Heiligenblut (Kärnten)
Wappen Karte
Wappen von Heiligenblut
Heiligenblut (Österreich)
DEC
Heiligenblut
Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Bundesland Kärnten
Politischer Bezirk Spittal an der Drau (SP)
Fläche 193,5 km²
Koordinaten 47° 2′ N, 12° 50′ O47.04138611111112.8368083333331288Koordinaten: 47° 2′ 29″ N, 12° 50′ 13″ O
Höhe 1288 m ü. A.
Einwohner 1.112 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte 6 Einwohner je km²
Postleitzahl 9844
Vorwahlen 0 48 24
Gemeindekennziffer 2 06 10
AT212
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Hof 4
9844 Heiligenblut
Politik
Bürgermeister Josef Schachner (HBL)
Gemeinderat (2009)
(15 Mitglieder)
7 HBL, 6 BZÖ, 2 SPÖ
Die markante Kirche mit dem Ort
Blick vom Kirchenfriedhof Heiligenblut auf den Grossglockner

Heiligenblut ist eine Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Heiligenblut ist ein hoch gelegenes Alpendorf und wird als Ausgangspunkt für den Besuch der Pasterze und für die Besteigung des Großglockners oft besucht. In Heiligenblut endet die Großglockner-Hochalpenstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Der Ort liegt in durchschnittlich 1288 m Seehöhe am Fuße des Großglockners (3797 m) am obersten Ende des Mölltals im Nationalpark Hohe Tauern.

Gemeindegliederung

Heiligenblut ist in die Katastralgemeinden Apriach, Rojach sowie Zlapp und Hof gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende elf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Aichhorn (39)
  • Apriach (142)
  • Fleiß (40)
  • Hadergasse (69)
  • Hof (209)
  • Pockhorn (105)
  • Rojach (142)
  • Schachnern (96)
  • Untertauern (74)
  • Winkl (226)
  • Wolkersdorf (43)

Geschichte

Der Name Heiligenblut rührt der Legende nach von einem Fläschchen mit dem Blut Christi her, welches Briccius (auch Briktius, Brictius) (lat. Friedrich), ein dänischer Prinz, der hier um 914 auf dem Rückweg von Konstantinopel von einer Lawine verschüttet wurde, in die Wade habe einwachsen lassen, um es vor Räubern zu schützen. Aus den Schneemassen, unter denen er begraben wurde, seien drei Ähren herausgewachsen, wodurch sein Leichnam und die Blutreliquie aufgefunden wurden. Als einige Bauern ihn begraben wollten, habe sich ein Bein störrisch geweigert, unter der Erde zu bleiben. Als man der Sache auf den Grund ging, fand man das Fläschchen, das seither im Sakramentshaus der 1460 bis 1491 erbauten Pfarrkirche des Hl. Vinzenz aufbewahrt wird. Einem Antrag der Gemeinde Heiligenblut Briccius heilig zu sprechen wurde mangels Beweisen nie zugestimmt, was die Gemeinde nicht davon abgehalten hat, Briccius eine eigene Krypta und einen Altar zu errichten.

Neben der vorherrschenden Land- und Almwirtschaft wurde in Heiligenblut bis ins 20. Jahrhundert hinein Gold abgebaut.

Die Hochgebirgsregion um Heiligenblut entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts zunächst zum klassischen Sommerfrischenort und ab den 1930er Jahren zur zweisaisonalen Tourismusregion. Maßgeblichen Anteil daran hat die 1935 eröffnete Großglockner-Hochalpenstraße, deren südlicher Ausgangspunkt Heiligenblut ist. Rund um die über der Gemeinde befindlichen Berge Schareck (3122 m) und Gjaidtroghöhe (2989 m) wurde ein hochalpines Skizentrum mit modernen Liftanlagen zwischen 1.301 m ü. A. und 2.900 m ü. A. errichtet.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Heiligenblut 1.185 Einwohner. Davon besitzen 97,7 % die österreichische und 1,1 % die deutsche Staatsbürgerschaft.

Bevölkerungsentwicklung

Zwischen den Volkszählungen 1991 und 2001 hat die Wohnbevölkerung durch Abwanderung um 5,9 % abgenommen; die Abwanderung konnte durch eine leicht positive Geburtenbilanz nicht wettgemacht werden. Davor hatte schon seit 1981 die Bevölkerung um 5,4 % abgenommen.

Religionen

Laut Volkszählung 2001 sind 95,5 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 1,8 % sind evangelisch. Die Anteile anderer Bekenntnisse liegen jeweils unter 1 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 0,7 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Hl. Vinzenz, südlich unterhalb des Ortskerns an einem Hang gelegen, ist in ihrem heutigen Erscheinungsbild ein steil aufragender gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Eine Kapelle wurde schon 1271 erstmals urkundlich erwähnt; sie wurde ab 1273 erneuert und 1301 vollendet. Im späten 14. Jahrhundert wurde mit einem Neubau begonnen, dessen Chor um 1430 fertiggestellt wurde. 1909/11 wurde die Kirche restauriert und mit einer neuen Einrichtung und neuen Fenstern ausgestattet. Der Hochaltar von 1520 zeigt in einer Höhe von 11 Metern die Krönung Mariae. Er stammt aus der Bozner Schule, die in der Nachfolge Michael Pachers steht.
Bricciuskapelle bei Heiligenblut
  • Die Bricciuskapelle liegt westlich von Winkl in 1629 m Höhe. Der kleine Rechteckbau wurde 1872 errichtet. Über dem Altar befindet sich ein barockes Gemälde mit 16 Darstellungen aus der Briccius-Legende.
  • Burgruine Farbenstein, oberhalb von Heiligenblut
  • Südwestlicher Endpunkt der Großglockner-Hochalpenstrasse; mit 2504 m ü NN, einer der höchsten Alpenpässe der Ostalpen.
  • Goldgräberdorf Heiligenblut; das Tauerngebiet war seit der Römerzeit bis zum II.Weltkrieg das ergiebigste Goldabbaugebiet in Europa.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Heiligenblut hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 1997 Josef Schachner (HBL).

Wappen

Das gespaltene Wappen zeigt vorne die Wallfahrtskirche vor der stilisierten Bergkulisse des Großglockners, hinten symbolisieren drei Weizenähren und die Ampulle mit dem Blut Christi, von dem ein Heiligenschein ausgeht, die Bricciuslegende. Das Wappen wurde der Gemeinde am 9. Dezember 1965 verliehen und hat folgende Blasonierung:

„Gespaltener Schild; vorn in Gold über grünem Schildfuß ein blauer Berg (Form des Großglockners) und eine goldene, spitztürmige Kirche (Form der Kirche von Heiligenblut), hinten in Rot drei grüne, golden gefasste Ähren von einem goldenen Nimbus überlegt, von dessen Mitte ein breitgedrücktes grünes Fläschchen mit roter Flüssigkeit (Reliquie vom heiligen Blut) in den Strahlenkranz ragt.“[1]

Die Fahne ist Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen.

Einzelnachweise

  1. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 134

Weblinks


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