Alliierte Invasion in Italien
Alliierte Invasion in Italien
Teil von: Italienfeldzug, Zweiter Weltkrieg
Ein LCVP wird bei Salerno entladen.
Ein LCVP wird bei Salerno entladen.
Datum September 1943
Ort Süditalien
Ausgang Sieg der Alliierten nach deutschem Rückzug
Folgen Ausscheiden Italiens aus dem Krieg
Konfliktparteien
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Kanada 1921Kanada Kanada

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich

Italien 1861Italien Italien

Befehlshaber
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Harold Alexander

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mark W. Clark
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bernard Montgomery

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Albert Kesselring

Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Heinrich von Vietinghoff

Truppenstärke
190.000 Soldaten 100.000 Soldaten
Verluste
12.500 3.500

Die Alliierte Invasion in Italien im Zweiten Weltkrieg war eine Landeoperation der Westalliierten auf dem italienischen Festland im September 1943. Sie folgte auf die Landung in Sizilien (Operation Husky). Die Hauptoperation Avalanche fand bei Salerno in Kampanien statt und hatte die Einnahme des Hafens von Neapel zum Ziel. Im Ergebnis führte diese Landung zum Ausscheiden Italiens aus dem Krieg. Süditalien musste von der deutschen Wehrmacht geräumt werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Auf der Casablanca-Konferenz Anfang 1943 hatte der britische Premier Winston Churchill versucht, US-Präsident Franklin D. Roosevelt von der Idee zu überzeugen, den Angriff auf die „Festung Europa“ mit einem Angriff von Süden auf Sizilien zu beginnen. Churchill argumentierte, dass für das weitere Vorgehen die Sicherung der Schifffahrtswege im Mittelmeer notwendig war. Außerdem könne Italien auf diese Weise zum Ausscheren aus der Front der Achsenmächte bewegt werden. Auf der Trident-Konferenz im Mai 1943 einigte man sich, dass eine Landung in Nordfrankreich noch im Jahr 1943 nicht mehr realistisch zu bewerkstelligen war. Der alliierte Oberbefehlshaber im Mediterranean Theater of Operations General Dwight D. Eisenhower wurde daraufhin beauftragt, Optionen für Folgeoperationen für Operation Husky auszuarbeiten. Die Amerikaner favorisierten einen Vorstoß über Korsika und Sardinien nach Südfrankreich, die Briten eine Aktion in der Adria und auf dem Balkan.

Die Operation Husky gegen Sizilien begann am 10. Juli 1943 und wurde bis Mitte August erfolgreich abgeschlossen. Auf einen Vorschlag des amerikanischen Generalstabschefs George C. Marshall begannen Mitte Juli unter der Bezeichnung Operation Avalanche die Planungen für eine Unternehmung zur Einnahme des Hafens von Neapel.

Nachdem nach einem Treffen des Großen Faschistischen Rats am 24. Juli der italienische Diktator Benito Mussolini abgesetzt worden war, begann dessen Nachfolger Pietro Badoglio Verhandlungen über einen Separatfrieden mit den Alliierten. Auf der Quadrant-Konferenz im August 1943 beschlossen Churchill und Roosevelt, die Operationen auf dem italienischen Festland fortzusetzen.

Plan

Landungen in Italien im September 1943

Während die 7. US-Armee auf Sizilien verblieb, wurden die ebenfalls bei Husky beteiligte 8. Britische Armee, befehligt von General Bernard Montgomery, und die in Nordafrika aufgestellte 5. US-Armee, befehligt von General Mark W. Clark, für die Landungen ausersehen und in der 15th Army Group zusammengefasst. Den Oberbefehl hatte der britische Feldmarschall Harold Alexander, der gleichzeitig Stellvertreter Eisenhowers war.

Ihnen gegenüber stand die Deutsche 10. Armee General Heinrich von Vietinghoffs unter dem Oberbefehlshaber für Süditalien GFM Albert Kesselring. Sie wurde im August durch die aus Sizilien evakuierten Einheiten des XIV. Panzerkorps verstärkt.

Aufgrund des bevorstehenden Ausscheidens Italiens aus dem Krieg beschlossen die alliierten Befehlshaber, die Hauptlandung an der Westküste Italiens durchzuführen. Die Landungen in Kalabrien über die Straße von Messina und im Golf von Tarent wurden als Nebenoperationen geplant, die die deutsche Abwehr erschweren sollten.

Die britische 8. Armee sollte am 3. September von Messina aus an der gegenüberliegenden Küste Kalabriens bei Reggio Calabria landen (Baytown). Diese Operation konnte aufgrund der geringen Distanz mit leichten Landungsbooten durchgeführt werden.

Als Landepunkt für die eine Woche später geplante Hauptlandung (Avalanche) wurde der Golf von Salerno südlich von Neapel ausgewählt, da dort bessere Bedingungen als im ebenfalls in Erwägung gezogenen Mündungsgebiet des Volturno nordwestlich von Neapel zu erwarten waren. Hierfür wurden die 5. US-Armee, bestehend aus dem VI. US-Korps und dem britischen X. Korps mit der 82. US-Luftlandedivision als Reserve ausgewählt, die auf dem Meeresweg von Nordafrika transportiert wurden. Ein Plan, die 82. Division zur Besetzung von Flugplätzen bei Rom einzusetzen (Operation Giant II), wurde kurzzeitig fallengelassen, als klar wurde, dass die italienische Armee sich nicht auf die Seite der Alliierten stellen würde.

Die 1. Britische Luftlandedivision sollte gleichzeitig als Ablenkungsmanöver für Avalanche die Landung bei Tarent (Slapstick) durchführen.

Verlauf

Mark W. Clark an Bord der USS Ancon, 12. September 1943

Die Landung der 8. Armee in Kalabrien am 3. September stieß nur auf geringen Widerstand, da von deutscher Seite eine weitere Landung weiter nördlich vorausgesehen wurde. Das deutsche LXXVI. Panzerkorps versuchte lediglich, den gegnerischen Vormarsch durch die Zerstörung von Brücken zu behindern.

Am 8. September wurde der Waffenstillstand von Cassibile bekanntgegeben, der bereits am 3. September unterzeichnet worden war. Die italienischen Truppen wurden daraufhin von den Deutschen entwaffnet und nahmen an den weiteren Kampfhandlungen nicht mehr teil, ebenso wie die italienische Marine, die sich den Alliierten ergab. Am 9. September konnte Tarent von der 1. Luftlandedivision fast ohne Widerstand eingenommen werden.

Am frühen Morgen des 9. September landeten die Truppen der 5. Armee bei Salerno. Eine vorbereitendes Bombardement durch Schiffe oder Flugzeuge fand nicht statt. Im Norden der Landungszone sicherten US-Rangers und britische Commandos Amalfi und Salerno. Südlich davon landete das britische X. Korps und bei Paestum das amerikanische VI. Korps. Bis zum Abend des 10. September konnte trotz starker Gegenwehr eine 55 km breite Landezone in einer Tiefe von ca. 10 km gesichert werden.

Vom 12. bis 14. September erfolgte ein heftiger deutscher Gegenangriff von sechs Panzer- und motorisierten Divisionen gegen den Brückenkopf. Mit Unterstützung durch Schiffsartillerie, Bomber und den Absprung von Fallschirmjägern in die Landezone konnte die Kampflinie stabilisiert werden.

Am 16. September ordnete von Vietinghoff die Einstellung der Gegenangriffe und den Rückzug der 10. Armee an. Am gleichen Tag konnte die mittlerweile herangerückte 8. Armee die Verbindung zur 5. Armee herstellen.

Deutsche Verteidigungslinien südlich von Rom

Am 19. September setzte die 5. Armee ihren Vormarsch auf Neapel fort und nahm am 28. September Avellino und am 1. Oktober Neapel. Am 27. September wurden von der 8. Armee die Flugplätze bei Foggia gesichert. Im Oktober verlief die Frontlinie am Volturno sowie über Campobasso und Larino zur Adriaküste bei Termoli.

Folgen

Im November 1943 wurde der bisherige Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B in Oberitalien GFM Erwin Rommel nach Frankreich abberufen und die weitere Verteidigung Italiens dem OB Süd und Oberbefehlshaber der Heeresgruppe C GFM Kesselring übergeben. Die 10. Armee erhielt im Winter Unterstützung durch die neuaufgestellte 14. Armee.

Bis zum Januar 1944 zogen sich die deutschen Truppen unter weiteren schweren Kämpfen hinter die Gustav-Linie zurück. Diese blieb bis zum Mai 1944 heftig umkämpft (Schlacht um Monte Cassino).

Siehe auch

Literatur

  • Martin Blumenson: Salerno to Cassino. United States Army in World War II - Mediterranean Theater of Operations. Center of Military History, United States Army. Washington, D. C., 1993. (Online)
  • Helmut Wilhelmsmeyer: Der Krieg in Italien 1943 – 1945. Leopold Stocker Verlag, Graz 1995. ISBN 3-7020-0716-4

Weblinks


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