Allongeperücke
Allongeperücke nach Mode ca. 1715, Nicolas de Largillière Ex-voto a sainte-genevieve

Eine Allongeperücke ist eine langlockige und große Perücke für Herren aus der Zeit um ca. 1665 bis 1715.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Allonge steht in der Französischen Sprache für „Verlängerung“ oder „Anhängsel“. Eine Allonge ist auch ein auf einen Wechsel geklebtes Blatt zur Anbringung von Indossamenten.

Aussehen

Eine Allongeperücke geht über die Schulter bis etwa zur Brust. Vom Mittelscheitel aus fallen auf beiden Seiten die Locken herunter. Als Material wurde – je nach Qualität und Preis – Menschen- oder Tierhaar verwendet. Alle natürlich vorkommenden Haarfarben waren vertreten, sowie weiß oder grau gepudert. Unter der Perücke war das Haar oft kurzgeschnitten oder geschoren.

Geschichte

Die erste Erwähnung von Perücken gab es unter Ludwig XIII. von Frankreich um das Jahr 1630. Sein Nachfolger Ludwig XIV. entwickelte wahrscheinlich die eigentliche Form der allonge und ernannte die Allongeperücke 1673 zur Staatsperücke, wonach sie in ganz Europa Verbreitung fand. Im 18. Jahrhundert wurde sie nur noch von Richtern und Hochadel getragen und kam um 1730 mit Ausnahme von Amtstrachten völlig außer Gebrauch. Heute tragen Richter im Vereinigten Königreich und Australien noch immer die Allongeperücke.

Weblinks

 Commons: Allongeperücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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