Allgäuer Tagblatt
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Die Allgäuer Zeitung ist eine Tageszeitung für die Region Allgäu. Oftmals wird fälschlicherweise angenommen, die "AZ" sei eine Regionalausgabe der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Die Allgäuer Zeitung ist eine eigenständige Publikation. Da die Herausgeber der Augsburger Allgemeinen allerdings 50% Anteil an der Allgäuer Zeitungsverlag GmbH halten, ist oftmals vom "Medienverbund Augsburger Allgemeine / Allgäuer Zeitung" die Rede. Diese Zusammenarbeit äußert sich am deutlichsten im überregionalen Teil (sog. Mantelteil), der in der Allgäuer Zeitung und der Augsburger Allgemeinen nahezu identisch ist.

Geschichte

Die erste regelmäßig erscheinende Zeitung in Kempten lässt sich bis in die letzten Jahrzehnte der Freien Reichsstadt zurückverfolgen. Sie erschien erstmals am 1. Januar 1784 und trug den Titel Neueste Weltbegebenheiten. Mit 17,5 Zentimetern Höhe und zehn Zentimetern Breite erreichte das achtseitige Heftchen damals gerade mal Taschenbuchformat. Überwiegend informierte das Blatt seine Leser über Neuigkeiten aus dem Ausland. Berichte aus dem lokalen Geschehen waren dagegen nur wenige zu finden. Das Presseorgan kostete einen Abonnenten damals zwei Gulden und 45 Kreuzer jährlich.

1822/23 wurde das Format verändert und die Zeitung in Kempter Zeitung umbenannt. Ende März 1891, 107 Jahre nach dem ersten Erscheinen wurde die Herausgabe der Kempter Zeitung eingestellt. Neben der Kempter Zeitung erschien 1811 bis 1818 das Königlich bayerische allgemeine Intelligenzblatt des Illerkreises, 1826 abgelöst durch das Intelligenzblatt der königlich bayerischen Stadt Kempten im Oberdonaukreis als amtliches Organ in der Region.

Die Geburtsstunde des ersten Blattes, das sich Allgäuer Zeitung nannte, schlug im Jahr 1848, als Josef Huber - Inhaber der Köselschen Buchdruckerei - als Gegengewicht zur radikal eingestellten Kempter Zeitung die politische Tageszeitung Konstitutionelle Blätter aus dem Allgäu ins Leben rief. Allgäuer Zeitung nannte sich das Blatt spätestens im Jahr 1853. Ab 1894 erschien es einige Jahre lang sogar zweimal täglich.

Nach der Einstellung der Allgäuer Zeitung wegen der Gleichschaltung der Medien im Nationalsozialismus war das ab 1933 erscheinende, regimekonforme Allgäuer Tagblatt ab 1934 die einzige Zeitung in Kempten und erschien am 27. April 1945 zum letzten Mal, als die US-amerikanischen Truppen in Kempten einmarschierten.

Mit der Kapitulation Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg mussten alle von deutschen Verlegern herausgegebenen Tageszeitungen ihr Erscheinen einstellen. Doch schon im September 1945 wurde von der US-amerikanischen Militärregierung Herrn Dr. Caspar Rathgeb der Auftrag erteilt, eine Tageszeitung für das gesamte Allgäu herauszugeben. Er gab dem neuen Blatt den Namen Der Allgäuer, der am 13. Dezember 1945 zum ersten mal erschien. Später wurde Herr Dr. Falk als Chefredakteur eingesetzt.

Trotz den Widrigkeiten der Nachkriegszeit konnte der Allgäuer Heimatverlag bereits im Jahr 1952 aus den Räumen der Ferd. Oechelhäuserschen Druckerei in Kempten in ein eigenes Verlags- und Betriebsgebäude in der Kotterner Straße 64 umziehen. Anfang der 1960er Jahre verkaufte dann Dr. Falk seinen Anteil an Georg Fürst von Waldburg zu Zeil, seinerseits Gesellschafter der Schwäbischen Zeitung. Im Jahre 1967 übernahm Fürst von Waldburg zu Zeil ebenfalls die Anteile von Dr. Rathgeb und wurde alleiniger Herausgeber des Allgäuers.

Der Verleger der Augsburger Allgemeinen Zeitung, Curt Frenzel, sah jetzt das Verlagsgeschehen der Region so in Bewegung, dass seiner zentralen Stellung in Schwaben Gefahr drohen könnte. Deshalb brachte er im Allgäu vier Bezirksausgaben der Augsburger Allgemeinen heraus. Als beide Seiten, Fürst von Waldburg-Zeil und Curt Frenzel, erkannten, dass der Konkurrenzkampf im Laufe der Jahre sehr verlustreich würde, kam es zu Verhandlungen um eine gemeinsame Herausgabe einer Zeitung. Schließlich wurde die Allgäuer Zeitungsverlag GmbH gegründet und es erschien die Allgäuer Zeitung mit dem Mantelteil der Augsburger Allgemeinen, aber mit einem eigenen Regionalteil und eigenen lokalen Teilen (sog. Heimatzeitungen) in Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Kempten, Marktoberdorf, Immenstadt-Sonthofen, Memmingen und Weiler im Allgäu.

Die erste "Allgäuer Zeitung" in der heutigen Form erschien im Jahr 1968.

Heutige Mediadaten

Die Allgäuer Zeitung erreicht zusammen mit ihren Heimatzeitungen heute eine Auflage von rund 108.300 Exemplaren und ca. 286.000 Leser täglich. Eigene Lokalteile erscheinen in Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Kempten, Marktoberdorf, Immenstadt, Sonthofen, Memmingen und Weiler im Allgäu.

Der Medienverbund "Augsburger Allgemeine / Allgäuer Zeitung" ist mit 344.537 Abonnenten (Q2/2008, ivw) die größte Abonnement-Tageszeitung in Bayern.

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