
Einwohner: 27.612 (2006)
Bevölkerungsdichte: 10.731 Einwohner je km²
Vorwahl: 040
Geographische Lage: 53° 33′ 25″ n. Br.
9° 57′ 50" ö. L.
Kfz-Kennzeichen: HH
Vielfach wird „St. Pauli“ als Synonym für den Kiez an der Reeperbahn genutzt

St. Pauli ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Der Stadtteil schließt sich westlich an die Neustadt an und reicht entlang der Elbe bis zum historischen Zentrum von Altona (heutiger Stadtteil Altona-Altstadt). Im Norden grenzt das zu St. Pauli gehörende Karolinenviertel an die Stadtteile Sternschanze sowie Rotherbaum. Bis 1938 lag die Stadtgrenze zu Altona weiter östlich. So gehörten die Straßen Schulterblatt, Beim Grünen Jäger und Kleine bzw. Große Freiheit zu Altona (die letztgenannten Namen bezeichneten die in Altona bestehenden Religions- und Gewerbefreiheiten). Heute verläuft die Westgrenze von St. Pauli (Bezirk Hamburg-Mitte) zu Altona (Bezirk Altona) längs Pepermölenbek, Kleiner Freiheit und Bernstorffstraße. Dafür gehört der ehedem teilweise sanktpaulianische Bereich um Lange Straße/Hein-Köllisch-Platz/Pinnasberg nebst dem neu angelegten Antonipark heutzutage zu Altona.

Geschichte

Der „Hamburger Berg“

Die früheste Besiedlung im Bereich des heutigen Stadtteils St. Pauli bildete ein Zisterzienserinnen-Kloster, das um 1247 in der Nähe des heutigen Fischmarkts an der Mündung des Baches Pepermölenbek in die Elbe gegründet wurde. Es bestand an dieser Stelle bis 1293, wurde dann jedoch ins ruhigere Alstertal verlegt. In diese Jahrzehnte fällt auch die Einbeziehung des Gebietes westlich der Hamburger Kernstadt bis zum Pepermölenbek in das städtische Weichbild. Das Wohnen war dort jedoch, laut einem Verbot des Hamburger Rates aus dem Jahre 1306, nicht gestattet. Trotzdem bildete sich allmählich eine Besiedlung, zu der ab etwa 1550 auch vereinzelte Landhäuser Hamburger Bürger gehörten.

Nach Ausbruch einer Pestepidemie im Jahre 1604 wurde in den Jahren 1605 bis 1607 der sog. „Pesthof“ im Bereich der heutigen Annenstraße errichtet. Er bestand bis zur Zerstörung der Vorstadt Hamburger Berg durch die napoleonischen Besatzungstruppen im Winter 1813/14. Die letzten baulichen Überreste sollen jedoch als Kellergewölbe einiger Häuser an der Ecke Annen- und Clemens-Schultz-Straße noch erhalten sein.

Der Hamburger Berg

Der „Pesthof“, dessen Name 1797 – wohl im Zuge des Vordringens aufklärerischen Gedankenguts nach Hamburg – in „Krankenhof“ geändert wurde, war ein Krankenhaus für an epidemischen oder auch psychischen Krankheiten leidende Kranke. Das für 700 bis 900 Insassen eingerichtete Hospital wurde von der Kirche getragen. Ab 1679 wurden hier auch die „würklich Tollen“ in einer Art von verschlossener Koje untergebracht. Diese sog. „Tollkisten“ standen reihenweise in Sälen und hatten lediglich ein handgrosses Loch nach Außen. Der „Pesthof“ hatte einen so guten Ruf, dass auch von außerhalb (gut zahlende) Patienten kamen. Deretwegen wurden ab 1764 keine „böße Tolle“ - nach heutiger Sicht psychisch kranke Straftäter - mehr aufgenommen, sondern sie verblieben im Spinnhaus, einem Gefängnis.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden - zwischen 1616 und 1625 - zahlreiche Hügel des Vorortes Hamburger Berg im Zuge der Errichtung der Neubefestigung der Stadt planiert, um Material für die Errichtung der außerordentlich hohen Festungswälle zu gewinnen und zugleich freies Schussfeld ("Glacis") vor den Mauern am damaligen Millerntor zu haben.

Wegen des freien Schussfeldes waren Ansiedlungen zunächst verboten, doch seit dem 17.Jahrhundert wurden Betriebe, die wegen Geruchsentwicklung, Wasserverschmutzung oder Lärm in der Stadt unerwünscht waren, in den Vorort verbannt. Die Seilmacher (Reepschläger), die viel später der Reeperbahn ihren Namen gaben, zogen 1633 hierher, weil sie in den Mauern der Stadt nicht mehr den nötigen Platz für ihr Gewerbe fanden. Etwa zur gleichen Zeit begann auch die Tradition des Amüsierbetriebs in diesem Gebiet. Im gleichen Jahr werden eine Ölmühle und eine Glashütte nördlich des Heiligengeistfeldes erwähnt. Ungefähr seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, den Hamburg völlig unbeschadet überstand, dehnte sich auch die Bebauung des Hamburger Berges vom ersten Siedlungskern am Pepermölenbek nach Osten in Richtung der Reeperbahnen aus. Nach 1649/50 wurden die T(h)ranbrennereien an das Elbufer verlegt. Dort hatten auch mehrere Schiffswerften und das Hanfmagazin ihren Standort. Nördlich davon entstand an der Geestkante, im Gebiet der Straße Pinnasberg, eine neue Bebauung. Weitere Häuser entstanden im nördlichen Teil des Gebietes (im heutigen Karolinenviertel).

Unter der napoleonischen Besatzung Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Hamburger Berg von den Franzosen vollständig abgerissen – wiederum, um vor dem nunmehr von Frankreich besetzten Hamburg freies Schussfeld zu haben. Nach dem Abzug der Franzosen wurde der Vorort sehr schnell wieder aufgebaut; bereits 1820 war der vorherige Zustand wieder hergestellt.

An den Hamburger Berg erinnert heute noch eine Seitenstraße der Reeperbahn - sie hieß bis 1938 Heinestraße, benannt nach dem Bankiers Salomon Heine. Dieser hatte 1841 das am Ende dieser Straße gelegene israelitische Krankenhaus im Rahmen einer vom ihm gegründeten Stiftung zum Andenken an seine Frau Betty errichten lassen. Es sollte ausdrücklich bedürftigen Kranken aller Konfessionen offenstehen. 1938 wollten die Nationalsozialisten durch eine Neubenennung dieser Straße die Erinnerung an den jüdischen Wohltäter Hamburgs Salomon Heine tilgen. Seit einigen Jahren bemüht sich eine Initiative um die Wiederherstellung des Straßennamens „Heinestraße“ - bisher ohne Erfolg.

Die Vorstadt

1833 gemeindete Hamburg das Gebiet als Vorstadt ein und benannte es in St. Pauli um. Allerdings lag auch St. Pauli immer noch vor den Stadtmauern und litt unter der Torsperre. Ein starkes Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert führte zu Wohnungsmangel, dem man durch starke Verdichtung der Bebauung durch Hinterhäuser und ähnliches zu begegnen versuchte. Offizieller Teil der Stadt Hamburg wurde St. Pauli erst 1894.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte besonders der Amüsierbetrieb Aufschwung. Die vorher verbreiteten Buden – ein zentraler Platz heißt heute noch Spielbudenplatz – wurden durch feste Häuser für Theater, Zirkus, Trinkhallen oder andere Amüsierbetriebe ersetzt.

Der Stadtteil

Grenzstein zwischen Altona und Hamburg von 1896, der heute noch in der Brigittenstraße, nun im Stadtteil Hamburg-St. Pauli, gepflastert ist.
Blick auf die Elbe um 1900

1894 wurde die Vorstadt zum Hamburger Stadtteil.

Bis zum Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 war das Gebiet geteilt. Nur der östliche Teil gehörte zu Hamburg, der westliche - einschließlich der Straße Große Freiheit - gehörte zur Stadt Altona. Verwaltungstechnisch gehört St. Pauli heute zum Bezirk Hamburg-Mitte.

In der Schmuckstraße befand sich Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleines Chinatown. In der so genannten „Chinesenaktion“ der Hamburger Gestapo wurden am 13. Mai 1944 etwa 120 bis 130 chinesische Männer verhaftet und im Gestapogefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert und misshandelt. Eine Gruppe dieser chinesischen Männer wurde dann ohne Prozess und ohne Urteil in das so genannte Arbeitserziehungslager "Langer Morgen" im Hafengebiet eingewiesen. Bei Zwangsarbeit im Hafen und bei der Trümmerräumung sowie durch die Misshandlungen durch das Wachpersonal kamen mindestens 17 von ihnen ums Leben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Teile der Gründerzeitbebauung St. Paulis durch Bomben zerstört.

Bavaria St. Pauli-Brauerei

Die Bavaria-St.Pauli-Brauerei (Hauptmarke Astra, 1998 an Holsten verkauft) stellte ihr Bier bis vor kurzem auf St. Pauli her. 2004 wurde die dort ansässige Brauerei abgerissen, das Astra-Bier wird jetzt in der Holsten-Brauerei gebraut.

Politik

Historisch ist St. Pauli ein Ort gewesen, an dem sich diejenigen, die ein Bürgergeld in Hamburg nicht aufbringen konnten, niedergelassen haben, eben vor den Toren der Stadt. Hinzu kamen die anderweitig Unerwünschten, seien es störende Handwerker, Gastwirte oder Prostituierte, die aus der Stadt gewiesen wurden, oder unliebsame und stinkende Gewerbe, wie „Thranbrennereien“, Amüsierbetriebe und unerwünschte Institutionen, zum Beispiel der Pesthof. Auch nach der Einbeziehung in das Stadtgebiet und insbesondere mit der Flächensanierung der Hamburger Innenstadt um 1900 und der Auflösung der dortigen Gängeviertel, wuchs der Zuzug der ärmeren Teile der Bevölkerung. So hat sich bis heute sowohl die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung, als eine der ärmsten in Hamburg, wie ihr Ruf, aufrührerisch und widerständisch zu sein, erhalten. Auch fühlen die Bewohner St. Paulis sich oft von der Regierung vernachlässigt oder übergangen, was zu entsprechenden sozialen und politischen Spannungen führt.

So gilt St. Pauli seit jeher als „links“. Aufstände und Unruhen sind seit Beginn seiner Existenz verzeichnet, so nach der deutschen Revolution von 1848, während des Österreichisch-Preußischen Kriegs gegen Dänemark 1864, als auf der Reeperbahn österreichische Soldaten von der Bevölkerung angegriffen wurden, während des Hafenarbeiterstreiks 1896 oder am 19. April 1919, als es in Solidarität mit der Münchener Räterepublik zum Sturm auf verschiedene Polizeiwachen sowie zu Plünderungen durch die hungernde Bevölkerung kam[1]. Bis 1933 galt St. Pauli als eine der Hochburgen der KPD, bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 fielen in St. Pauli 35 % (Hamburg gesamt: 39 %) der Stimmen auf die NSDAP, 24 % (27 %) auf die SPD und 32 % (18 %) auf die KPD. Zum Ende der Weimarer Republik kam es wiederholt zu Schießereien zwischen dem Rotfrontkämpferbund und der SA.

Seit Anfang der 1980er Jahre waren es insbesondere die Hausbesetzungen, die den Ruf des widerständischen St. Pauli beförderten, so die Hafenstraße ab 1981, später zum Beispiel Häuser am Pinnasberg / Heidritterstraße, die Jägerpassage in der Wohlwillstraße, die Bachterrasse in der Schanzenstraße oder die Lama-Häuser (Laeiszstraße / Marktstraße) im Karolinenviertel. Auch das seit 1989 besetzte Kulturzentrum Rote Flora im Schanzenviertel wird in dieser Kontinuität gesehen, auch wenn sie genau genommen bereits auf der Grenze zu Altona liegt, und von dem dortigen Bezirk aus verwaltet wurde. 2002 kam es in Schanzenviertel (Stadtteil Sternschanze), Karolinenviertel und dem restlichen St. Pauli über Wochen zu den so genannten Bambule-Unruhen, nachdem der damals neue bürgerliche Senat aus CDU, FDP und Schillpartei einen gleichnamigen Bauwagenplatz räumen ließ. Viele Anwohner und Einzelhandelsbetreiber solidarisierten sich mit den Demonstranten.

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Sankt Pauli zum Wahlkreis Hamburg-Mitte. Am konkretesten zeigt sich die Ablehnung der herrschenden Politik durch die St. Paulianer in den Wahlergebnissen. So erhielten bei der Bürgerschaftswahl 2008 die CDU 15,3 % (Hamburg weit: 42,6 %), die SPD 41,2 % (34,1 %), die Grünen 21 % (9,6 %), die FDP 3,3 % (4,8%) und die Linke 15 % (6,4 %) [2]. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,5 % (Hamburg weit: 63,4 %). Unter Einbeziehung, dass zudem viele nicht wahlberechtigte Migranten auf St. Pauli leben, machen diese Zahlen deutlich, das der regierende Hamburger Senat nur von einer verschwindenden Minderheit gewählt wurde.

Die Bevölkerung auf St. Pauli besteht heute aus Einwanderer-Familien, die traditionell hier leben (teilweise seit mehreren Generationen), Studenten, Rentnern, Sozialhilfeempfänger, Selbstständigen, Künstlern und Intellektuellen. Seit Mitte/Ende der 1990er-Jahre wurde das Viertel aufgrund seiner innenstadtnahen Lage und durch gezielt Umstrukturierungsmaßnahmen in manchen Ecken als „chic“ angesehen, die Mieten stiegen, allein 2005 um durchschnittlich 20 Prozent. Es kommt aufgrund der überhöhten Nachfrage zu unangemessen hohen Mieten, so dass viele ursprüngliche Mieter sie nicht mehr zahlen können und vertrieben werden (Gentrifizierung). Ein bedeutender Teil des Wohnungsbestandes wird von der Stadt verwaltet.

Quartiere

Legendär: das Grünspan

Kiez

Obwohl St. Pauli ein bedeutendes Wohnquartier in Hamburg ist, kennt man den Stadtteil vor allem durch sein Vergnügungsviertel. Dieses umfasst jedoch nur ein behördlich festgelegtes Teilgebiet, in dem für die Gastronomie keine Sperrstunde gilt.[3] Das betrifft die Reeperbahn, den Spielbudenplatz und weitere Parallel- und Seitenstraßen wie die Herbertstraße und die Große Freiheit. Tatsächlich gibt es auf St. Pauli größtenteils kleinbürgerliche Wohnstraßen oder Arbeitergegenden. Das Stadtviertel war auch bei Studenten und jungen Künstlern wegen der günstigen Wohnungsmieten, der zentralen Lage und des ausgesprochen vielfältigen und toleranten Milieus sehr beliebt. So gibt es auf St. Pauli noch einige fast parallel zueinander lebende soziale Schichten, die sich nur gelegentlich berühren.

Außer den hier stattfindenden Veranstaltungen und Volksfesten sorgten auch immer wieder kriminelle Vorkommnisse für Berichte in der Presse: Bandenkriege zwischen Zuhältern (etwa die Auftragsmorde durch Werner Pinzner), Nepp durch Gastronome, der Mörder Fritz Honka und - insbesondere seit Mitte der 2000er-Jahre - Körperverletzungen durch aggressive Gewalttäter. Dennoch konzentriert sich das Hamburger Nachtleben zunehmend auf St. Pauli, nachdem die traditionellen Eckkneipen in den Wohnquartieren weitgehend verschwunden sind und den „Schmuddelkinos“ am Steindamm erfolgreich der Kampf angesagt wurde.

Statue auf dem Hans-Albers-Platz
Erotic Art Museum
Siehe auch

Theater

Museen

  • Das „Erotic-Art-Museum“ Bernhard-Nocht-Straße (geschlossen seit 2007)
  • Das „St. Pauli Museum“ in der Hein-Hoyer-Straße
  • Das „Hamburger Schulmuseum“ in der Seilerstraße

Kunst und Musik

Als Vergnügungsviertel beherbergt St. Pauli eine Vielzahl an Musik-Clubs, Kneipen und Diskotheken unterschiedlichster Stilrichtungen und Qualität, die jedes Wochenende Ziel von Hamburgern und Touristen sind. Laut der Wochenzeitung Die Zeit hat St. Pauli und die unmittelbare Umgebung rund um das Karoviertel die höchste Dichte an Plattenläden mit Vinyl-Schwerpunkt in Deutschland.

Schon die Swing-Jugend übte hier kulturellen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Viele (Musik-)Trends (Beatles, Punk) kamen aus England und anderen Ländern über St. Pauli in die Bundesrepublik (siehe auch Star-Club). Der Hafen diente auch als Tor und Umschlagplatz für neue Ideen und kulturelle Strömungen.

In St. Pauli finden sich mehrere kleine Kunstgalerien, von denen einige von Künstlern selber geführt werden.

Die Kneipe La Paloma am Hans-Albers-Platz wurde vom Maler Jörg Immendorff betrieben. Die Hans Albers darstellende Statue auf dem Platz wurde ebenfalls von Immendorff gestaltet.

Die Galerie Nomadenoase befindet sich im Golden Pudel Club, Sankt Pauli Fischmarkt, der von den Musikern Schorsch Kamerun und Rocko Schamoni betrieben wird.

Mit dem Park Fiction, einem von Künstlern und Anwohnern erkämpften und entworfenen Park, befindet sich eines der bedeutendsten Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum an St. Paulis Hafenrand.

Gastronomie

Das Angebot ist unüberschaubar, von der Wurstbude bis zur Sterneküche ist Kulinarisches aus allen Teilen der Welt zu finden. Zu finden ist zum Beispiel das älteste italienische Restaurant (eröffnet 1905) der Hansestadt, das Cuneo.

Persönlichkeiten

die mit dem Kiez auf St. Pauli in Verbindung stehen:

Karo- und Schanzenviertel

Das Gebiet des Karolinenviertels ist durch das Heiligengeistfeld deutlich vom übrigen Stadtteil abgegrenzt. Durch die Aufgabe des Schlachthofgeländes – heute befindet sich dort nur noch der Fleischgroßmarkt – wächst es eher mit dem benachbarten Schanzenviertel (Stadtteil Sternschanze) zusammen. Gerade das Karo-Viertel ist mit seinen vielen Graffiti- und Streetart-Werken ein Anlaufpunkt für Interessierte.

St. Pauli-Süd

Im Bereich Pinnasberg/Hein-Köllisch-Platz wurde eine kleine Fläche von St. Pauli der Altonaer Altstadt zugeordnet (1938). Durch diese Grenzziehung entstand die widersinnige Situation, dass die nur für Altona (und eben nicht für das hamburgische Gebiet) typische Große Freiheit seither in St. Pauli, hingegen die St. Pauli-Kirche jetzt in Altona liegt.

Am Pinnasberg befindet sich mit dem Antonipark eine fantasievolle Parkanlage, die von Bürgern und Künstlern gemeinsam erstritten und gestaltet wurde (Park Fiction-Projekt).

Regelmäßige Veranstaltungen

Dreimal jährlich findet auf dem Heiligengeistfeld der Hamburger Dom, ein Jahrmarkt, statt. Jeweils im Mai wird der Hafengeburtstag gefeiert, ebenfalls ein großes Volksfest. Der jährliche Schlagermove, ein Umzug nach dem Muster der Loveparade, aber mit deutscher Schlagermusik, führt in der Regel über Spielbudenplatz und Reeperbahn.

Erwähnenswert sind außerdem der allsonntäglich stattfindende Fischmarkt sowie die Heimspiele des FC St. Pauli.

Panorama über St. Pauli (September 2004)

Infrastruktur

Bis in die 1990er-Jahre war St. Pauli eines der ärmsten Stadtviertel Europas. Durch die Deindustrialisierung des Stadtteils und den daraus resultierenden Umzug von Unternehmen wie MontBlanc, Hermann Laue und der Bavaria-St.Pauli-Brauerei hat sich die Gewerbestruktur stark gewandelt: Heute ist die wirtschaftliche Situation von vielen Unternehmen im gastronomischen, handwerklichen und künstlerischen Bereich geprägt, wobei die Vergnügungsindustrie nach wie vor den wichtigsten Faktor darstellt. St. Pauli ist der wichtigste Vergnügungs- und Tourismusstandort Hamburgs. Durch die innenstadtnahe Lage, die gute Infrastruktur sowie dem reichhaltigen Angebot an Gastronomie und Musikclubs ist St. Pauli mittlerweile eine beliebte Wohngegend und rapide steigende Mieten kennzeichnen den Wohnungsmarkt. Der Verdrängungswettbewerb drückt weniger zahlungskräftige Mieter aus dem Stadtteil. Die Sanierungspolitik der Stadt und die Vermietungspraxis der städtischen Wohnungsunternehmen fördern diesen Prozess.

Bauwerke

Das ehemalige Israelitische Krankenhaus
  • Die St. Pauli-Landungsbrücken sind ein schwimmender Schiffsanleger mit einem großen, dem Jugendstil angelehnten Empfangs- und Verwaltungsgebäude. Es ist die größte Anlage dieser Art in Deutschland. Von hier fahren Hafenfähren, -rundfahrtschiffe und -barkassen, Passagierschiffe im Unterelbedienst sowie die Katamarane nach Stade und Helgoland ab. Auf den Pontons sind diverse Restaurants und Souvenirläden zu finden.
  • Der Alte Elbtunnel hat ein tempelartiges Eingangsgebäude und mit Majolikareliefs geflieste Tunnelröhren.
  • Die barocke St.-Josephs-Kirche auf der Großen Freiheit von 1721 wurde nach schweren Kriegsschäden als Neubau hinter der erhaltenen Fassade errichtet und in den letzten Jahren re-barockisiert.
  • Die klassizistische St.-Pauli-Kirche auf dem Pinnasberg stammt von 1819.
  • Das Israelitische Krankenhaus wurde 1841-1843 von Salomon Heine zum Andenken an seine Frau errichtet; der Architekt war Hinrich Klees-Wülbern. Bis 1939 wurde es in den ursprünglichen Räumen betrieben, im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Nach dem Wiederaufbau beherbergte das Gebäude den Schulärztlichen Dienst. Hier arbeitete auch ein Kinderarzt, der nicht promoviert hatte und als Sanitäter im Krieg gearbeitet hatte. Ein Neubau erfolgte in der Nachkriegszeit in Alsterdorf. Im Jahr 2000 zog unter anderem die Ortsdienststelle St. Pauli in diese Räume.
Eingang der U-Bahnstation „St. Pauli“

Verkehr

St. Pauli ist durch die S-Bahn (Stationen Reeperbahn und Landungsbrücken) und die U-Bahn (Stationen Sternschanze, Feldstraße, St. Pauli, Messehallen und Landungsbrücken) an das Hamburgische Bahnnetz angeschlossen. Außerdem fahren rund um die Uhr mehrere Buslinien die zahlreichen Bushaltestellen an.

Sport

Der Fußballverein FC St. Pauli hat sein Heimstadion neben dem Heiligengeistfeld.

Fußnote

  1. St. Pauli Archiv: Im Schatten des Großen Geldes. Wohnen auf St. Pauli, Hamburg 1990, S. 17
  2. Statistikamt Nord: Bürgerschaftswahl in Hamburg, abgerufen am 2. April 2009: [1]
  3. Da die Sperrstunde nicht am Wochenende gilt und ihr Beginn in ganz Hamburg auf 5 Uhr verschoben wurde, spielt sie heute kaum noch eine Rolle.

Literatur

  • Burkhard Bortz: Kein Tag ohne Gefahr. Davidwache, Polizeiarbeit auf dem Kiez. Viebranz Verlag, 2001, ISBN 3-921595-27-4
  • Helene Manos: "Sankt Pauli. Soziale Lagen und soziale Fragen im Stadtteil Sankt Pauli" Hamburg 1989.
  • Rene Martens, Günter Zint: St. Pauli - Kiez, Kult, Alltag. Europäische Verlagsanstalt, 2000, ISBN 3-434-52566-1
  • Günter Zint, Günter Handlögten, Inge Kramer: Die weiße Taube flog für immer davon. Ein St.-Pauli-Bilderbuch. Rowohlt, Reinbek 1984, ISBN 3-499-15292-4
  • Lars Amenda: Fremde - Hafen - Stadt. Chinesische Migration und ihre Wahrnehmung in Hamburg 1897-1972. Hamburg 2006. ISBN 978-3-937904-36-8


Weblinks

53.5579.9647Koordinaten: 53° 33′ N, 9° 58′ O


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