Harald Böse


Harald Böse

Harald Böse (* 28. November 1945) ist ein deutscher Biathlon-Trainer.

Harald Böse betreute zwischen 1990 und 2007 17 Jahre lang als Co-Trainer von Damen-Bundestrainer Uwe Müßiggang die deutschen Biathlonfrauen. Er selbst war neben der Arbeit als Müßiggangs rechte Hand im Weltcup vor allem als Trainer für die thüringischen Starterinnen zuständig, so fielen in seinen Betreuungsbereich Athletinnen wie Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Katrin Apel. Viele Erfolge deutscher Damen im Biathlon gehen nicht zuletzt auch auf die Arbeit Böses zurück, der fünfmal als Betreuer an Olympischen Spielen teilnahm. Allein bei diesen Wettbewerben gewannen die von ihm mitbetreuten Athletinnen fünf goldene, neun silberne und vier bronzene Medaillen. Nach der Saison 2006/2007 trat er von seinen Funktionen auf Bundesebene zurück.

Vor der Wende war Böse Trainer beim ASK Vorwärts Oberhof. Nach der Wende wurde bekannt, dass Böse auch als Inoffizieller Mitarbeiter unter dem Decknamen „Horst Sommer“ für die Staatssicherheit gearbeitet hatte. So wird er bis heute dafür von seinem früheren Schützling Andreas Heß kritisiert.[1] Böse soll durch seine Denunziation ausschlaggebend für die Entfernung Heß' aus dem Kader für die Olympischen Winterspiele 1980 gewesen sein, nachdem er weitergab, Heß bei einem Treffen mit einer westdeutschen Frau beobachtet zu haben.[2] Vor den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin wurde spekuliert, ob Böse nicht wie Eiskunstlauftrainer Ingo Steuer und Skisprung-Co-Trainer Henry Glaß eine Fahrt nach Turin verwehrt werden sollte. Jedoch sah man innerhalb des DSV von einer solchen Maßnahme ab.[3] Böses mögliche Verstrickungen wurden sogar in der Fernsehsendung Monitor thematisiert.

Böse ist Co-Autor des Buches Biathlon. Leistung – Training – Wettkampf. Ein Lehrbuch für Trainer, Übungsleiter und Aktive (Limpert, Wiesbaden 1998, ISBN 3-7853-1596-1).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Thomas Purschke (8. April 2004): Stasi-Opfer Heß wirft DSB-Präsident Richthofen «Schönwetter-Bilanz» vor. NZ Netzeitung GmbH. Abgerufen am 24. Februar 2009.
  2. Till Schwertfeger (6. Februar 2004): Stasi-Opfer Heß: "Die müssen sich doch schämen". www.spiegel.de. Abgerufen am 24. Februar 2009.
  3. cel / dpa / sid (26. Januar 2006): Biathlon-Elite holt sich letzten Schliff. sport.ard.de. Abgerufen am 24. Februar 2009.

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