Allee der Kosmonauten (Berlin)
Allee der Kosmonauten
Coat of arms of Berlin.svg
Straße in Berlin
Allee der Kosmonauten
Allee der Kosmonauten nahe dem Bahnhof Springpfuhl
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Lichtenberg, Marzahn
Angelegt im heutigen Ausbaustadium ab 1970
Anschlussstraßen Herzbergstraße, Raoul-Wallenberg-Straße
Querstraßen viele
Plätze Helene-Weigel-Platz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 5400 Meter, davon etwa 4,5 km in Marzahn

Die Allee der Kosmonauten ist eine im 20. Jahrhundert entstandene Hauptverkehrsstraße in den Berliner Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Sie beginnt westlich als Sackgasse in Lichtenberg nordwestlich des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde und führt in geschwungener Straßenführung über die Rhinstraße und weiter in Marzahn-Hellersdorf über die Märkische Allee zur Landsberger Allee, wo sie in die Raoul-Wallenberg-Straße übergeht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Verlaufsbeschreibung

Es ist eine völlig neu angelegte Straße, die in ihrer Trassierung jedoch Teile früherer Straßen integriert: Dannenfelzer Straße (um 1925 bis etwa 1975), Cellinistraße und Teile der Geißenweide.[1] Die Verlängerung der Herzbergstraße über den neu erbauten Abschnitt der Rhinstraße hinweg bis zur Marzahner Chaussee wurde 1975 zunächst in Springpfuhlstraße benannt. Der gesamte Straßenzug der späteren Allee der Kosmonauten war zu diesem Zeitpunkt noch im Bau bzw. nur zum Teil fertiggestellt.

Sie verläuft von Westen (als Fortsetzung der Herzbergstraße im Ortsteil Lichtenberg) zweifach abgeknickt bis zur Landsberger Allee im Norden. Im Bereich des Helene-Weigel-Platzes bildet die Straße einen verschlungenen nördlichen Arm (der einen fußläufigen Anschluss an den Murtzaner Ring und nach Alt-Marzahn besitzt; diese Arme sind wiederum Teile früherer Straßen wie Dielsteig, Kuevettsteig, Lebelsteig oder Rivers Weg). Außerdem gibt es zwei südliche Fortsätze. Die Hausnummern 16–25 gehören zum Ortsteil Lichtenberg, die Bereiche 88–144 (die südlichen Fortsätze) zwischen Eitelstraße und Elisabethstraße zum Ortsteil Biesdorf, der größere Rest (bis Nummer 203) zu Marzahn.[2] Die Straße bildet in ihrem mittleren Abschnitt die Ortsteil-Grenze zu Biesdorf.

In Richtung Westen überquert die Allee der Kosmonauten am Bahnhof Springpfuhl die S-Bahn und verläuft ab dort durch ein reines Industriegebiet. In östlicher Richtung tangiert die Straße am Springpfuhl den Helene-Weigel-Platz mit seinen drei weithin sichtbaren, 25 Stockwerke hohen Wohnhochhäusern und dem denkmalgeschützten „alten“ Rathaus von Marzahn, das nach der Verwaltungsreform des Jahres 2001 als Bürgeramt genutzt wird.

Namensherkunft und Datum der Benennung

Um den Weltraumflug des sowjetischen Fliegerkosmonauten Oberst Waleri Fjodorowitsch Bykowski und des deutschen Forschungskosmonauten Oberstleutnant Sigmund Jähn mit dem Raumschiff Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6 zu würdigen, erhielt die damalige Springpfuhlstraße am 22. September 1978 in Anwesenheit der beiden Raumfahrer ihren heutigen Namen. Jähn war der erste Deutsche im Weltraum. Der Flug fand vom 26. August bis zum 3. September 1978 statt.

Kosmonaut ist die aus dem Russischen übernommene Bezeichnung für einen Raumfahrer, analog dem aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammenden Astronauten. Bykowski und Jähn wurden am 21. September 1978 vom Ost-Berliner Magistrat und von der Stadtverordnetenversammlung mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin geehrt und nach 1989 in die Senatsliste der Berliner Ehrenbürger übernommen.

Architektur und Verkehr der Straße

Entlang der Allee der Kosmonauten, die im Volksmund schlicht AdK genannt wird, ziehen sich große Wohngebiete in meist elfgeschossiger Plattenbauweise und Industriegebiete. Nahezu auf ihrer gesamten Länge wird die AdK von Straßenbahnen (Linien M8, M6 und 18) befahren, die eine eigene Trasse überwiegend in der Straßenmitte haben. Die alten Straßenbahn-Haltestellenhäuschen aus Beton, die nach 1989 schrittweise ersetzt wurden, waren mit futuristischen und Raumfahrtmotiven bemalt. Darüber hinaus erschließen einige Omnibuslinien die Magistrale (X54, 154, 194, 192).

Kunst, Kultur und Bildung in der Allee der Kosmonauten

Kunst

Skulptur: Drei sitzende Frauen
  • Vor dem Haus Nummer 58 wurde 1982 eine Brunnenskulptur aufgestellt: Stilleben Gedeckter Tisch, angefertigt von Emerita Pansowova.[3]
  • Vor dem Haus Nummer 68 – zwischen zwei Zehngeschossern auf Höhe der Marchwitzastraße – steht eine 10 Meter hohe Betonsskulptur Richtkrone. Der Bildhauer Alfred Bernau hat das Denkmal zur Erinnerung an die Fertigstellung der ersten Häuser des neuen Großbezirks 1974 geschaffen.
  • Vor dem Gebäudetrakt Nummer 194 steht eine Sandsteinskulptur Drei sitzende Frauen auf einem Steinsockel (siehe Bild). Die Figuren wurden vom Bildhauer Manfred Hübner angefertigt und an dieser Stelle im Jahr 1985 aufgestellt.[4]
  • Es gibt die Plansche am Anger. Hier laden vier Edelstahl-Stelen als manuell zu betätigende Sprühduschen auf einer befestigten ebenerdigen Fläche zum sommerlichen vergnügen. Entwurf und Ausführung stammen vom Grünflächenamt Marzahn.[5]

Kultur

  • Unter der Nummer 67 gibt es das Statttheater Lichtenberg.[6]
  • Jugendklub Treibhaus, Allee der Kosmonauten 170

Schulwesen

  • Im Bereich der AdK befinden sich zahlreiche Sportstätten, darunter Hallen und offene Sportplätze, auch für sportvereine
  • Das OSZ Energietechnik II (Hein-Moeller-Schule: AdK 18),[7] die Mahatma-Gandhi-Oberschule sowie die Wilhelm-von-Siemens-Oberschule (Nummer 134) sind in der Straße angesiedelt.
  • Akademie für Berufsförderung und Umschulung gGmbH (Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten und Bürokommunikation; im Aufbau) unter Nummer 35a

Weblinks

 Commons: Allee der Kosmonauten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Berliner Stadtplan von 1954 mit den Straßen um Alt-Marzahn
  2. Straßenliste beim Amt für Statistik, hier Allee der Kosmonauten, S. 1; Stand vom 7. Februar 2011
  3. Kunstkonzeption "In der Großsiedlung", abgerufen am 28. März 2011
  4. Schriftliche Information der Leiterin des Kunstamtes Marzahn-Hellersdorf vom April 2011.
  5. Foto und Erläuterung der Plansche am Anger auf Kommtreff; abgerufen am 28. März 2011
  6. Info von Tip-Berlin zum Statttheater; abgerufen am 28. März 2011
  7. Homepage der Hein-Moeller-Schule
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