Hamburger Verkehrsverbund
Hamburger Verkehrsverbund GmbH
Logo des Hamburger Verkehrsverbundes
Rechtsform GmbH
Gründung 29. November 1965 (damals als GbR)
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Lutz Aigner (Sprecher), Dietrich Hartmann
Branche ÖPNV
Website www.hvv.de

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ist ein Verkehrs- und Tarifverbund, der das Hamburger Stadtgebiet und die sechs unmittelbar an Hamburg grenzenden Kreise bzw. Landkreise der Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie den niedersächsischen Landkreis Lüneburg umfasst. Der HVV wurde am 29. November 1965 gegründet und ist damit der älteste Verkehrsverbund der Welt. Er diente zahlreichen anderen Verkehrsverbünden als Vorbild.

Zum Angebot des HVV zählen drei U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG), sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH), drei A-Bahn-Linien (betrieben von der AKN) sowie große Teile des Streckennetzes weiterer Regionalbahngesellschaften, 649 Buslinien (betrieben u. a. von der HHA, der VHH PVG Unternehmensgruppe, der KVG Stade) sowie sechs von der HADAG betriebene Fährlinien im Hamburger Hafen und auf der Elbe.

Ende 2006 umfasste das Einzugsgebiet des HVV 8700 km² und 3,3 Millionen Einwohner. Im Verbund fahren 33 Verkehrsunternehmen (Stand 2009). Bis zur deutschen Wiedervereinigung war es das drittgrößte einheitlich betriebene Verkehrsnetz der Welt.

Moderne HADAG-Fähre auf der Elbe

Inhaltsverzeichnis

In den HVV integrierte Unternehmen

Hamburger Hochbahn

Die Hamburger Hochbahn AG betreibt das U-Bahn-Netz mit den Linien

  • U1Hamburg U1.svg Norderstedt Mitte – Ochsenzoll – Fuhlsbüttel Nord – Ohlsdorf – Kellinghusenstraße – Stephansplatz – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Süd – Lübecker Straße – Wandsbek Markt – Wandsbek-Gartenstadt – Farmsen – Volksdorf – Ohlstedt / – Großhansdorf
  • U2Hamburg U2.svg Niendorf Nord – Niendorf Markt – Hagenbecks Tierpark – Schlump – Jungfernstieg – Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor – Billstedt – Mümmelmannsberg
  • U3Hamburg U3.svg Barmbek – Kellinghusenstraße – Schlump – Landungsbrücken – Rathaus – Hauptbahnhof Süd – Berliner Tor – Lübecker Straße – Barmbek – Wandsbek-Gartenstadt
  • U4Hamburg U4.svg Billstedt – Berliner Tor – Hauptbahnhof Nord – Jungfernstieg – HafenCity Universität (in Bau, Eröffnung 2012)

Im Jahr 2010 wurden auf 100,7 km Länge mit 89 Haltestellen 205,9 Mio. Fahrgäste in den Zügen der HOCHBAHN befördert.

Außerdem beförderte die HOCHBAHN auf 113 Buslinien (5 zuschlagpflichtige Schnellbus-, 15 Metrobus-, 15 Nachtbus-, 2 Eilbus- und 77 Stadtbuslinien) mit zusammen 1315 Haltestellen insgesamt 207,9 Mio. Fahrgäste im Jahre 2010.[1]

S-Bahn Hamburg

Die S-Bahn Hamburg GmbH ist eine Tochter der Deutschen Bahn und betreibt die Linien:

  • S1Hamburg S1.svg Wedel – Blankenese – Othmarschen – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf – Hamburg Airport (Flughafen) / – Poppenbüttel
  • S11Hamburg S11.svg Blankenese – Othmarschen – Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Hasselbrook – Barmbek – Ohlsdorf (– Poppenbüttel) (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S2Hamburg S2.svg Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Bergedorf (nur zur Hauptverkehrszeit)
  • S21Hamburg S21.svg Elbgaustraße – Dammtor – Hauptbahnhof – Bergedorf – Aumühle
  • S3Hamburg S3.svg Pinneberg – Elbgaustraße – Altona – Landungsbrücken – Jungfernstieg – Hauptbahnhof – Harburg – Harburg Rathaus – Neugraben – BuxtehudeStade
  • S31Hamburg S31.svg Altona – Dammtor – Hauptbahnhof – Berliner Tor / – Harburg Rathaus (– Neugraben)

Im Jahr 2009 wurden etwa 210 Mio. Fahrgäste befördert. Das Netz hat seit dem 12. Dezember 2008 eine Länge von 151 km.

Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn AG bietet mit den Linien

  • R10Hamburg R10.svg Hamburg Hbf – Bad Oldesloe – Reinfeld (nicht im HVV-Tarif:Lübeck)
  • R20Hamburg R20.svg Hamburg Hbf – Bergedorf – Büchen (nicht im HVV-Tarif:SchwerinRostock)
  • R21Hamburg R21.svg Lüneburg – Büchen – Ratzeburg (nicht im HVV-Tarif:Lübeck)
  • R31Hamburg R31.svg Lüneburg – Göhrde (nicht im HVV-Tarif:Dannenberg Ost)
  • R41Hamburg R41.svg Buchholz – Handeloh (nur für Zeitkarten im HVV-Tarif:Soltau, nicht im HVV-Tarif:BennemühlenHannover)
  • R60Hamburg R60.svg Hamburg-Altona – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif:Itzehoe)
  • R70Hamburg R70.svg Hamburg Hbf – Elmshorn – Dauenhof (nicht im HVV-Tarif:NeumünsterKiel / – Flensburg)

die Abdeckung eines Großteils des Regionalverkehrs von und nach Hamburg.

NOB

Die Nord-Ostsee-Bahn GmbH bietet mit der Linie

  • R60Hamburg R60.svg Hamburg-Altona – Elmshorn (nicht im HVV-Tarif: – Heide – Husum – Westerland (Sylt))

eine direkte Fahrmöglichkeit ohne Zwischenhalte in Pinneberg, Prisdorf und Tornesch zwischen Hamburg-Altona und Elmshorn an.

AKN

Die AKN Eisenbahn AG betreibt mit den Linien

  • A1Hamburg A1.svg Eidelstedt – Quickborn – Ulzburg Süd – Kaltenkirchen – Bad Bramstedt – Boostedt (nicht im HVV-Tarif: – Neumünster)
  • A2Hamburg A2.svg Norderstedt Mitte – Ulzburg Süd (– Kaltenkirchen)
  • A3Hamburg A3.svg Elmshorn – Barmstedt – Henstedt-Ulzburg – Ulzburg Süd

den Regionalverkehr im Nordwesten des HVV-Gebiets und wurde 2008 von ca. 11 Mio. Fahrgästen genutzt.

Nordbahn

Die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG – gemeinsame Tochter der Hochbahn und der AKN – betreibt im Nordosten die Linie

  • R11Hamburg R11.svg Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Rickling (nicht im HVV-Tarif:Neumünster)

Metronom

Im westlichen und südlichen Verbundgebiet – Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg – sowie darüber hinaus gewährleistet die metronom Eisenbahngesellschaft mbH mit ihren Angeboten „ME“ und „MEr“ (regional) den Zugbetrieb auf den Strecken

  • R30Hamburg R30.svg Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen – Lüneburg (nicht im HVV-Tarif:UelzenCelleHannoverGöttingen)
  • R40Hamburg R40.svg Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz – Tostedt (nicht im HVV-Tarif:Rotenburg (Wümme)Bremen, geplante Durchbindung der metronom Regional-Verbindung bis Bremen unter der Bezeichnung Metropolenbahn)
  • R50Hamburg R50.svg Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buxtehude – Stade – Himmelpforten (nicht im HVV-Tarif:Cuxhaven)

EVB

Im Elbe-Weser-Dreieck betreiben die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH in Eigenregie 32 Buslinien in den Landkreisen Harburg, Stade, Rotenburg (Wümme), Osterholz sowie der Stadt Bremen (siehe teilweise auch: Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) und die Südweststrecke

Neben dem Sommerangebot „Moorexpress“ wird teilweise die Wartung vom „metronom“ übernommen gemeinsamer Fahrzeugpool der LNVG).

Autokraft

Die DB-Tochter Autokraft bedient zahlreiche Buslinien in Schleswig-Holstein. 2008 fuhren 11,9 Mio. Fahrgäste auf den HVV-Linien der Autokraft.

VHH und PVG

Im nördlichen und östlichen Verbundgebiet betreiben die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) zahlreiche Buslinien. 2008 bedienten sie ca. 49 Mio. Fahrgäste an ca. 1400 Haltestellen auf 1306,9 km.

Die Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) bedient die HVV-Kunden im nordwestlichen Bereich des Verbundes. Mit 190 Bussen auf 40 Linien mit 432,6 km wurden 2008 ca. 53 Mio. Fahrgäste befördert.

Die VHH sind mit der PVG seit 2000 zur VHH PVG Unternehmensgruppe vereint.

KVG

Im südlichen Verbundgebiet sowie darüber hinaus (Landkreise Cuxhaven, Stade, Harburg, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis sowie in den Städten Buchholz i.d. Nordheide, Buxtehude, Bremervörde, Stade, Cuxhaven, Winsen (Luhe) und Lüneburg) fährt die KVG Stade GmbH & Co. KG mit 449 Bussen. 2008 hatte sie 26,2 Mio. Fahrgäste.

VGN

Ein kurzer Abschnitt der U1 (von Garstedt nach Norderstedt Mitte) sowie daran im Anschluss die A2 (betrieben von der AKN) gehören zur Verkehrsgesellschaft Norderstedt mbH, einer Tochter der Stadtwerke Norderstedt (SN). Die nur 10,3 km lange Strecke wurde 2005 von 4,29 Mio. Fahrgästen benutzt. Die VGN hatte auf 10,3 km Streckenlänge mit 18 eigenen Wagen im Jahr 2008 8 Mio. Fahrgäste.

HADAG

HVV-Barkasse im Hamburger Hafen

Die HADAG Seetouristik und Fährdienst AG betreibt den Schiffsliniendienst im Hamburger Hafen mit einer Flotte von 20 Schiffen. 21 Schiffe auf sechs Fährlinien beförderten 2008 insgesamt 7,8 Mio. Fahrgäste und sind rund eine halbe Mio. Kilometer gefahren. Die HADAG ist ebenfalls für die elbseitige Anbindung im Airbus-Werksverkehr zuständig.

Weitere Unternehmen

  • Becker Reisen GmbH: Die Becker Reisen GmbH betreibt Buslinien im Bereich Tostedt.
  • Dammann Reisen: Das Omnibusunternehmen Dammann-Reisen betreibt eine Buslinie im Bereich Buxtehude.
  • Geesthachter Reisedienst Zerbin: Zerbin betreibt eine Buslinie zwischen Aumühle und Kasseburg.
  • Globetrotter Reisen GmbH: Die Globetrotter Reisen GmbH betreibt Buslinien im Bereich Neu Wulmstorf/Rosengarten.
  • Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg mbH (KViP): Die KViP betreibt Buslinien zwischen Elmshorn, Pinneberg, Tornesch, Uetersen und Wedel sowie in der Haseldorfer- und Seestermüher Marsch.
  • Linienbus Berkenthin GmbH: LBB Linienbus Berkenthin betreibt Buslinien im nördlichen Kreis Herzogtum Lauenburg.
  • Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft mbH (LVG): Die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft betreibt den Busverkehr im Amt Neuhaus (Landkreis Lüneburg).
  • Omnibusverkehrsgesellschaft Dahmetal J.Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG: Dahmetal fährt die HVV-Fahrgäste im nördlichen Teil der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg.
  • Otto Strunk Omnibusbetrieb GmbH: Der Omnibusbetrieb Otto Strunk betreibt verschiedenen Buslinien um Barmstedt.
  • Ratzeburg-Möllner Verkehrsbetriebe GmbH (RMVB): Die RMVB betreibt die Ortsverkehre sowie die RegionalBus-Linien in Mölln und Ratzeburg.
  • Reese-Reisen GmbH: Die Reese Reisen GmbH betreibt sieben Buslinien im Landkreis Stade.
  • Stadtverkehr Lübeck GmbH (SL): Die Stadtverkehr Lübeck GmbH verkehrt im HVV mit einigen Buslinien im nördlichen Teil des Kreises Stormarn.
  • Storjohann Verkehrsbetrieb die linie GmbH: Die Storjohann Verkehrsbetrieb die linie GmbH betreibt den Stadtverkehr Elmshorn sowie einige Buslinien im Bereich Bad Bramstedt.
  • Süderelbe Bus GmbH: Die Süderelbe-Bus GmbH betreibt die Buslinie Harburg – Winsen (Luhe).
  • Vereinigte Stadtwerke GmbH (Bad Oldesloe): Die Stadtwerke Bad Oldesloe sind Konzessionsinhaber der Stadtverkehrslinien in Bad Oldesloe. Die Linien werden von der Autokraft betrieben.
  • Verkehrsbetrieb Osthannover GmbH: Die Verkehrsbetriebe Osthannover GmbH betreibt mehrere Buslinien in den Landkreisen Lüneburg und Harburg.
  • Verkehrsbetriebe Buchholz GmbH: Die Verkehrsbetriebe Buchholz betreiben die Buslinien des Stadtverkehrs in Buchholz.
  • VGS Verkehrsgesellschaft Südholstein mbH (VGS): Die VGS Verkehrsgesellschaft Südholstein betreibt gemeinsam mit der RMVG den Städte-Schnellbus zwischen Ratzeburg und Hamburg.
  • VKP Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH (VKP): Die VKP fährt auf einigen Buslinien nördlich von Bad Segeberg.

Daten und Fakten

Bahnlinien im HVV (Liniennetz)

Im Jahre 2005 ergab sich für den HVV ein Gesamtverkehrsaufkommen von rund 690,75 Millionen Fahrgästen auf allen Strecken und allen Verkehrsmitteln. Diese Zahl entspricht rund 209 jährlichen Einzelfahrten eines jeden Einwohners des HVV-Einzugsgebietes.

Rund 60 000 Menschen werden täglich auf der Metrobus-Linie 5 zwischen Hauptbahnhof und Burgwedel befördert. Damit ist sie die meistgenutzte Buslinie Europas.[2] Dort fahren Doppelgelenkbusse mit 25 Metern Länge und Platz für 190 Passagiere.

Städte und größere Gemeinden im HVV-Einzugsgebiet

Hamburg, Ahrensburg, Aumühle, Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Bardowick, Bargteheide, Barmstedt, Barsbüttel, Büchen, Buchholz in der Nordheide, Buxtehude, Drochtersen, Elmshorn, Geesthacht, Glinde, Göhrde, Großhansdorf, Halstenbek, Harsefeld, Henstedt-Ulzburg, Horneburg, Himmelpforten, Jork, Kaltenkirchen, Lauenburg, Lüneburg, Mölln, Neu Wulmstorf, Norderstedt, Pinneberg, Quickborn, Ratzeburg, Rellingen, Reinbek, Reinfeld, Rosengarten, Schenefeld, Schwarzenbek, Seevetal, Stade, Stelle, Tornesch, Tostedt, Uetersen, Wedel, Wentorf und Winsen (Luhe)

Veränderungen

Der Hamburger Verkehrsverbund wurde am 29. November 1965 als Zusammenschluss von vier Verkehrsunternehmen im Hamburger Raum gegründet; bis 1996 schlossen sich einige weitere Unternehmen an. Am 1. Dezember 1966 trat der Gemeinschaftstarif des HVV in Kraft, sodass die meisten öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg und seinem Umland nun mit einem Fahrschein benutzt werden konnten. Bis 1984 waren auch die von der HHA (bzw. ab 1977 der Alster-Touristik GmbH ATG) betriebenen Alsterdampfer in den Verbund einbezogen.

1996 wurde der HVV umstrukturiert: Aus dem Verbund der Verkehrsunternehmen wurde ein Verbund der Aufgabenträger des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV). Gesellschafter sind heute die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie die sieben an Hamburg grenzende (Land-)Kreise.

Bis zum 14. Dezember 2002 umfasste der HVV-Bereich nur die Stadt Hamburg sowie das nähere Umland (Grenzverlauf Wedel – Elmshorn – Barmstedt – Kaltenkirchen – Kisdorf – Wilstedt – Ahrensburg – Trittau – Basthorst – Lauenburg – Seevetal – Neu Wulmstorf – Jork). Seit der Erweiterung des Verbundgebietes am 15. Dezember 2002 umfasst das Gebiet im Norden die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg vollständig; es reicht jetzt bis kurz vor Neumünster und Lübeck. Im Zuge dieser Erweiterung wurden auch mehrere Regionalbahnlinien in den HVV integriert.

Im Dezember 2004 trat mit dem Winterfahrplan 2004/2005 die Erweiterung des Verbundgebietes im Süden um die niedersächsischen Landkreise Stade, Harburg und Lüneburg in Kraft. Für die zum Landkreis Lüneburg gehörende rechtselbische Gemeinde Amt Neuhaus, die keine durchgehende öffentliche Verkehrsverbindung mit dem restlichen HVV-Gebiet besitzt, wurde eine Sonderregelung dahin gehend beschlossen, dass HVV-Zeitkarten in dortigen Bussen anerkannt werden, nicht jedoch Einzel- und Tageskarten.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 wurde gleichzeitig eine einjährige Probephase gestartet, während der die Schnellbahnen und die wichtigsten Buslinien in den Wochenendnächten im Stadtgebiet von Hamburg durchfahren. Nachdem es in der Probephase zu einer Verdreifachung der Fahrgäste in den Wochenendnächten kam, wird die Nachtdurchfahrt von U- und S-Bahn unbefristet weitergeführt.

Im Dezember 2007 wurde die Linie S3 („Harburger S-Bahn“) von Neugraben über Buxtehude bis Stade (siehe: Niederelbebahn) verlängert.

Seit 1. Januar 2008 gelten bis und ab Soltau die Wochen-, Monats- und Jahreskarten des HVV.

Seit Dezember 2008 fahren Züge der Linie S1 vom Hauptbahnhof in 25 Minuten zum Flughafen Fuhlsbüttel, wobei die Züge an der Haltestelle Ohlsdorf geflügelt werden: der vordere Teil des Zuges fährt zur Haltestelle Hamburg Airport (Flughafen), der hintere Teil fährt nach Poppenbüttel. Die bisherige Airport Express genannte Buslinie 110 ist nun entfallen, wird aber in den Wochenendnächten teilweise durch die neue Linie 274 ersetzt. Die neue Strecke der S1 Ohlsdorf – Airport wird nachts nicht betrieben, dagegen wurde der durchgehende Nachtbetrieb auf den Schnellbahnlinien auf die Strecke Ochsenzoll – Norderstedt Mitte der U1 ausgedehnt.

U-Bahn im Bahnhof Jungfernstieg, einem der zentralen Knotenpunkte des Schnellbahnnetzes

Am Montag, den 29. Juni 2009 wurden die östlich verlaufenden Äste der U-Bahn Linien U2 und U3 getauscht. Jetzt verläuft die Linie U3 von Barmbek auf der alten Ringlinie nach Barmbek. Die U2 verläuft von Niendorf Nord nach Mümmelmannsberg.

Aufgaben

Die Mitarbeiter des HVV beobachten ständig das Verkehrsaufkommen der im Gemeinschaftstarif bedienten Linien (Fahrgastzählung). Auf Basis der dabei gewonnenen Daten wird der Fahrplan des Folgejahres erstellt.

Die von den beteiligten Verkehrsunternehmen gesammelten Fahrgelder wurden bis 1996 entsprechend der vom jeweiligen Unternehmen geleisteten Platzkilometer aufgeteilt („angebotsorientiert“), seit 1997 erfolgt eine Aufteilung nach Fahrgastzahlen („nachfrageorientiert“). Die durch Fahrgeldeinnahmen nicht gedeckten Aufwendungen der Verkehrsunternehmen sind von den Aufgabenträgern zu übernehmen.

Ein Nebeneffekt dieser Aufgabenteilung zwischen den Verkehrsunternehmen und dem Verkehrsverbund ist, dass betriebsbedingte Ein- und Aussetzfahrten nicht im veröffentlichten Fahrplan erscheinen. Die hierbei angebotenen Platzkilometer sind durch die Bedarfsermittlung nicht legitimiert und werden auch nicht abgerechnet. Beispiele sind die Fahrten der S11 zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel sowie die Fahrten der U2 (ausgeschildert als U1) zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen.

Daten und Fakten

Bus/Fähre

  • 659 Linien
  • 10.447 Haltestellen
  • 15.348 km Linienlänge
  • 2.081 Fahrzeuge
  • 395 Mio. Fahrgäste in den Linien[1]

Schnell- und Regionalbahn

  • 27 Linien
  • 278 Stationen
  • 1030 km Linienlänge
  • 1.783 Wagen
  • 597 Mio. Fahrgäste in den Linien[1]

Gemeinschaftstarif

Tarifgebiet

HVV-Ausdehnung seit Dezember 2004

Das Tarifgebiet des HVV ist in fünf Tarifringe (A bis E) unterteilt, die wiederum aus einzelnen Zonen bestehen. Der Fahrpreis richtet sich bei Einzelfahrkarten und Tageskarten nach der Anzahl der durchfahrenen Ringe und bei sonstigen Zeitkarten nach der Anzahl der durchfahrenen Zonen. Für Kurzstrecken- und Nahbereichskarten gelten wiederum festgelegte Zahlgrenzen, die nicht zwingend mit den Zonengrenzen übereinstimmen.

Am Fahrkartenautomaten zu beachten: Die Nummern der Tasten geben die Preisstufen an. Aus historischen Gründen tragen die Preisstufen immer eine um 1 höhere Nummer als die Anzahl der Ringe, für die die Fahrkarte gilt. Die Preisbereiche 1 und 2 gelten ausschließlich innerhalb des Großbereichs Hamburg für Kurzstrecken- respektive Nahbereichskarten. Karten für einzelne Ringe werden nicht angeboten.

Eine Besonderheit des HVV ist, dass im Gegensatz zu den meisten deutschen Verkehrsverbünden Fahrkarten ab Kauf gültig sind und vor Fahrantritt nicht gesondert entwertet werden. Der HVV bietet daher auch keine abstempelbaren Mehrfahrtenkarten o.ä. an, ebenso sind Vorratskäufe nicht möglich.

Großbereich Hamburg

Der Großbereich umfasst das Bundesland Hamburg und den engeren Verflechtungsraum Hamburgs (Ring A+B). Das U-Bahn-Netz liegt vollständig innerhalb des Großbereichs, das S-Bahn-Netz größtenteils.

Gesamtbereich

Der Gesamtbereich umfasst den Großbereich Hamburg (HH) sowie

die niedersächsischen Landkreise:

Harburg (WL), Lüneburg (LG), Landkreis Stade (STD)

und die schleswig-holsteinischen Kreise:

Herzogtum Lauenburg (RZ), Segeberg (SE), Stormarn (OD) und Pinneberg (PI).

Bewertung

Der ADAC führte 2001 einen Test durch, bei dem der ÖPNV in 20 europäischen Städten (10 davon in Deutschland) untersucht wurde. Dabei wurde der HVV als bester deutscher Verkehrsverbund mit der Note „Gut“ ausgezeichnet. Lediglich Barcelona und Brüssel erhielten die Note „Sehr gut“. Bei einem 2009 durchgeführten Test in 23 europäischen Städten konnte sich der Hamburger Verkehrsverbund mit einer guten Wertung auf dem fünften Rang platzieren.[3]

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Erich Staisch: Hamburg und sein Stadtverkehr, ISBN 3-89136-279-X
  • Ralf Heinsohn: Schnellbahnen in Hamburg – Die Geschichte von S-Bahn und U-Bahn, 1907–2007, Norderstedt 2006, ISBN 3-8334-5181-5

Einzelnachweise

  1. a b c Quelle: Geschäftsbericht 2010« (im .PDFormat hier herunter ladbar)
  2. http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article8020733/Wo-Hamburg-ganz-weit-vorn-liegt.html
  3. http://www.adac.de/infotestrat/tests/verkehrsmittel/oepnv/detail.aspx?testId=49&recordId=953

Weblinks


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