All Blacks
Neuseeland
Logo
Spitzname(n) All Blacks
Verband New Zealand Rugby
Football Union
Trainer Graham Henry
Kapitän Richie McCaw
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Heim
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Auswärts
Meiste Länderspiele
Sean Fitzpatrick (92)
Meiste erzielte Punkte
Andrew Mehrtens (967)
Meiste erzielte Versuche
Doug Howlett (49)
Erstes Länderspiel
Australien Australien 3:22 Neuseeland
(15. August 1903)
Höchster Sieg
Neuseeland 145:17 Japan
(4. Juni 1995)
Höchste Niederlage
Australien Australien 28:7 Neuseeland
(28. August 1999)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 6
Bestes Ergebnis: Weltmeister 1987

Die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft der Männer vertritt Neuseeland auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie ist weitaus bekannter unter ihrem Spitznamen All Blacks, weil die Spieler ganz in Schwarz gekleidet sind (die Spieler werden gelegentlich auch als Men in Black bezeichnet). Rugby Union ist Neuseelands Nationalsport und die All Blacks gelten als beste Mannschaft der Welt, da sie gegen jedes andere Land eine positive Bilanz aufweisen und die IRB-Weltrangliste in der Regel anführen.

Jedes Jahr treten die All Blacks beim Tri-Nations-Turnier gegen Australien und Südafrika an. Sie tragen regelmäßig Spiele gegen die besten Mannschaften Europas aus und nehmen an den alle vier Jahren stattfindenden Weltmeisterschaften teil. Obwohl sie jedes Mal zu den aussichtsreichsten Favoriten zählten, konnten sie bisher nur bei der ersten Austragung 1987 den Weltmeistertitel sichern. Die Weltmeisterschaft 2011 wird in Neuseeland stattfinden.

Bei der Integration der Māori in die britisch geprägte neuseeländische Gesellschaft spielte Rugby Union eine wichtige Rolle, da der Sport den physischen Fähigkeiten des indigenen Volks Neuseelands entgegenkam und diese rasch als gleichwertige Mitspieler akzeptiert wurden. Vor jedem ihrer Spiele tanzen die All Blacks traditionellerweise einen Haka (Ritualtanz der Māori), um die gegnerische Mannschaft einzuschüchtern und um sich selbst zu motivieren.

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Hauptartikel: Rugby Union in Neuseeland

Verantwortlich für den Spielbetrieb auf sämtlichen Stufen ist die New Zealand Rugby Football Union (NZRFU). Neben der eigentlichen Nationalmannschaft stellt die NZRFU weitere Auswahlmannschaften auf. Die talentiertesten Jugendlichen, die noch schulpflichtig sind, bilden die Mannschaft NZ Schools. Die zwei weiteren Stufen auf dem Weg zum Kader der All Blacks sind die Juniorennationalmannschaften der U-19 und U-21. Neben diesen gemäß dem Alter zusammengesetzten Mannschaften gibt es solche, die nach besonderen Kriterien aufgestellt werden. Die Junior All Blacks sind trotz ihres Namens keine Juniorennationalmannschaft, sondern die altersunabhängige Reservemannschaft der All Blacks. Sind ausländische Mannschaften in Neuseeland zu Gast, treten diese in der Regel auch gegen die New Zealand Māori an. Um dieser Mannschaft anzugehören, muss ein Spieler zu mindestens 1/16 māorischer Abstammung sein. Die Mannschaft Heartland XV ist aus Amateurspielern zusammengesetzt.

Auf nationaler Ebene spielen Vereine nur eine lokale oder regionale Rolle. Von weitaus größerer Bedeutung sind die 26 Regionalverbände (17 auf der Nordinsel und 9 auf der Südinsel), die je eine Auswahlmannschaft in der Profiliga Air New Zealand Cup oder in der Amateurliga Heartland Championship stellen. Der nationalen Meisterschaft übergeordnet ist die zusammen mit Mannschaften aus Australien und Südafrika ausgetragene internationale Meisterschaft Super 14. Da sich die Spielzeiten nur wenig überschneiden, kommen zahlreiche Spieler in beiden Ligen zum Einsatz.

Die Statuten der NZRFU schreiben zwingend vor, dass Spieler bei neuseeländischen Mannschaften im Air New Zealand Cup und/oder in der Super 14 unter Vertrag stehen müssen, wenn sie dem Kader der All Blacks angehören wollen. Ist ein Spieler im Ausland engagiert, ist er automatisch nicht für die Nationalmannschaft spielberechtigt. Diese Regelung, die andere bedeutende Rugbynationen nicht kennen, hat zur Folge, dass die besten Spieler zunächst einige Jahre in Neuseeland bleiben und dann ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären, um bei den meist finanzkräftigeren Vereinen der englischen Guinness Premiership und der französischen Top 14 zu spielen.

Geschichte

Einführung von Rugby in Neuseeland

Die neuseeländische Auswahl des Jahres 1884

Eingeführt wurde Rugby in Neuseeland Ende der 1860er Jahre durch Charles Monro. Der Sohn des damaligen Speakers des neuseeländischen Repräsentantenhauses hatte das Spiel kennengelernt, als er Schüler des Christ's College Finchley in London gewesen war.[1] Das erste Spiel in Neuseeland fand am 14. Mai 1870 in Nelson statt und der erste Verband, die Canterbury Rugby Football Union, wurde 1879 gegründet. 1882 wurde das erste internationale Spiel ausgetragen, als die Auswahlmannschaft der Southern Rugby Union (die spätere New South Wales Rugby Union) eine Tour durch Neuseeland unternahm. Die Australier spielten je zweimal gegen Provinzmannschaften aus Auckland und Wellington sowie einmal gegen Canterbury, Otago und die Westküste der Nordinsel; sie gewannen vier Spiele und verloren dreimal. Zwei Jahre später reiste die erste neuseeländische Auswahlmannschaft ins Ausland, sie spielte gegen verschiedene Teams aus New South Wales und gewann acht Spiele.

Die erste Begegnung mit einer britischen Mannschaft fand 1888 statt, als die British Lions auf Tournee in Australien und Neuseeland waren. Allerdings wurden keine Länderspiele im eigentlichen Sinne ausgetragen, sondern Spiele gegen Auswahlmannschaften der Provinzen.

Die ersten internationalen Spiele

Die Original All Blacks von 1905

1888 und 1889 waren die New Zealand Natives, eine von Privatleuten gesponserte, inoffizielle und fast ausschließlich aus Māori zusammengesetzte Mannschaft, die erste Auswahl aus einer britischen Kolonie, die in Großbritannien Spiele austrug. Im Jahr 1892 erfolgte die Gründung der New Zealand Rugby Football Union (NZRFU). Der Verband repräsentierte zunächst sieben Provinzen. Die Provinzverbände von Canterbury, Otago und Southland von der Südinsel traten erst einige Jahre später bei.[2] Die erste offizielle, von der NZRFU sanktionierte neuseeländische Mannschaft reiste 1894 durch New South Wales und trug am 15. September desselben Jahres ihr erstes „internationales“ Heimspiel aus, wobei sie mit 6:8 gegen New South Wales verlor.[3] Das erste Länderspiel im heutigen Sinne fand am 15. August 1903 in Sydney statt und endete mit einem 22:3-Sieg der Neuseeländer über Australien.[4]

1905 reiste erstmals eine offizielle neuseeländische Auswahl durch Großbritannien, Irland, Frankreich und Kalifornien. Während dieser Tour entstand der Begriff All Blacks (dt. etwa „die ganz in Schwarz Gekleideten“), weshalb man diese Mannschaft auch als Original All Blacks bezeichnet. Sie trugen 35 Spiele aus, darunter fünf Länderspiele. Die einzige Niederlage mussten die Neuseeländer in Cardiff gegen die walisische Nationalmannschaft hinnehmen, ansonsten feierten sie ausnahmslos Siege.[5] Mit dieser Tour begründeten die Neuseeländer ihren Ruf, eine der besten Rugby-Mannschaften der Welt zu sein. 1908 stattete eine aus Engländern und Walisern zusammengesetzte britische Auswahl Neuseeland einen Besuch ab, sie verlor zwei Spiele gegen die All Blacks und erreichte ein Unentschieden. Mit Ausnahme einer zweimonatigen Tour 1913 durch den Westen der USA und British Columbia spielten die All Blacks bis nach dem Ersten Weltkrieg ausschließlich gegen die australische Nationalmannschaft und diverse Provinzmannschaften. In den Jahren 1915 bis 1919 war der internationale Spielbetrieb eingestellt.

Zwischenkriegszeit

Die bis heute andauernde Rivalität mit Südafrika nahm im Jahr 1921 ihren Anfang, als die Springboks (wie die südafrikanische Mannschaft üblicherweise genannt wird) erstmals nach Neuseeland kamen. Die aus drei Begegnungen bestehende Länderspielserie (engl. test series) endete ausgeglichen mit je einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage. Der Gegenbesuch der All Blacks erfolgte 1928, auch diese Serie endete ausgeglichen.

Nach einer Unterbrechung von fast zwanzig Jahren organisierte die NZRFU im Jahr 1924 wieder eine Tour nach Europa, die neben 28 Spielen gegen Vereine und Provinzmannschaften auch vier Länderspiele umfasste. Die Mannschaft erhielt den Spitznamen The Invincibles („die Unbesiegbaren“), weil sie kein einziges Spiel verlor.[6] Allerdings wurde ihr die Chance verwehrt, den ersten Grand Slam (Siege gegen alle britischen Mannschaften in derselben Saison) zu erzielen: Schottland weigerte sich zu spielen, da in der Frage der Aufwandsentschädigung keine Einigung erzielt werden konnte. Die erste wirklich repräsentative britische Mannschaft, bestehend aus Spielern aus allen vier Landesteilen und heute unter der Bezeichnung British and Irish Lions bekannt, unternahm 1930 eine Tour nach Neuseeland. Obwohl die Lions das erste Länderspiel gewannen, siegten die All Blacks nach einer Umstellung der Mannschaft in den drei weiteren Spielen und konnten die Serie mit 3:1 für sich entscheiden. Die nächste Europatour der All Blacks folgte 1935/36. Von den 30 ausgetragenen Spielen verloren sie nur drei, darunter zwei Länderspiele.[7] Erstmals gelang dem Rugby-Mutterland England ein Sieg gegen Neuseeland, dank zwei erfolgreichen Versuchen des emigrierten russischen Fürsten Alexander Obolenski.[8]

Als die Südafrikaner 1937 zu Besuch in Neuseeland waren, gewannen sie die Länderspielserie mit 2:1. Die All Blacks siegten zwar im ersten test match, verloren aber die zwei darauf folgenden. In der Folge wurde die 1937er-Mannschaft Südafrikas oft als die beste bezeichnet, die jemals in Neuseeland gespielt hat. In den Jahren 1939 bis 1945 konnten die All Blacks wegen des Zweiten Weltkriegs erneut kein einziges Spiel austragen.

1940er bis 1970er Jahre

Die nächste größere Tour außerhalb Ozeaniens folgte im Jahr 1949, als die All Blacks Südafrika besuchten. An einem Tag mussten die All Blacks gleich zwei Niederlagen in Länderspielen hinnehmen. Dies war möglich, weil Australien zur selben Zeit in Neuseeland tourte und gegen die Reservemannschaft antrat. Am Nachmittag des 3. September (neuseeländische Zeit) unterlag das B-Team in Auckland den Australiern 3:9. Am selben Nachmittag (südafrikanische Zeit) verlor die erste Mannschaft in Durban mit 6:11 gegen Südafrika. Die Viererserie in Südafrika endete mit vier Niederlagen, bis heute eine der schlechtesten Leistungen in der Geschichte der All Blacks. Die in Neuseeland verbliebene Reservemannschaft verlor auch das zweite Länderspiel gegen Australien, was dem Nachbar den erstmaligen Gewinn des Bledisloe Cup ermöglichte. Die NZRFU beschloss als Folge der Niederlagenserie, künftig die Kräfte zu bündeln und keine zweite Mannschaft gleichzeitig spielen zu lassen.

Als die Südafrikaner 1956 in Neuseeland zu Besuch waren, gelang den All Blacks die Revanche: Sie gewannen drei der vier Länderspiele und konnten die Serie erstmals für sich entscheiden. Der 3:1-Erfolg in der Länderspielserie gegen die British and Irish Lions im Jahr 1959 war der Beginn einer besonders erfolgreichen Phase. Während der 1960er Jahre dominierten die All Blacks die britischen Teams fast nach Belieben. Bei ihrer Europatour 1964 verpassten sie den Grand Slam denkbar knapp: Nach Siegen gegen Irland, Wales und England verhinderte das punktelose Unentschieden gegen Schottland den totalen Triumph. Eine weitere Chance, den Grand Slam zu schaffen, bot sich 1967. Doch nach drei gewonnenen Spielen musste die Begegnung mit Irland wegen eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche abgesagt werden. Von 1965 bis 1970 blieben die All Blacks in allen 17 Länderspielen ungeschlagen, bis heute die längste Siegesserie. Unter anderem wurden 1966 die Lions in allen vier Spielen geschlagen, als diese auf Tour in Neuseeland waren.

1971 kehrten die Lions nach Neuseeland zurück. Dieses Mal entschieden sie die Länderspielserie mit 2:1 Siegen für sich. Bis heute ist dies die einzige Serie, welche die Briten in Neuseeland gewinnen konnten. 1972/73 reisten die All Blacks erneut nach Europa und unternahmen einen weiteren Versuch, einen Grand Slam zu erzielen, doch die Iren rangen ein Unentschieden ab. 1978 waren die Bemühungen schließlich erfolgreich, als die All Blacks alle britischen Mannschaften bezwingen konnten. Das Spiel gegen Wales, das mit 13:12 endete, wurde allerdings erst in der letzten Spielminute entschieden, nachdem der Schiedsrichter einen umstrittenen Penalty pfiff. Die einzige Niederlage während dieser Tour mussten die All Blacks gegen eine Provinzmannschaft hinnehmen, als sie in Limerick mit 0:12 gegen das Team von Munster Rugby verloren. Der sensationelle Erfolg Munsters inspirierte den irischen Theaterregisseur John Breen, das Stück Alone it Stands zu schreiben, welches das Spiel zum Thema hat.[9]

Kontroversen

Ankündigung einer Versammlung der Citizens' All Black Tour Association (1960). Die Vereinigung forderte, die Mannschaft vor Spielen gegen Südafrika nicht aufgrund der Kriterien der Apartheid zusammenzustellen.

Aus rein sportlicher Sicht war die 24 Spiele umfassende Tour nach Südafrika im Jahr 1976 wenig erfolgreich: Die All Blacks verloren drei Spiele gegen Provinzmannschaften und auch drei der vier Länderspiele gegen die Springboks.[10] Weitaus größere Auswirkungen hatte die Tour auf politischer Ebene. Wegen der Apartheid-Politik Südafrikas weigerten sich zahlreiche Māori, dort zu spielen. Seit Beginn der 1960er Jahre war immer wieder durch öffentliche Proteste und politischen Druck versucht worden, die NZRFU dazu zu bewegen, entweder überhaupt keine Māori zu nominieren oder ganz auf Spiele in Südafrika zu verzichten. Während Premierminister Norman Kirk 1973 eine Tour der All Blacks untersagte, gab sein Nachfolger Robert Muldoon die Erlaubnis dazu. Er vertrat den Standpunkt, die Politik dürfe sich nicht in den Sport einmischen.

Dieser kontroverse Beschluss hatte den Protest zahlreicher afrikanischer Staaten zur Folge, die ultimativ den Ausschluss Neuseelands von den Olympischen Sommerspielen 1976 forderten. Das Internationale Olympische Komitee ging nicht darauf ein, mit der Begründung, Rugby sei keine olympische Sportart. 28 afrikanische Staaten boykottierten daraufhin die Spiele in Montreal. Als Reaktion auf diese umstrittene Tour unterzeichneten die Regierungen der Commonwealth-Staaten 1977 die Gleneagles-Vereinbarung, die sportliche Beziehungen mit Südafrika ächtete.[11]

Noch umstrittener war die Tour der Springboks nach Neuseeland im Jahr 1981. Von Ende Juli bis Mitte September trugen die von der NZRFU eingeladenen Südafrikaner mehrere Spiele aus, darunter drei Länderspiele gegen die All Blacks. Schon lange vorher war die Tour stark umstritten. Viele verurteilten sie als Unterstützung der weißen Herrschaft in Südafrika, während andere auf angespannte Beziehungen zu den Māori im eigenen Land hinwiesen. Erneut lehnte Robert Muldoon jegliche Einmischung ab. Die Spiele waren gut besucht, doch in zahlreichen Städten gab es zum Teil heftige Protestkundgebungen. In Hamilton rissen 350 Demonstranten die Abschrankungen nieder, stürmten das Spielfeld und erzwangen den Abbruch des Spiels. Auch in Timaru musste ein Spiel abgesagt werden. In Wellington kam es mehrmals zu Straßenschlachten und während des letzten Spiels in Auckland wurden von einem tief fliegenden Flugzeug aus Mehlsäcke auf das Spielfeld im Eden Park abgeworfen.[12]

1985 plante die NZRFU erneut eine Tour nach Südafrika. Zwei Anwälte reichten eine Klage ein und argumentierten, dieses Vorhaben sei ein Verstoß gegen die Verbandsstatuten. Das Oberste Gericht verbot daraufhin die Durchführung dieser Tour. Zahlreiche Spieler, die sich selbst als The Cavaliers („die Kavaliere“) bezeichneten, hielten sich nicht an das Verbot und organisierten 1986 eine inoffizielle Tour nach Südafrika. Nach ihrer Rückkehr wurden sie vom Verband mit mehrmonatigen Spielsperren bestraft. Erst 1994, nach Aufhebung der Apartheid, fanden wieder Länderspiele zwischen Neuseeland und Südafrika statt.

Die ersten Weltmeisterschaften

Der Webb Ellis Cup, die WM-Siegertrophäe

1987 veranstalteten Neuseeland und Australien gemeinsam die erste Rugby-Union-Weltmeisterschaft. Die All Blacks wurden ihrer klaren Favoritenrolle gerecht. Nach drei deutlichen Siegen in der Vorrundengruppe 1 gegen Italien, Fidschi und Argentinien bezwangen sie ebenso deutlich Schottland im Viertel- und Wales im Halbfinale. Das Endspiel im Eden Park in Auckland gegen Frankreich gewannen sie mit 29:9. In sechs Spielen erzielten sie 43 Versuche und mussten nur 52 Punkte hinnehmen.[13]

Die Überlegenheit der All Blacks zeigte sich auch 1988 während der Tour in Australien, als die Mannschaft unbesiegt blieb (zwölf Siege und ein Unentschieden).[14] Noch besser lief es 1989, als die All Blacks sämtliche 19 ausgetragenen Spiele gewannen (darunter sieben Länderspiele). Im August 1990 verloren sie gegen Australien nach vier Jahren erstmals wieder ein Spiel.

Bei der Weltmeisterschaft 1991 galt die Mannschaft als überaltert. Sie gewann zwar alle drei Vorrundenspiele, konnte sich dabei aber gegen England und Italien nur knapp durchsetzen. Nachdem sie im Viertelfinale Kanada besiegt hatten, verloren die All Blacks das Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Australien. Gegen Schottland sicherten sie sich den dritten Platz.[13] Nach Ende dieser Weltmeisterschaft gab es zahlreiche Rücktritte. Die deutlich verjüngte Mannschaft spielte vorerst nicht auf dem gewohnt hohen Niveau und verlor unter anderem 1994 zwei Heimspiele hintereinander gegen Frankreich.

Die Weltmeisterschaft 1995 fand in Südafrika statt, und wieder galten die All Blacks als Favoriten. Diese Favoritenrolle bestätigten sie mit Siegen gegen Irland und Wales in der Vorrunde. Japan wurde mit 145:17 geschlagen, dies ist bis heute der deutlichste Sieg der All Blacks. Nach dem Viertelfinalsieg über Schottland wurden sie den Vorschusslorbeeren auch im Halbfinale gerecht, als sie mit 45:29 gegen England gewannen. Doch am Tag vor dem Endspiel litt fast die gesamte Mannschaft aufgrund einer Lebensmittelvergiftung an Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe). Die geschwächten Neuseeländer verloren schließlich mit 12:15 nach Verlängerung gegen den Gastgeber Südafrika.[13]

Professionelle Ära

All Blacks gegen Australien

Im August 1995 beschloss der International Rugby Board, Rugby Union für Profispieler zu öffnen, um so der zunehmenden Abwerbung guter Spieler durch finanzkräftige Rugby League-Vereine zu begegnen. Noch im selben Jahr gründeten die Verbände Südafrikas, Neuseelands und Australiens das Konsortium SANZAR. Dieses war mit dem Zweck gegründet worden, Fernsehübertragungsrechte für zwei neu eingeführte Wettbewerbe zu verkaufen, die internationale Liga Super 12 (später Super 14) und das Tri-Nations-Turnier. Da die neuen Wettbewerbe keine Zeit für monatelange Überseetouren mehr ließen, nahm diese Tradition der Amateurära ein rasches Ende.

Die erste Austragung von Tri Nations im Jahr 1996 wurde von den All Blacks gewonnen. Dieser Erfolg hatte auch eine besondere historische Bedeutung. Erstmals überhaupt war es den Neuseeländern gelungen, eine Länderspielserie in Südafrika für sich zu entscheiden. Die All Blacks gewannen 1997 bei Tri Nations alle Spiele und verteidigten den Titel. 1998 jedoch gingen alle vier Spiele verloren. Es war das erste Mal seit 1949, dass die All Blacks vier Mal in Folge als Verlierer vom Platz gehen mussten. Am 28. August 1999 verloren sie in Sydney mit 7:28 gegen Australien, was bis heute ihre höchste Niederlage ist.

Nur knapp einen Monat später konnten sich die All Blacks während der Weltmeisterschaft 1999 in Wales wieder auffangen. Sie dominierten ihre Vorrundengruppe fast nach Belieben und siegten gegen Tonga, England und Italien. Nachdem sie sich im Viertelfinale gegen Schottland durchgesetzt hatten, trafen die All Blacks im Halbfinale auf Frankreich. Nach Ende der ersten Halbzeit lagen sie zwar 17:10 vorne, doch die Franzosen waren in der zweiten Halbzeit überraschenderweise die klar bessere Mannschaft und siegten mit 43:31. Im Spiel um Platz 3 unterlagen die All Blacks auch Südafrika.[13]

2000 und 2001 belegten die All Blacks im Tri-Nations-Turnier jeweils den zweiten Platz, in den zwei darauf folgenden Jahren gewannen sie das Turnier. Nach dem Tri-Nations-Sieg galten die Neuseeländer im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2003 in Australien erneut als Favoriten für den Weltmeistertitel. Die Vorrundengegner Italien, Kanada und Tonga waren chancenlos, nur Wales vermochte längere Zeit Gegenwehr zu leisten, wenn auch letztlich ohne Erfolg. Nach einem deutlichen Viertelfinalsieg über Südafrika trafen die All Blacks im Halbfinale auf den amtierenden Weltmeister Australien. Neuseeland verlor das Spiel mit 10:22, der Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich war nur noch von geringer Bedeutung.[13]

Im Juni 2004 feierten die All Blacks zwei klare Heimsiege gegen den neuen Weltmeister England, doch das Tri-Nations-Turnier im selben Jahr beendeten sie auf dem letzten Platz. 2005 waren die British and Irish Lions auf Tournee in Neuseeland. Die All Blacks gewannen die Länderspielserie mit 3:0, gewannen im selben Jahr das Tri-Nations-Turnier und schafften ihren zweiten Grand Slam gegen die Nationalmannschaften von den Britischen Inseln. Die All Blacks wurden vom International Rugby Board als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet, Graham Henry erhielt die Auszeichnung als Trainer des Jahres und Daniel Carter jene als Spieler des Jahres.[15] Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen waren die All Blacks als „Mannschaft des Jahres“ bei den Laureus World Sports Awards 2006 nominiert.

Die Erfolgsserie hielt 2006 weiterhin an. Nach einem klaren Turniersieg bei Tri Nations folgten Ende des Jahres deutliche Siege gegen Frankreich, England und Wales. Die All Blacks bauten ihre Vormachtstellung weiter aus und wurden folgerichtig vom IRB erneut als beste Mannschaft des Jahres geehrt. Richie McCaw konnte den Preis als Spieler des Jahres entgegennehmen. Auch 2007 waren die All Blacks bei den Laureus World Sports Awards als „Mannschaft des Jahres“ nominiert. Nachdem sie erneut das Tri-Nations-Turnier gewonnen hatten, galten die All Blacks im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2007 wiederum als meistgenannte Favoriten. Sie gewannen ihre Vorrundengruppe souverän, scheiterten dann aber im Viertelfinale überraschend an Frankreich und erzielten ihr schlechtestes WM-Ergebnis überhaupt.

Im folgenden Jahr gelang erneut der Sieg bei den Tri Nations und gleichzeitig die Verteidigung des Bledisloe Cups, der erstmals auch durch ein Spiel in Hongkong entschieden wurde. Aufgrund der zahlreichen Siege nach der WM führt Neuseeland souverän die Weltrangliste an und wird bei der Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land auf Rang 1 gesetzt sein. Die herausragende Stellung Neuseelands wurde auch vom IRB bei der Vergabe der jährlichen Awards gewürdigt. Die All Blacks wurden zur Mannschaft des Jahres ernannt und Graham Henry erhielt die Auszeichnung des besten Trainers. Luke Braid wurde zum Juniorenspieler des Jahres ausgezeichnet und DJ Forbes zum besten 7er-Spieler ernannt.[16]

Der Spitzname „All Blacks“

Billy Wallace, der letzte lebende Spieler der Original All Blacks von 1905/06, sagte 1955 in einem Interview, ein Journalist der Zeitung Daily Mail habe die Neuseeländer nach dem Spiel gegen Hartlepool als „all backs“ bezeichnet. Er meinte damit, die üblicherweise schweren und großen Spieler der Vordermannschaft (engl. forwards) seien im Gegensatz zu ihren Gegnern schnell und wendig und beherrschten das Passspiel ebenso gut wie die Hintermannschaft (engl. backs). Sie würden also so spielen, als ob sie alle Verteidiger wären („as if they were all backs“). Wallace behauptete ferner, wegen eines Druckfehlers in einem Artikel vor dem nächsten Spiel gegen Somerset sei die Mannschaft in der Folge von Zuschauern und Medien nur noch als „All Blacks“ bezeichnet worden. Wallaces Darstellung wird heute weitgehend abgelehnt, da sich aus dem Zeitraum 1905-06 keine einzige englische Zeitung finden lässt, die von „All Backs“ (ohne l) schreibt.

Der Begriff „All Blacks“ (mit l) erschien tatsächlich erstmals nach der Begegnung mit Hartlepool in einem Spielbericht der Regionalzeitung Northern Daily Mail, die in der Folge von der nationalen Ausgabe der Daily Mail übernommen wurde. Autor dieses Artikels ist J.A. Buttery, Rugby-Korrespondent der Daily Mail während der Tour der Neuseeländer, der mit dem Spitznamen Bezug auf die (mit Ausnahme des Silberfarns) gänzlich schwarze Spielkleidung der Mannschaft nahm.[17]

Spielkleidung

Trikot der All Blacks

Das aktuelle Trikot der All Blacks ist vollkommen schwarz, mit Ausnahme des weißen Logos des offiziellen Trikotsponsors adidas und des stilisierten Silberfarns (Logo der NZRFU) auf der Vorderseite und der ebenfalls weißen Rückennummer. Bei ihrer ersten Auslandsreise, der 1884er-Tour nach Australien, trugen die neuseeländischen Rugbyspieler Spielkleidung, die sich von der heutigen stark unterscheidet. Sie bestand aus einem dunkelblauen Hemd mit einem goldenen Farn auf der linken Vorderseite. 1893 beschloss die NZRFU auf ihrer jährlichen Generalversammlung, dass die Spielkleidung künftig aus einem schwarzen Hemd mit Silberfarn und weißen Knickerbockern bestehen solle. Fotos aus jener Epoche lassen jedoch darauf schließen, dass stattdessen weiße Shorts getragen wurden. Irgendwann nach 1897 gab es eine Veränderung, denn 1901 trat die Mannschaft gegen New South Wales in schwarzen Segeltuchhemden ohne Kragen, schwarzen Shorts und schwarzen Socken an.[18] In früheren Jahren gab es bisweilen Hemden mit weißem Kragen. Heute gilt das Trikot der All Blacks als bekanntestes Rugby-Trikot der Welt.

Seit 2000 tragen die All Blacks bei Spielen gegen Frankreich Hemden mit einer auf dem rechten Ärmel aufgestickten roten Mohnblume. Damit soll den Soldaten des Australian and New Zealand Army Corps gedacht werden, die während des Ersten Weltkriegs auf den Schlachtfeldern Europas ihr Leben ließen.[19] Äußerst selten treten die All Blacks bei Auswärtsspielen nicht in Schwarz auf, in der Regel in Spielen gegen Mannschaften, die ebenfalls dunkle Spielkleidung tragen (beispielsweise das schottische Dunkelblau). 2006 wurde das früher in solchen Fällen verwendete weiße Hemd gegen ein graues getauscht.

Der Haka

Die All Blacks tanzen den Haka

Vor jedem Länderspiel führen die All Blacks den Haka auf, einen Ritualtanz der Māori, um ihre Gegner einzuschüchtern und um sich selbst zu motivieren. Der Haka wird oft als Herausforderung zum Kampf beschrieben. Seit der Tour der New Zealand Natives 1888/89 ist der Haka ein fester Bestandteil des neuseeländischen Rugby. Bis 2005 wurde ausschließlich ein Haka mit dem Titel Ka Mate getanzt, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Te Rauparaha komponiert worden war, dem Stammesführer der Ngāti Toa.

Vor einem Tri-Nations-Spiel gegen Südafrika am 28. August 2005 in Dunedin führten die All Blacks einen völlig neuen Haka auf, Kapa o Pango. Dieser wurde komponiert, um die multikulturelle Zusammensetzung der neuseeländischen Bevölkerung zu betonen, insbesondere den wachsenden Einfluss der Polynesier. Der neue Haka soll nur zu besonderen Anlässen aufgeführt werden und soll Ka Mate nicht ersetzen.[20]

Kapa o Pango endet mit einer umstrittenen, auf das gegnerische Team gerichteten Geste des „Hals-Durchschneidens“. Dies führte zu Vorwürfen, der neue Haka rufe zu Gewalt auf und sende ein falsches Signal an die Fans. Die NZRFU unterzog Kapa o Pango einer genauen Untersuchung und eine Expertenkommission kam zum Schluss, dass die Geste in der Kultur der Māori eine völlig andere Bedeutung hat. Laut Komponist Derek Lardelli steht sie für das Ziehen lebenswichtiger Energie in die Herzen und Lungen.

Stadien

Eden Park in Auckland

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Rugbynationen besitzt Neuseeland kein ausschließlich für die Nationalmannschaft vorgesehenes Stadion. Stattdessen tragen die All Blacks ihre Heimspiele in mehreren über das ganze Land verteilten Stadien aus. 2005 und 2006 waren dies der Eden Park in Auckland, das North Harbour Stadium in North Shore, das Westpac Stadium in Wellington, das Jade Stadium in Christchurch, das Waikato Stadium in Hamilton und Carisbrook in Dunedin.

Vor dem Bau des Westpac Stadium im Jahr 1999 war der Athletic Park die traditionelle Spielstätte in Wellington. Dort war am 13. August 1904 das erste Heimspiel der All Blacks gegen Großbritannien ausgetragen worden. Das erste Spiel außerhalb der Ballungszentren Auckland, Christchurch, Dunedin und Wellington fand am 7. Juni 1996 im McLean Park in Napier statt. Austragungsort des Finalspiels der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1987 war der Eden Park.

Im Hinblick auf die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 wird die Zuschauerkapazität des Eden Park und des Jade Stadium markant erhöht. Als Alternative zur Erweiterung des Eden Park hatte die neuseeländische Regierung den Bau eines Nationalstadions am alten Hafen von Auckland vorgeschlagen. Dieses Vorhaben stieß bei den Behörden von Stadt und Region Auckland auf Widerstand und wurde Ende November 2006 fallengelassen.[21]

Spieler

Aktueller Kader

Die folgenden Spieler bildeten den Kader während der November-Tests:[22]

Hintermannschaft (backs)

Spieler Position Provinzverband
Daniel Carter Verbindungshalb Canterbury
Jimmy Cowan Gedrängehalb Southland
Stephen Donald Verbindungshalb Waikato
Andrew Ellis Gedrängehalb Canterbury
Hosea Gear Außendreiviertel Wellington
Cory Jane Schlussmann Wellington
Richard Kahui Innendreiviertel Waikato
Malili Muliaina Schlussmann Waikato
Ma'a Nonu Innendreiviertel Wellington
Josevata Rokocoko Außendreiviertel Auckland
Sitiveni Sivivatu Außendreiviertel Waikato
Conrad Smith Innendreiviertel Wellington
Anthony Tuitavake Innendreiviertel North Harbour
Isaia Toeava Innendreiviertel Auckland
Piri Weepu Gedrängehalb Wellington

Stürmer (forwards)

Spieler Position Provinzverband
John Afoa Pfeiler Auckland
Anthony Boric Zweite-Reihe-Stürmer North Harbour
Jason Eaton Zweite-Reihe-Stürmer Taranaki
Ross Filipo Zweite-Reihe-Stürmer Wellington
Cory Flynn Hakler Canterbury
Ben Franks Pfeiler Canterbury
Andrew Hore Hakler Taranaki
Jerome Kaino Flügelstürmer Auckland
Richie McCaw Flügelstürmer, Kapitän Canterbury
Jamie Macintosh Pfeiler Southland
Keven Mealamu Hakler Auckland
Liam Messam Flügelstürmer Waikato
Rodney So'oialo Nummer Acht Wellington
Adam Thomson Flügelstürmer Otago
Brad Thorn Zweite-Reihe-Stürmer Tasman
Neemia Tialata Pfeiler Wellington
Scott Waldrom Flügelstürmer Taranaki
Ali Williams Zweite-Reihe-Stürmer Tasman
Tony Woodcock Pfeiler North Harbour

Herausragende Spieler

14 ehemalige All Blacks sind aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die International Rugby Hall of Fame aufgenommen worden. Es sind dies Fred Allen, Don Clarke, Sean Fitzpatrick, Grant Fox, David Gallaher, Michael Niko Jones, Ian Kirkpatrick, John Kirwan, Brian Lochore, Jonah Lomu, Colin Meads, Graham Mourie, George Nepia und Wilson Whineray.

Rekorde

Nachfolgend sind die wichtigsten Statistiken aufgelistet, die Spieler der All Blacks betreffen.[23] Die mit * markierten Spieler sind noch aktiv und können sich daher weiter verbessern. Der Unterschied zwischen der Gesamtanzahl absolvierter Spiele („matches“) und den Länderspielen gegen andere Nationalmannschaften („tests“) ist dadurch erklärbar, dass in der Zeit vor Einführung der Weltmeisterschaft die All Blacks weitaus mehr Spiele gegen Vereine oder Regionalmannschaften austrugen als heute üblich.

Stand: 29. November 2008

Die All Blacks gegen England

Meiste Spiele (matches) für die All Blacks:

Colin Meads: 133
Sean Fitzpatrick: 128
Andy Haden: 117
Ian Kirkpatrick: 113
Bryan Williams: 113
Ian Jones: 105
Bruce Robertson: 102
Gary Whetton: 101
Zinzan Brooke: 100
John Kirwan: 96

Meiste Länderspiele (tests) für die All Blacks:

Sean Fitzpatrick: 92
Justin Marshall: 81
Ian Jones: 79
Tana Umaga: 74
Richie McCaw: 70 (*)
Andrew Mehrtens: 70
Malili Muliaina: 68 (*)
Chris Jack: 67 (*)
Greg Somerville: 66
Keven Mealamu: 65 (*)
Doug Howlett: 63 (*)
John Kirwan: 63
Jonah Lomu: 63
Robin Brooke: 62
Ali Williams: 61 (*)
Craig Dowd: 60
Anton Oliver: 60
Jeff Wilson: 60
Daniel Carter: 59 (*)
Zinzan Brooke: 58
Christian Cullen: 58
Byron Kelleher: 58 (*)
Gary Whetton: 58
Olo Brown: 56
Leon MacDonald: 56 (*)
Frank Bunce: 55
Michael Niko Jones: 55

Meiste erzielte Versuche:

Doug Howlett: 49 (*)
Christian Cullen: 46
Jeff Wilson: 44
Joe Rokocoko: 43 (*)
Jonah Lomu: 37
Tana Umaga: 36
John Kirwan: 35
Daniel Carter: 25 (*)

Meiste erzielte Punkte: [24]

Andrew Mehrtens: 967
Daniel Carter: 879 (*)
Grant Fox: 645
Carlos Spencer: 291
Doug Howlett: 245 (*)
Christian Cullen: 236
Jeff Wilson: 234
Joe Rokocoko: 215 (*)

Trainer

Da die Definition und Rolle der Trainer der All Blacks bis zur Tour nach Südafrika 1949 sehr stark variierte, beinhaltet die folgende Tabelle nur Trainer, die seitdem angestellt wurden.

Name Jahre Spiele Siege Unent. Ndlg. Siege in Prozent
Alex McDonald 1949 4 0 0 4 0
Tom Morrison 1950, 5, 55 - 56 12 8 1 3 66.7
Len Clode 1951 3 3 0 0 100
Arthur Marslin 1953 - 1954 5 3 0 2 60
Dick Everest 1957 2 2 0 0 100
Jack Sullivan 1958 - 1960 11 6 1 4 54.5
Neil McPhail 1961 - 1965 20 16 2 2 80
Ron Bush 1962 2 2 0 0 100
Fred Allen 1966 - 1968 14 14 0 0 100
Ivan Vodanovich 1969 - 1971 10 4 1 5 40
Bob Duff 1972 - 1973 8 6 1 1 75
John Stewart 1974 - 1976 11 6 1 4 54.5
Jack Gleeson 1977 - 1978 13 10 0 3 76.9
Eric Watson 1979 - 1980 9 5 0 4 55.5
Peter Burke 1981 - 1982 11 9 0 2 81.8
Bryce Rope 1983 - 1984 12 9 1 2 75
Sir Brian Lochore 1985 - 1987 18 14 1 3 77.7
Alex Wyllie 1988 - 1991 29 25 1 3 86.2
Laurie Mains 1992 - 1995 34 23 1 10 67.6
John Hart 1996 - 1999 41 31 1 9 75.6
Wayne Smith 2000 - 2001 17 12 0 5 70.5
John Mitchell 2002 - 2003 28 23 1 4 82.1
Graham Henry 2004 - heute 47 42 0 5 89.4

Erfolge

Die All Blacks weisen gegen jede Nationalmannschaft, gegen die sie jemals gespielt haben, eine positive Bilanz auf. Sie gewannen 318 der 429 ausgetragenen Länderspiele, was einer Erfolgsquote von 74,13 % entspricht. Damit sind die All Blacks die international erfolgreichste Nationalmannschaft überhaupt. Vier Mannschaften, die vom Weltverband International Rugby Board in die erste Stärkeklasse eingeteilt worden sind, haben noch nie gegen Neuseeland gewonnen (Argentinien, Italien, Irland und Schottland).[25] Die schlechteste Siegquote weist Neuseeland gegen Südafrika auf (55,55 %). Gegen Nationalmannschaften aus dem deutschsprachigen Raum sind die All Blacks wegen des zu großen Unterschieds bei der Spielstärke noch nie angetreten.

Als im Oktober 2003 die IRB-Weltrangliste eingeführt wurde, lag Neuseeland auf dem zweiten Platz hinter England. Im November 2003 (nach der Weltmeisterschaft) lagen die All Blacks kurzfristig auf dem dritten Platz. Ab Juni 2004 hielten sie während mehr als drei Jahren die erste Position inne und wurden nach der WM 2007 von den Südafrikanern abgelöst. Mit dem Gewinn der Tri Nations 2008 eroberte Neuseeland die Spitzenposition zurück.

Ihre Länderspielstatistik gegen alle Nationen (geordnet nach Anzahl der Spiele), aktualisiert am 29. November 2008, ist wie folgt:[26]

Gegen Spiele Siege Ndlg. Unent.  % Gewonnen
Australien 132 88 39 5 66.67
Südafrika 75 42 30 3 56.00
Frankreich 46 34 11 1 73.91
British and Irish Lions 38 29 6 3 76.32
England 32 25 6 1 78.13
Schottland 27 25 0 2 92.59
Wales 24 21 3 0 87.50
Irland 22 21 0 1 95.45
Argentinien 13 12 0 1 92.31
Italien 9 9 0 0 100.00
Samoa 5 5 0 0 100.00
Fidschi 4 4 0 0 100.00
Kanada 4 4 0 0 100.00
Tonga 3 3 0 0 100.00
World XV 3 2 1 0 66.67
Rumänien 2 2 0 0 100.00
USA 2 2 0 0 100.00
Großbritannien 1 1 0 0 100.00
Japan 1 1 0 0 100.00
Pacific Islanders 1 1 0 0 100.00
Portugal 1 1 0 0 100.00
Total 444 331 96 17 74.55

Weltmeisterschaft

Obwohl die All Blacks stets zu den meistgenannten Favoriten zählen, konnten sie den Webb Ellis Cup, die Gewinntrophäe der alle vier Jahre ausgetragenen Rugby-Union-Weltmeisterschaft, bisher erst einmal entgegennehmen, bei der ersten Austragung 1987 in Neuseeland und Australien. 1991 verloren sie das Halbfinale gegen Australien, 1995 das Finale gegen Gastgeber Südafrika. Das zweitschlechteste Ergebnis war 1999 der vierte Platz. 2003 verloren sie erneut im Halbfinale gegen Australien. Ihr schlechtestes Ergebnis erreichten sie 2007, als sie bereits im Viertelfinale gegen Frankreich ausschieden.

Die All Blacks halten mehrere Weltmeisterschaftsrekorde: Die meisten Spielpunkte in einem einzelnen Spiel (145 gegen Japan bei der WM 1995), die meisten Spielpunkte bei allen Weltmeisterschaften insgesamt (1384), die meisten Versuche (35) und Erhöhungen insgesamt (137). Mehrere neuseeländische Spieler sind ebenfalls Rekordhalter: Jonah Lomu erzielte die meisten Versuche insgesamt (15), Sean Fitzpatrick absolvierte die meisten WM-Spiele (17 zwischen 1987 und 1995), Marc Ellis erzielte die meisten Versuche in einem einzigen Spiel (6 gegen Japan im Jahr 1995) und Grant Fox hält den Rekord für die meisten Spielpunkte während eines Turniers (126 im Jahr 1987).[27]

Tri Nations

Das einzige jährliche Turnier der All Blacks ist das seit 1996 ausgetragene Tri Nations gegen Australien und Südafrika. Mit neun Turniersiegen und Siegen in 39 Spielen liegen die All Blacks deutlich vor ihren Kontrahenten. Neuseeland gewann das Turnier in den Jahren 1996, 1997, 1999, 2002, 2003, 2005, 2006, 2007 und 2008.

Gesamttabelle seit 1996 (Stand 13. September 2008):

Land Spiele Siege Unent. Ndlg. Spiel-
punkte
Diff. Bonus
punkte
Tabellen-
punkte
Titel
Neuseeland Neuseeland 56 39 0 17 1516:1089 +427 26 182 9
Australia Australien 56 23 1 32 1174:1303 −129 27 121 2
Südafrika Südafrika 56 21 1 34 1121:1309 −288 19 105 2

Die Punkte werden wie folgt berechnet: 4 Punkte bei einem Sieg, 2 Punkte bei einem Unentschieden, 0 Punkte bei einer Niederlage (vor möglichen Bonuspunkten), 1 Bonuspunkt für vier oder mehr erfolgreiche Versuche, 1 Bonuspunkt bei einer Niederlage mit weniger als sieben Punkten Unterschied.

Weitere Wettbewerbe

Einer der traditionsreichsten Wettbewerbe im Rugby Union ist jener um den Bledisloe Cup. Er wird seit 1931 zwischen Australien und Neuseeland ausgetragen, seit 1996 im Rahmen von Tri Nations. Ebenfalls ein Teil von Tri Nations ist seit 2004 der alle zwei Jahre ausgetragene Wettstreit mit Südafrika um den Freedom Cup. Seit 2000 spielt Neuseeland außerdem gegen Frankreich um die Dave Gallaher Trophy und musste die Trophäe bisher noch nie abgeben.

Die Junior All Blacks gewannen 2006 und 2007 den Pacific Nations Cup, der im Jahr 2006 eingeführt wurde. Die New Zealand Māori konnten den Churchill Cup bisher zweimal gewinnen (2004 und 2006). Ebenfalls je zweimal wurden die Juniorennationalmannschaften Weltmeister (U-21: 2003 und 2004; U-19: 2004 und 2007).

Einzelnachweise und Erläuterungen

  1. All Blacks magic: New Zealand rugby auf der Website der BBC
  2. Sämtliche Mitglieder des NZRFU-Exekutivkomitees mussten in Wellington Wohnsitz nehmen, diese Regelung wurde erst 1986 abgeschafft.
  3. Spielstatistik New South Wales - Neuseeland auf der Website der All Blacks
  4. Spielstatistik des ersten Länderspiels auf der Website der All Blacks
  5. Statistik der Tour der Original All Blacks 1905/06 auf der Website der All Blacks
  6. Statistik der Tour der Invincibles 1924/25 auf der Website der All Blacks
  7. Statistik der Tour der All Blacks 1935/36 auf der Website der All Blacks
  8. The day a Russian prince in an England shirt beat the All Blacks - Bericht auf telegraph.co.uk
  9. Alone It Stands - at Court Theatre - Theaterkritik von John Smythe
  10. Statistik der Südafrika-Tour 1976 auf der Website der All Blacks
  11. From Montreal to Gleneagles - Artikel auf nzhistory.net
  12. Protests a turning point in the history of New Zealand - Artikel des New Zealand Herald, 8. Juli 2006
  13. a b c d e Ergebnisse bei Weltmeisterschaften auf der Website der All Blacks
  14. Statistik der Australien-Tour 1988 auf der Website der All Blacks
  15. IRB Awards
  16. IRB: Shane Williams: IRB Player of the Year 2008
  17. ALL BLACKS - The Name? auf der Website des New Zealand Rugby Museum.
  18. ¨“All Black” Uniform auf www.teara.govt.nz (Te Ara - The Encyclopedia of New Zealand)
  19. All Blacks to honour fallen soldiers (Meldung auf www.iol.co.za)
  20. New haka the cutting edge of sport - Artikel des New Zealand Herald vom 29. August 2005
  21. It's Eden Park says disappointed Mallard - Artikel des New Zealand Herald vom 27. November 2006
  22. All Blacks named for End of Year tour “, allblacks.com. Zugriff am 26. Oktober 2008. 
  23. Statistiken der All Blacks
  24. Beinhaltet Versuche, Erhöhungen, Straftritte und Feldtore
  25. Argentinien und Irland erreichten je ein Mal ein Unentschieden, Schottland zwei Mal.
  26. All Blacks Test Match Record since first test match auf der Website der All Blacks
  27. Offizielle Weltmeisterschafts-Statistiken

Literatur

  • Ron Palenski: Century in Black - 100 Years of All Black Test Rugby. Hodder Moa Beckett Publishers Limited, 2003. ISBN 1-86958-937-8
  • Phil Gifford: The Passion - The Stories Behind 125 years of Canterbury Rugby. Wilson Scott Publishing, 2004. ISBN 0-9582535-1-X
  • Bob Howitt: SANZAR Saga - Ten Years of Super 12 and Tri-Nations Rugby. Harper Collins Publishers, 2005. ISBN 1-86950-566-2
  • Ian Borthwick: France/All Blacks - 100 ans de rencontres. Au vent des îles, 2006. ISBN 2915654077

Weblinks


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