Alkalifeldspatgranit
Handstück eines Alkaligranits mit rotem Kalifeldspat
Trinkaus-Gebäude in Düsseldorf aus Alkalifeldspat (Gotenrot-Granit)
Position der Alkaligranite im QAPF-Diagramm

Als Alkaligranit oder Alkalifeldspatgranit wird ein Gestein der Granitgruppe bezeichnet. Granite sind magmatische Gesteine, und die Alkaligranite führen im Gegensatz zu erstgenanntem kein oder fast kein Plagioklas.

Inhaltsverzeichnis

Mineralbestand

Alkaligranit besitzt von allen Plutoniten den höchsten Kieselsäuregehalt. Quarz und Kalifeldspat (daher auch der Name des Gesteins) sind die dominierenden Bestandteile. Während die Alkalifeldspäte (Orthoklas, Mikroklin und Andesit) 90 bis 100 Prozent aller Feldspäte ausmachen, ist der Plagioklasanteil mit weniger als 10 Prozent beteiligt; oft fehlt er vollständig. In geringeren Mengen kommen noch Glimmerminerale, meist Biotit und Muskovit vor. Der Gehalt anderer Minerale, wie Hornblende, Andalusit, Granat, Cordierit und Sillimanit ist im Allgemeinen sehr gering.[1]

Je nach Mineralbestand werden Alkaligranite unterschieden:

  • Bei einem Vorhandensein alkalischem Amphibol und Pyroxen wird vom alkalischen Alkalifeldspat.[2] gesprochen
  • Bei mehr als 20 Prozent dunkler Minerale wird er als Mela-Alkalifeldspat bezeichnet
  • Bei einem hohen Antel heller Minerale, wenn fast nur Quarz und Alkalifeldspat vorkommt, nennt man ihn einen Alaskit
  • Bei einem Anteil von mehr als 50 Prozent Quarz sprechen Gesteinskundler von einem Tarantulit
  • Bei einem Vorhandensein von Turmalinsonnen wird von einem Luxullianit gesprochen [3]


Entstehung und Vorkommen

Die Entstehungsbedingungen und die Verbreitung ähneln weitgehend denen des Granits, jedoch bildet sich der Alkaligranit aus extrem sauren (kieselsäurereichen) Magmen und ist daher deutlich seltener zu finden als der plagioklashaltige Granit. Oft ist er mit dem Granit vergesellschaftet und findet sich in Granitkörpern (Plutonen) vor allem in den Rand- und Dachbereichen. Er kristallisiert für gewöhnlich nach dem Granit aus, wenn das verbliebene Magma an basischen Komponenten verarmt ist. Alkaligranite zeigen oft Übergange zum Pegmatit.

In Europa befinden sich die wichtigsten abbaubaren Vorkommen von Alkalifeldspatgraniten in Skandinavien.

Gesteinsbeschreibung

Die Alkaligranite sind fein- bis grobkörnig und sie sind hell bis dunkel. Die Farbe der Alkaligranite richtet sich für gewöhnlich nach der der Kalifeldspäte. Meistens finden sich rötliche Töne, die bis zu kräftig fleischroten Farben reichen können. Aber auch helle, fast weiß wirkende Alkaligranite kommen vor. Die Rotfärbung wird durch Hämatit verursacht.

Verwendung

Meißner Granit

Verwendung finden die Alkaligranite wegen ihrer hohen Widerstandskraft, Härte und Wetterfestigkeit und wegen ihrer guten Schleif- und Polierbarkeit im Bauwesen. Sie werden als Außenwandbekleidung, Treppen- und Bodenbelag, Fensterbank, Tischplatte, Küchenarbeitsplatte und Waschtisch verbaut. Sie finden des Weiteren in der Granit-Bildhauerei sofern sie fein- bis mittelkörnig sind, Verwendung.

Alkaligranite sind wegen ihrer oft kräftigen und einheitlichen Färbung begehrte Bau- und Dekorationssteine. Ähnlich dem Granodiorit wird der Alkaligranit in der Umgangssprache meist als Granit bezeichnet.

Natursteinsorten

Eine Auswahl:

  • Balmoral Fein, Vehmaa in Finnland
  • Tranas Rubin, Gotland in Schweden
  • Meißener Granit, Meißen in Sachsen
  • Gotenrot Granit, Uppsala in Schweden

Literatur

  • Walter Maresch, Olaf Medenbach: Steinbachs Naturführer. Gesteine. Mosaik-Verlag: München 1996. ISBN 3-576-10699-5.
  • Dietmar Reinsch: Gesteinskunde: In: Steinmetzpraxis. Das Handbuch für die tägliche Arbeit mit Naturwerkstein, hrsg. vom Bildungszentrum für das Steinmetz- und Bildhauerhandwerk. 2. überarb. Aufl., Ebner Verlag, Ulm 1994. ISBN 3-87188-139-2.

Einzelnachweis

  1. Maresch/Medenbach: Steinbachs Naturführer, S. 40 (siehe Literatur)
  2. Maresch/Medenbach: Steinbachs Naturführer, S. 72 (siehe Literatur)
  3. Reinsch: Gesteinskunde. S. 223 (siehe Literatur)

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