Alkéstis
Alkestis neben Hercules und Ceberius.

Alkestis ist in der griechischen Mythologie die Tochter des iolkischen Königs Pelias und Anaxibia, die Schwester des Akastos, der Peisidike, der Pelopeia und der Hippothoë. Als Gattin des Admetos bietet sie für diesen ihr Leben.

Inhaltsverzeichnis

Das Opfer

Sie galt als die schönste der Töchter des Pelias, sodass viele Herrscher um sie freiten. Ihr Vater wollte es sich mit niemandem verscherzen und stellte daher den Bewerbern die Aufgabe, einen Eber und einen Löwen vor einen Wagen zu spannen und mit ihnen eine Runde auf dem Rennplatz zu fahren.

Nun hatte Zeus dem Apollon befohlen, ein Jahr lang einem Sterblichen zu dienen. Apollon sprach als Fremdling verkleidet bei Admetos vor und wurde von diesem freundlich aufgenommen. Als nun Admetos von dieser Bedingung des Pelias hörte, erbat er sich vom Gott Hilfe bei der Erfüllung dieser Aufgabe. Apollon erklärte sich bereit, und Herakles half bei der Zähmung der Tiere. So konnte Admetos diese Tiere – die nebenbei gesagt die zwei Hälften eines Großen Jahres verkörpern – vor seinen Wagen spannen und eine ganze Runde fahren.

Als er aber in der Hochzeitsnacht zu ihr treten wollte, fand er einen Haufen sich windender und zischender Schlangen vor, denn er hatte es versäumt, Artemis, der jungfräulichen Jägerin, ein Opfer darzubringen. Apollon half auch hier: Das Opfer wurde nachgeholt, und Admetos wurde sogar zugesagt, dass er niemals zu sterben brauche, falls ein Mitglied seiner Familie aus Liebe zu ihm den Tod auf sich nehmen würde.

Allerdings kam dieser Tag sehr früh. Apollon verschaffte Admetos noch eine Galgenfrist: Er gab den Schicksalsgöttinen Wein zu trinken. Als sich die alten Eltern des Admetos jedoch weigerten, seinen Platz einzunehmen, bot sich Alkestis an. Sie trank Gift, wurde von Persephone jedoch erzürnt wieder aus dem Hades ans Tageslicht geschickt.

Künstlerische Bearbeitungen

Gemälde

Dramen

Balladen

Oper

Zahlreiche Opern über das Thema wurden unter dem Titel Alceste geschrieben, wie Christoph Willibald Glucks Alceste oder von Georg Friedrich Händel unter dem Namen Admeto.

Literatur

  • Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen - Die Heroen-Geschichten, dtv, ISBN 3-423-30031-0
  • Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, dtv, ISBN 3-423-32508-9
  • Robert von Ranke-Graves: Griechische Mythologie - Quellen und Deutung, rororo, ISBN 3-499-55404-6

Weblinks


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