Heilfurth

Heilfurth

Gerhard Heilfurth (* 11. Juli 1909 in Neustädtel; † 11. März 2006 in Marburg) war ein deutscher Kultur- und Sozialwissenschaftler und Volkskundler.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Heilfurth stammt aus einer alten erzgebirgischen Bergmanns-, Handwerker- und Pfarrersfamilie. Ab 1920 besuchte er das Gymnasium in Schneeberg. Danach studierte er Germanistik, Soziologie, Volkskunde, Geschichte und Religionswissenschaft an den Universitäten Leipzig, Heidelberg und Palermo.

Heilfurth war - nach Angaben der Zeitung Neues Deutschland - in den dreißiger Jahren im Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund und in der Schulugsarbeit der HJ tätig. Am 31. Mai 1933 trat der der NSDAP bei. Im Jahre 1935 promovierte er mit der Dissertation Das erzgebirgische Bergmannslied. 1936 war er Assistent am Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg im Breisgau, 1937 wechselte er an die volkskundliche Abteilung des Germanistischen Instituts der Leipziger Universität. 1938 erhielt er vom Ruhrbergbau einen weitreichenden Forschungsauftrag zur volkskundlichen Gesamtdarstellung des Bergbaus.

1949 folgte seine Berufung als Dozent an die Sozialakademie Friedewald. 1952 wurde er dort zum Studiendirektor, 1954 zum Akademiedirektor ernannt. 1959 wurde er zum Professor auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Volkskunde an die Universität Marburg berufen, nachdem er bereits einige Jahre an der Universität Gießen als Professor für deutsche Philologie, Volkskunde und Soziologie gelehrt hatte. 1960 gründete er in Marburg das Institut für mitteleuropäische Volksforschung.

Preise und Auszeichnungen

Publikationen

  • Das erzgebirgische Bergmannslied. Ein Aufriß seiner literarischen Geschichte. Schwarzenberg/Erzgebirge 1936.
  • Neustädtel im Erzgebirge. Bilder vom Werden und Wesen einer erzgebirgischen Kleinstadt. Glück-Auf-Verlag, Schwarzenberg 1937
  • (Hrsg.) Anton Günther. Gesamtausgabe der Liedertexte, Gedichte, Sprüche und Erzählungen, Schwarzenberg/Erzgebirge: Glückauf, 1937.
  • Das Bergmannslied. Wesen, Leben, Funktion. Ein Beitrag zur Erhellung von Bestand und Wandlung der sozialkulturellen Elemente im Aufbau der industriellen Gesellschaft. Kassel u.a. 1954.
  • (Hrsg.) Anton Günther: Eine Auswahl seiner Gedichte, Lieder, Sprüche und Geschichten. Leipzig: VEB Friedrich Hofmeister, 1956.
  • Glückauf!. Geschichte, Bedeutung und Sozialkraft des Bergmannsgrusses. Essen 1958.
  • Volkskunde jenseits der Ideologien. Zum Problemstand des Faches im Blickfeld empirischer Forschung. Marburg 1961 (Schriften der Universität Marburg 9).
  • (Hrsg.) Der erzgebirgische Volkssänger Anton Günther. Leben und Werk, Frankfurt am Main: Wolfgang Weidlich, 1962.
  • Das Heilige und die Welt der Arbeit am Beispiel der Verehrung des Propheten Daniel im Montanwesen Mitteleuropas. Marburg 1963.
  • Das Montanwesen als Wegbereiter im sozialen und kulturellen Aufbau der Industriegesellschaft Mitteleuropas. Wien 1972 (Leobener grüne Hefte 140).
  • Der Bergbau und seine Kultur. Eine Welt zwischen Dunkel und Licht. Zürich 1981, ISBN 3-7611-0587-8
  • Bergbaukultur in Südtirol. Bozen 1984, ISBN 88-7014-363-5
  • Einzelzüge im geschichtlich-kulturellen Antlitz des Erzgebirges mit Ausblicken auf sein Umfeld. Beiträge zur Erkundung einer regionalen Lebenswelt im ostmitteleuropäischen Grenzbereich. Marburg 1989 (Schriftenreihe der Kommission für Ostdeutsche Volkskunde in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde 44), ISBN 3-7708-0906-8
  • Der erzgebirgische Volkssänger Anton Günther: Leben und Werk Leipzig: Sachsenbuch, 1994, ISBN 3-910148-89-1

Literatur

  • Den Führer im Herzen. Süddeutsche Zeitung, 19. November 2004, S. 10
  • Ehrenpromotion von Herrn Prof.em.Dr.phil.habil. Gerhard Heilfurth 17. Oktober 1991. Hg.: Rektor der PH Zwickau. Zwickau 1991.

Weblinks


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