Allan Dwan

Allan Dwan (* 3. April 1885 in Toronto, Ontario als Joseph Aloysius Dwan; † 28. Dezember 1981 in Woodland Hills/Kalifornien) war ein US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Der gebürtige Kanadier Dwan zog mit seiner Familie bereits in jungen Jahren in die USA, wo er auch aufwuchs. Nach dem Schulabschluss studierte er Elektrotechnik und arbeitete einige Zeit als Elektroingenieur in Chicago bei einer Firma, die Quecksilberdampflampen produzierten. Einer der ersten Kunden war die Filmgesellschaft Essany, für die er mehrere Drehbücher verfasste.

Schließlich wechselte er den Beruf vollends und arbeitete von 1909 an Drehbuchautor, erst in Chicago, dann in New York und ab 1911 in Hollywood. Bald führte er auch Regie und allein zwischen 1911 und 1918 war er für über 205 Filme verantwortlich, wobei die Dauer selten mehr als 15 Minuten betrug. In dieser Zeit war Dwan sozusagen Mädchen für alles als Regisseur, Editor, Drehbuchautor und gelegentlich Statist in Personalunion. Damit erwarb er sich ein fundiertes Wissen sowohl um die technischen Aspekte als auch über Dramaturgie und Schauspielerführung. Als Pionier auf dem Gebiet war er 1915 der Erfinder des dolly shot, bei dem die Kamera auf Rädern montiert wird und den Bewegungen des Schauspielers folgt. Er nutzte die Technik erstmals in dem Film David Harum, in dem er einen Spaziergang des Schauspielers William H. Crane filmte. Im selben Jahr war verantwortlich für die Lösung eines technischen Problems, dass D. W. Griffith bei den Dreharbeiten von Intolerance hatte: Dwan montierte die bewegliche Kamerafahrt auf einem Kran und gewann somit noch mehr Möglichkeiten, Aufnahmen in der Totalen zu variieren. Dwan war verantwortlich für einige der frühen Erfolge von Mary Pickford bei Famous Players sowie von Lillian Gish und Dorothy Gish bei Triangle. Seit 1916 drehte er bevorzugt mit seinem guten Freund Douglas Fairbanks Sr. und inszenierte darüber hinaus bei Paramount einige erfolgreiche Streifen für Gloria Swanson.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms verlief sich die Karriere von Dwan rasch und nach seiner Rückkehr aus England 1934 fand er sich hauptsächlich in B-Filmen wieder. Erst der kommerzielle und künstlerische Erfolg von zwei Filmen mit Shirley Temple, Heidi und Rebecca of Sunnybrook Farm, halfen, ihn wieder in die Liste der gefragten Regisseure zu bringen. In späteren Jahren äußerte sich Dwan immer wieder fasziniert über den Professionalismus und die darstellerischen Fähigkeiten von Temple, die unter seiner Regie einige ihrer besten Leistungen brachte. Für 20th Century Fox durfte er daraufhin den Monumentalstreifen Suez mit Tyrone Power und Loretta Young in Szene setzen, nur um kurz danach wieder auf dem Niveau von zweitklassigen Produktionen herab zu sinken. Erst Mitte der 1940er erholte sich seine Karriere und er begann seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Republic Pictures, wo er einige exzellent Filme drehte: Du warst unser Kamerad, Montana Belle und besonders den Western Tennessee's Partner.

Für seine Verdienste um das US-amerikanische Kino erhielt Allan Dwan einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und einen Los Angeles Film Critics Association Award für sein Lebenswerk.

Filmographie (Auszug)

  • 1918: A Modern Musketeer
  • 1922: Robin Hood
  • 1924: Manhandled
  • 1925: Stage Struck
  • 1929: Die eiserne Maske (The Iron Mask)
  • 1929: East Side – West Side
  • 1937: Heidi
  • 1938: Rebecca of Sunnybrook Farm
  • 1938: Suez
  • 1940: Young People
  • 1943: Up in Mabel's Room
  • 1945: Getting Gertie's Garter
  • 1945: Hilfe, ich bin Millionär! (Brewster’s Millions)
  • 1949: Du warst unser Kamerad (Sands of Iwo Jima)
  • 1952: Die Schönste von Montana (Montana Belle)
  • 1954: Königin der Berge (Cattle Queen of Montana)
  • 1956: Todesfaust (Tennessee's Partner)
  • 1961: The Most Dangerous Man Alive

Literatur

  • Peter Bogdanovich: Allan Dwan. The Last Pioneer. Praeger, New York 1971 & Studio Vista, London 1971
  • Giorgio Gosetti: Allan Dwan. The Name Beneath the Title. Lindau, Turin 2002, ISBN 8-87180353-1
  • Kevin Brownlow: Pioniere des Films. Vom Stummfilm bis Hollywood (OT: The Parade's Gone by…). Schriftenreihe des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main. Stroemfeld, Basel und Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87877-386-2

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