Allan Simonsen (Fußballspieler)
Allan Simonsen

Allan Simonsen im Jahr 2000

Spielerinformationen
Geburtstag 15. Dezember 1952
Geburtsort VejleDänemark
Größe 168 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1963–1971 Vejle BK
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1971–1972
1972–1979
1979–1983
1983
1983–1989
Vejle BK
Borussia Mönchengladbach
FC Barcelona
Charlton Athletic
Vejle BK
42 (16)
178 (76)
98 (31)
16 0(9)
166 (70)
Nationalmannschaft
1972
1972–1986
dän. Olympiaauswahl
Dänemark
6 0(3)
55 (20)
Stationen als Trainer
1991–1994
1994–2001
2002–2004
Vejle BK
Färöer-Inseln
Luxemburg
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Allan Simonsen (* 15. Dezember 1952 in Vejle, Dänemark) ist ein ehemaliger dänischer Fußballspieler und -trainer.

Simonsen war einer der ersten Fußballstars seines Landes und wurde 1977 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Seine größten Erfolge feierte der Däne in den 1970er Jahren mit Borussia Mönchengladbach und später mit dem FC Barcelona. Noch heute gilt Simonsen als einer der besten Fußballer, die das Land je hervorgebracht hat.

Später arbeitete Simonsen als Nationaltrainer von Luxemburg und den Färöer-Inseln.

Inhaltsverzeichnis

Karriere im Verein

Anfang der Sechziger Jahre trat Simonsen dem Verein seiner Heimatstadt, Vejle BK, bei und wurde dort in der Jugendabteilung fußballerisch ausgebildet. Mit 19 Jahren debütierte er im März 1971 in der Seniorenmannschaft in Dänemarks erster Liga und gewann auch gleich die Meisterschaft. Im folgenden Jahr war der Offensivspieler bereits fester Bestandteil der Mannschaft und holte mit den Jütländern das "Double" aus Meisterschaft und Pokal.

Der wendige Stürmer, der sich trotz seiner geringen Körpergröße von nur 1,68 m auch als kopfballstark erwies, erhielt 1972 eine Berufung in Dänemarks Olympiamannschaft. Bei den Spielen in München schied das Team in der Zwischenrunde aus; Simonsen jedoch war der auffälligste Spieler Dänemarks, der in allen sechs Partien zum Einsatz kam und drei Tore schoss. Einer der Beobachter im Münchener Olympiastadion war Hennes Weisweiler, Trainer von Borussia Mönchengladbach, der Simonsen aufgrund seiner Leistungen verpflichtete. Er holte den Stürmer für 200.000 DM Ablöse an den Bökelberg.

Gladbachs Spielmacher und Kapitän Günter Netzer hatte zunächst große Zweifel an der Richtigkeit dieser Verpflichtung und befand: "Den pusten sie doch in der Bundesliga um." Mit dieser Einschätzung lag er nicht falsch, denn Simonsen hatte große Anlaufschwierigkeiten mit dem Fußball in Deutschland, da er mit der harten Spielweise in der Bundesliga nicht zurechtkam. In den ersten beiden Jahren kam er lediglich auf 17 Einsätze (zwei Tore) in der Bundesliga. Sein Transfer schien gescheitert und er sollte sogar wieder verkauft werden, doch fand sich kein Interessent. Simonsen arbeitete hart an sich und wurde belohnt. Die Saison 1974/75 brachte für ihn den Durchbruch: er wurde in allen 34 Partien eingesetzt, erzielte 18 Tore und bildete mit Jupp Heynckes (27 Tore, Torschützenkönig) und Henning Jensen (13 Tore) eine der besten Sturmreihen der Liga. Mönchengladbach spielte attraktiven Offensivfußball und die "Fohlen" holten den Meistertitel. Ebenso spielte Simonsen im Europapokal groß auf und führte sein Team mit acht Toren in das Endspiel des UEFA-Pokals, wo Twente Enschede mit 0:0 und 5:1 besiegt wurde (zwei Simonsen-Tore). Im nächsten Jahr verteidigte Gladbach (inzwischen mit Udo Lattek als neuem Trainer) den Meistertitel und mit 16 Treffern war Simonsen bester Angreifer seiner Mannschaft und mit einem Tor am vorletzten Spieltag bei Kickers Offenbach (1:1) sicherte er Gladbach den ersten Platz. Die Borussia war Mitte der Siebziger Jahre die stärkste deutsche Vereinsmannschaft und hatte dem FC Bayern München diesen Rang abgelaufen. Neben Simonsen spielten mit Jupp Heynckes, Berti Vogts, Uli Stielike und Rainer Bonhof viele Nationalspieler im Team der Borussia.

1977 sollte Simonsens bestes Jahr werden: Gladbach holte seine dritte Meisterschaft hintereinander (12 Simonsen-Tore) und führte seine Elf sogar ins Finale des Europapokals der Landesmeister, wo man sich dem FC Liverpool mit 1:3 geschlagen geben musste (Simonsen erzielte den Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich). Als Krönung wurde er als erster Däne überhaupt zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Der berühmteste Fußballer Dänemarks wurde von zahlreichen europäischen Topvereinen umworben (u.a. Juventus Turin), doch er blieb Gladbach noch zwei weitere Jahre treu und stand 1979 wieder im Finales des UEFA-Pokals. Simonsen hatte seine Elf mit acht Toren in acht Spielen ins Finale geführt und war der umjubelte Held auf dem Bökelberg. Nach einem 1:1 bei Roter Stern Belgrad genügte im Rückspiel in Düsseldorf ein 1:0, wobei Simonsen das goldene Tor gelang und er seinen Ruf bekräftigte, in entscheidenden Partien immer zu treffen. Es sollte aber Simonsens letzter Titel sein, da er für eine Ablösesumme von rund 1,3 Millionen DM zum FC Barcelona wechselte und seinem alten Verein noch ein schönes Abschiedsgeschenk bereitet hatte.

In seiner Premierensaison (1979/80) gelangen ihm zehn Treffer und er war damit bester Torschütze der Katalanen. Die Mannschaft wurde mit Bernd Schuster und Quini weiter verstärkt und gewann 1981 den spanischen Pokal (Copa del Rey). Im nächsten Jahr gewann er unter seinem alten Trainer Udo Lattek den Europapokal der Pokalsieger und war wieder Matchwinner,als er beim 2:1-Finalsieg, gegen Standard Lüttich, den Ausgleich machte und den Siegtreffer von Quini vorbereitete. Doch im Sommer wurde mit dem Argentinier Diego Armando Maradona ein dritter Ausländer verpflichtet wurde (neben Simonsen und Schuster), weshalb Simonsen einen Wechsel vorzog, da lediglich zwei Ausländer pro Mannschaft erlaubt waren. Simonsen lehnte lukrative Angebote von Real Madrid und Tottenham Hotspur ab und schloss sich Anfang 1983 Charlton Athletic an, die nur in der Second Division spielten. Er wollte nicht mehr zu einem großen Club wechseln und in Ruhe seine Karriere ausklingen lassen.

Doch schon im Sommer kehrte er nach drei Monaten nach Dänemark zurück, dahin wo die Karriere des 31-jährigen Superstars begonnen hatte und er schloss sich seinem alten Heimatverein Vejle BK an. Nach einer schweren Verletzung gewann er mit Vejle 1984 eine weitere Meisterschaft, doch Simonsen konnte an seine frühere Topform nicht mehr anknüpfen. Mit 37 Jahren verkündete Simonsen im November 1989 das Ende seiner Karriere.

Karriere in der Nationalmannschaft

Im Juli 1972 feierte der 19-jährige im Spiel gegen Island sein Debüt in der dänischen Nationalmannschaft. Beim 5:2-Sieg schoss er gleich zwei Tore und war fortan Stammspieler. Doch mit der Nationalmannschaft hatte Simonsen zunächst sehr wenig Erfolg und konnte sich für kein großes Turnier qualifizieren.

Erst als Anfang der 1980er Jahre, als der deutsche Trainer Josef Piontek, die zahlreichen dänischen Fußballprofis im Ausland zu einer schlagfertigen Mannschaft formte, kamen erste Erfolge. Allan Simonsen, der damals erfolgreichste dänische Spieler und große Fußballstar des Landes wurde ihr Kapitän. Es gelang, sich erstmals für ein großes Turnier zu qualifizieren: die EURO 1984 in Frankreich. Dies war der Beginn der erfolgreichsten Zeit des dänischen Fußballs. Simonsen bestritt als Kapitän das Eröffnungsspiel dieser Europameisterschaft in Paris gegen den Gastgeber und späteren Titelträger Frankreich. Bei diesem Spiel prallte er mit seinem Gegenspieler Yves Leroux zusammen und brach sich das Bein. Vom Krankenbett aus verfolgte er das Abschneiden der dänischen Mannschaft, die erst im Halbfinale an Spanien scheiterte. Diese Verletzung leitete das Ende seiner internationalen Karriere ein.

Simonsen fuhr zwar noch mit zur WM 1986 nach Mexiko (erste WM-Teilnahme Dänemarks), doch der inzwischen 33-jährige galt allerdings nicht mehr als Stammspieler und wurde lediglich im dritten Vorrundenspiel gegen Deutschland eingewechselt (2:0).

Am 24. September 1986 nahm er seinen Abschied aus der Nationalmannschaft, als er zwanzig Minuten vor Ende gegen Deutschland eingewechselt wurde.

Karriere als Trainer

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte er 1990 ins Management von Vejle BK, wo er bis 1994 arbeitete und ins Trainerfach wechselte. Von 1994 bis 2001 coachte er die Färöische Fußballnationalmannschaft und von 2002 bis 2004 Luxemburg.

Erfolge

Titelgewinne

Persönliche Erfolge

Privates

Allan Simonsen wohnt in Sitges, unweit von Barcelona.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Was macht Allan Simonsen
Vorgänger Amt Nachfolger
Franz Beckenbauer Europas Fußballer des Jahres
1977
Kevin Keegan
Franco Cucinotta, Gerd Müller Torschützenkönig des Europapokals der Landesmeister
Saison 1977/78
Claudio Sulser
Gerrie Deykers
Raimondo Ponte
Torschützenkönig des Europapokals der Pokalsieger
Saison 1978/79
Dieter Hoeneß
Harald Nickel

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