Allgemeiner deutscher Musikverein
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Der Allgemeine Deutsche Musikverein (ADMV) wurde durch Louis Köhler, Franz Brendel, Franz Liszt u. a. gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, neuere sowie selten gehörte ältere größere Tonwerke aufzuführen und so gewissermaßen für die lebenden Komponisten das zu sein, was die Gemäldeausstellungen für die lebenden Maler sind.

1859 fand unter Munifizenz des Fürsten Konstantin von Hohenzollern-Hechingen anlässlich des 25jährigen Bestehens der "Neuen Zeitschrift für Musik" (des Organs dieses Vereins) in Leipzig eine erste Tonkünstlerversammlung ab. Während der zweiten Tonkünstlerversammlung (4. bis 8. August 1861) in Weimar wurden die Statuten des ADMV offiziell verabschiedet (Sitzung vom 7. August), der Verein war damit konstituiert. Am Ende des 19. Jahrhunderts stand der ADMV unter dem Protektorat des Großherzogs von Weimar.

Der Allgemeine Deutsche Musikverein hat eine Reihe großer Tonkünstlerversammlungen veranstaltet, so namentlich 1861 (Weimar), 1864 (Karlsruhe), 1865 (Dessau), 1867 (Meiningen), 1868 (Altenburg), 1870 (Weimar), 1878 (Erfurt), 1880 (Baden-Baden), 1881 (Magdeburg) und 1883 (Leipzig). Beim mit der Versammlung verbundenen 42. Tonkünstlerfest dirigierte Gustav Mahler am 27. Mai 1906 die Uraufführung seiner 6. Sinfonie im Essener Saalbau.

Die vom Allgemeinen Deutschen Musikverein vorzugsweise vertretene Richtung ist die der seinerzeit so genannten Neudeutschen Schule (Franz Liszt-Richard Wagner). Meist im Anschluss an die Hauptversammlungen des Vereins hielt der Musikertag seine Zusammenkünfte ab, dessen Bestrebungen mehr auf die äußeren Interessen der Orchestermusiker, Musiklehrer etc. gerichtet waren.

Anfang des 20. Jahrhunderts betrug der Mitgliedsbeitrag pro Jahr 6 Mark.

Der Druck interessanter Musikstücke wurde regelmäßig bei Breitkopf & Härtel in Auftrag gegeben.

Das Vereinsarchiv (Akten und Briefe) wird seit 1987 im Goethe- und Schiller-Archiv Weimar aufbewahrt. Die Vereinsbibliothek und die Notensammlung liegen im Hochschularchiv|Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar.

Quelle

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