Allen Smithee

Der als Filmregisseur oft genannte Alan Smithee ist ein Anagramm von „The Alias Men“. Das bedeutet, dass bei Filmen, in denen der eigentliche Regisseur seinen Namen nicht mit dem Werk in Verbindung gebracht haben wollte, ein Alan Smithee Regie geführt hat. Dessen Name ist streng reglementiert. Die Directors Guild of America (DGA, Gewerkschaft für Regisseure) schreibt vor, dass bei jedem Film ein Regisseur im Abspann steht. Bei nachweislich stark gegen den Willen des Regisseurs veränderten Filmen darf das Pseudonym Alan Smithee verwendet werden. Die Anwendung ist streng auf diesen Fall begrenzt; so durfte Tony Kaye den Namen Smithee bei dem Film American History X nicht einsetzen, obwohl er den Antrag stellte.

Das Pseudonym Smithee entstand 1969, als keiner der beiden Regisseure des Filmes Death of a Gunfighter (Robert Totten wurde durch Don Siegel ersetzt) seinen Namen dafür hergeben wollte. 1997 kam die Parodie An Alan Smithee Film: Burn Hollywood Burn (dt: Fahr zur Hölle, Hollywood) in die Kinos, was das Pseudonym enttarnte; ironischerweise zog Arthur Hiller, der eigentliche Regisseur des Films, selbst seinen Namen zurück und benutzte das Pseudonym Alan Smithee. Der Film gilt als einer der schlechtesten Filme der 1990er Jahre und gewann fünf Goldene Himbeeren, unter anderem für den schlechtesten Film des Jahres. So gilt der Film Supernova als der erste Post-Smithee-Film, dort führte ein gewisser Thomas Lee alias Walter Hill Regie. Smithee wurde allerdings auch nach Supernova gesichtet, in einem Film namens The Guardian.

Der Regisseur beschränkt sich nicht nur auf US-amerikanische Produktionen, sondern führt unter anderem auch bei deutschen Filmen Regie, wie etwa beim Pilotfilm und der Fernsehserie Schulmädchen. 2007 sendete die ARD am 8. und 9. August den zweiteiligen TV-Film „Paparazzo“. Auch in diesem Werk erscheint anstatt des eigentlichen Regisseurs Stephan Wagner Alan Smithee im Abspann.

Wissenswertes

  • Alternative Schreibweisen für Smithees Namen sind „Allen Smithee“, „Alan Smythee“, und „Adam Smithee“.
  • Eine alternative Theorie zu Smithees Namen ist, dass die Schöpfer des Pseudonyms einen Namen wollten, der Anonymität verkörpert („Smith“ ist ein sehr häufiger Name), den gleichzeitig keine echte Person haben sollte. Also wurde der Name in „Smithe“ (eine andere Schreibweise von „Smith“) geändert und noch ein „e“ hinzugefügt, um ganz sicher zu gehen. Im deutschsprachigen Raum würde Smithee etwa soviel wie Schmidtchen bedeuten. Ein Pseudonym in Deutsch, das den gleichen Zweck erfüllt, ist bis dato nicht bekannt.
  • Zu den Regisseuren, die das Pseudonym benutzt haben, gehören
  • Zu den Drehbuchautoren, die das Pseudonym benutzt haben, gehören
    • Sam Raimi und Ivan Raimi (die das Drehbuch zu Die total beknackte Nuß als „Alan Smithee, Jr.“ und „Alan Smithee, Sr.“ schrieben)

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