Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club
(ADFC)
ADFC-Logo
Zweck: Verkehrsclub für Fahrradfahrer in Deutschland
Vorsitz: Ulrich Syberg
Gründungsdatum: 27. September 1979
Mitgliederzahl: über 130.000 (Januar 2011)
Sitz: Bremen
Website: http://www.adfc.de

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) e. V. ist ein Verkehrsclub für Fahrradfahrer in Deutschland. Er fördert die sogenannte sanfte Mobilität. Der ADFC ist als Interessenvertretung von Fahrradfahrern in deutschen Städten insbesondere in der Verkehrspolitik aktiv. Bekannt geworden ist dabei unter anderem der Fahrradklimatest, der seit 1988 wiederholt durchgeführt wird.

Der ADFC ist Mitglied in der European Cyclists’ Federation (ECF) und in der International Mountain Bicycling Association (IMBA). Auf Forderung des ADFC wurde 2002 erstmals ein Nationaler Radverkehrsplan von der deutschen Bundesregierung vorgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründungsversammlung des ADFC fand am 27. September 1979 in Bremen statt, nachdem die Idee zur Gründung einer solchen Organisation anlässlich der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) am 18. April 1978 entstanden war. Jan Tebbe aus Bremen war der Ideengeber und erste Vorsitzende des ADFC. Zu den Gründern gehörten neben aktiven Radfahrern auch verschiedene Verkehrswissenschaftler, darunter Heiner Monheim oder Tilman Bracher.

Wirken

Der ADFC führt Fahrradcodierungen nach einem mit der Polizei abgestimmten System FEIN-Kodierung durch. Darüber hinaus berät er in Sachen Diebstahlprävention, sicheren Fahrradabstellanlagen und Schlössern.

Zusammen mit der AOK wurde die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ gegründet, um Firmenmitarbeiter zu motivieren, ihre Fahrt zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen, und Betriebe anzuspornen, dafür günstige Voraussetzungen, beispielsweise Duschen oder Abstellanlagen zu schaffen. Ziele sind die Gesundheitsvorsorge und die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs.

In Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus gibt der ADFC alle zwei Jahre die Broschüre „Deutschland per Rad entdecken“ heraus und betreibt eine gleichnamige Internetplattform. Die Orts- und Kreisverbände veranstalten geführte Radtouren, daneben vermittelt der ADFC Radreisen. Der Dachgeber ist eine Unterorganisation des ADFC, die auf Basis der Gegenseitigkeit Unterkünfte für Radfahrer auf Reisen vermittelt. 1995 startete die Qualitätsauszeichnung Bett+Bike für Beherbergungseinrichtungen, die sich verpflichten, Erwartungen von Radtouristen einzuhalten. Seit 2006 prüft und zertifiziert der ADFC Radfernwege als „ADFC-Qualitätsradroute“. Im August 2008 wurden erstmals 5-Sterne an den Maintal-Radweg bei Randersacker vergeben.[1]

In Infoläden berät der ADFC zu Themen um Fahrrad und Verkehr sowie Radurlaub. Mit dem Programm „Bike + Business“ berät der ADFC Hessen Firmen und Verwaltungen bei der Schaffung fahrradfreundlicher Verhältnisse für ihre Belegschaft.

Der ADFC ist mitbeteiligt an der Herausgabe eines flächendeckenden Fahrradkartenwerkes im Maßstab 1:150.000 (nach Verlagsangaben Deutschlands meistgekaufte Radtourenkarte) sowie von Regionalkarten im Maßstab 1:75.000 (vereinzelt auch 1:100.000 oder 1:50.000) und erstellt auf lokaler Ebene Radkarten. Mitglieder erhalten alle zwei Monate die Zeitschrift „Radwelt“ und andere regionale Fahrradzeitungen.

Einige ADFC-Gliederungen veranstalten Radreisemärkte, Fahrrad-Flohmärkte, Reparaturkurse, Kurse zur Planung von Touren, Radfahrkurse (Radfahrschulen) für Erwachsene oder unterhalten Selbsthilfe-Werkstätten. Der ADFC Berlin veranstaltet die Fahrradsternfahrt, die nach eigener Einschätzung die größte Fahrraddemonstration der Welt sein soll.

Organisation

  • Mitglieder: über 125.000 (Stand: Dezember 2009)
  • Landesverbände: 16
  • Kreisverbände: etwa 400
  • Geschäftsstellen und Infoläden: etwa 60

Vorstand

Stand: 7. November 2010

  • Ulrich Syberg, Bundesvorsitzender
  • Stellvertreter:
    • Bertram Giebeler
    • Birgit Kloppenburg (zugleich Schatzmeisterin)
    • Bernd Lemser
    • Frank Micus
    • Ludger Koopmann
    • Sabine Kluth

Gremien

Der ADFC ist föderal aufgebaut. Neben dem Bundesverband bestehen Landes- und Kreisverbände. Die unterste Ebene bilden die Ortsgruppen oder Ortsverbände. Oberste Gremien sind Bundesvorstand, Bundeshauptversammlung und Bundeshauptausschuss.

Jede Ebene wählt neben ihren eigenen Vorständen auch Delegierte, die den Vorstand der nächsthöheren Ebene bestimmen. So wählen beispielsweise die Delegierten der Landesversammlungen die Teilnehmer der Bundeshauptversammlung. Diese bestimmt dann wiederum den Bundesvorstand. Der ehrenamtlich arbeitende Bundesvorstand wird von der Bundeshauptversammlung gewählt. Für die Umsetzung seiner Entscheidungen kann der Vorstand auf die Bundesgeschäftsstelle in Bremen zurückgreifen.

Höchstes Gremium des Vereins, das jährlich tagt und den Bundesvorstand auf zwei Jahre wählt ist die Bundeshauptversammlung. Die grundsätzlichen Entscheidungen über die Ziele und die Schwerpunkte der Vereinsarbeit werden in der Regel in diesem Gremium getroffen.

Der Bundeshauptausschuss wird mit Vertretern aus den Landesverbänden, in der Regel Mitglieder der Landesvorstände, besetzt und beschließt die Leitlinien für die Arbeit des Bundesvorstands. Damit ist der Hauptausschuss das zweithöchste Gremium des ADFC.

Fachausschüsse beraten den Bundesvorstand bei der Weiterentwicklung von ADFC-Positionen. Sie werden durch die Bundeshauptversammlung auf Vorschlag des Hauptausschusses eingesetzt und aufgelöst. Es bestehen die Fachausschüsse Technik, Tourismus, Öffentlicher Verkehr und Radverkehr. Der Fachausschuss Radverkehr ist ein gemeinsamer Ausschuss des ADFC und der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung.

Weblinks

Wikinews Wikinews: ADFC – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Verleihung durch die stellvertretende Bundesvorsitzende Heidi Wright: Fünf Sterne für den Main-Radweg, bei mainpost.de, aufgerufen am 22. September 2010

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