Alliance Ground Surveillance

Alliance Ground Surveillance (AGS) ist ein Programm der NATO zum Aufbau einer Fähigkeit zur Gefechtsfeldaufklärung und -überwachung unter Nutzung unbemannter Luftfahrzeuge vom Typ RQ-4B Global Hawk. Stationiert werden soll das System auf dem italienischen Militärflugplatz Sigonella.

Global Hawk im Flug

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Das Programm entstand infolge der 1989 durch die NATO formulierten Anforderung, die Fähigkeit zur erweiterten Gefechtsfeldüberwachung der NATO (Allied Ground Surveillance, ebenfalls AGS) zu verbessern. Während des NATO-Gipfels in Prag im November 2002, wurde im Rahmen des Prague Capabilities Commitment (PCC) der Bedarf eines solchen Systems erneut bekräftigt.

Im April 2002 hatte das TIPS Industries Consortium (der Vorgänger der AGS Industries GmbH) der NATO ihren Entwurf einer AGS-Lösung präsentiert. Dieser Entwurf erhielt kurz darauf durch Raytheons Co-operative Transatlantic AGS System (CTAS) eine starke Konkurrenz. Der CTAS-Entwurf basierte vor allem auf dem Sentinel R1 mit einem ASTOR-System (Airborne Stand-Off Radar). Nach langen Verhandlungen entschlossen sich die NATO-Mitgliedsländer am 16. April 2004 für das TIPS-Angebot.

Am 26. Oktober 2005 überreichte das TIPS-Konsortium der NATO während der Konferenz der nationalen Rüstungsdirektoren (engl. Conference of National Armament Directors, CNAD) eine in Zusammenarbeit mit dem TCAR-Team abgeschlossene Studie zur Entwicklung, Finanzierung und Risikoabschätzung des Programms. Am 15. Mai 2006 gründeten die Unternehmen EADS, Northrop Grumman, Indra, Thales Group, Galileo Avionica und General Dynamics das Joint Venture Unternehmen AGS Industries GmbH.

RQ-4 Global Hawk als Kernelement des AGS (gezeigt ist RQ-4A)

Das im Oktober 2006 der NATO überreichte Angebot für das Programm Design und die Entwicklungsphase sah eine gemischte Flotte aus Airbus A321 und mehreren Global Hawk vor.[1] Der angepasste A321 sollte mit dem Transatlantic Collaborative AGS Radar (TCAR) und weiteren Sensoren ausgerüstet werden, das in einem länglichen Behälter erhöht über dem Rumpf angebracht worden wäre. Dieses Luftfahrzeug wäre in etwa mit der amerikanischen E-8 Joint STARS vergleichbar gewesen. Mitte 2007 wurde die Planung zur Nutzung eines bemannten Systems zugunsten einer Lösung, die nur unbemannte Luftfahrzeuge umfasst, aus Kostengründen verworfen.[2]

Am 20. Februar 2009 begann mit dem Unterzeichnungsprozess eines Programme Memorandum of Understanding (PMOU) der erste Schritt zur Realisierung des Projekts. Nach Abschluss der Zeichnung wird zur Koordinierung des weiteren Vorgehens die NATO AGS Management Agency (NAGSMA) eingerichtet, um die Vertragsunterzeichnung vorzubereiten.

Der geplante NATO-gesteuerte multinationale Betrieb und die Finanzierung des Systems ist vergleichbar mit den Verfahren beim Airborne Warning and Control System (AWACS).

Komponenten

Global Hawk während der Wartung

RQ-4B Global Hawk

Die unbemannte Aufklärungsdrone RQ-4B Global Hawk soll mit einem MP-RTIP-Radar (Multi-Platform Radar Technology Insertion Program) ausgerüstet werden, das von Northrop Grumman und Raytheon entwickelt wurde und zur Zeit in den Vereinigten Staaten erprobt wird. Es ist ein sogenanntes Active Electronically Scanned Array Radar.

Bodenstation

Das Bodensegment des AGS soll aus mehreren verlegbaren Bodenstationen bestehen, die über Datenlinks verbunden werden sollen und die Fähigkeit zur Datenverarbeitung und -auswertung bei gleichzeitiger Interoperabilität zu anderen C2ISR-Systemen besitzen sollen. Darüber hinaus wird das System über Elemente zur Missionsunterstützung auf dem Hauptstützpunkt in Sigonella und Bodenstationen zur Flugsteuerung verfügen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Mitteilung auf der Homepage der EADS; eingesehen am 21. August 2009
  2. Flight International, „New risk mitigation studies planned for NATO AGS programme“ vom 26. November 2007 auf flightglobal.com; eingesehen am 21. August 2009

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