Helge Hansen

Helge Hansen (* 13. März 1936 in Dresden) ist ein General a. D. des Heeres der Bundeswehr. Er war von 1992 bis 1994 Inspekteur des Heeres und zuletzt von 1994 bis 1996 Oberbefehlshaber der Allied Forces Central Europe der NATO.

Inhaltsverzeichnis

Militärische Laufbahn

Ausbildung und erste Kommandos

Hansen trat 1957 als Offizieranwärter in den Dienst Bundeswehr und wurde bei der Panzergrenadiertruppe ausgebildet. 1959 wurde er zum Leutnant befördert und hatte Verwendungen als Zugführer in einem Panzergrenadierbataillon. Sechs Jahre später, 1965, wurde Hansen zum Hauptmann befördert und übernahm für zwei Jahre den Posten eines Kompaniechefs im Panzergrenadierbataillon 173 in Hamburg. Von 1967 bis 1969 absolvierte er als Major den Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und wurde als Jahrgangsbester mit dem General-Heusinger-Preis ausgezeichnet. Anschließend war er als Personalstabsoffizier (G1) der 12. Panzerdivision in Veitshöchheim eingesetzt. Von 1971 bis 1972 absolvierte Hansen das NATO Defence College in Rom und diente anschließend als Stabsoffizier im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.

Von 1974 bis 1977 übernahm Hansen als Oberstleutnant das Kommando über das Panzergrenadierbataillon 312 in Delmenhorst. Nach diesem Truppenkommando wurde Hansen 1977 ins niederländische Brunssum versetzt und diente dort als Stabsoffizier im Hauptquartier der Allied Forces Central Europe der NATO. Wieder zurück in Deutschland diente er anschließend als Referatsleiter für Militärpolitische Grundlagen im Führungsstab der Streitkräfte in Bonn unter Generalinspekteur Jürgen Brandt.

Dienst im Generalsrang

Als Oberst übernahm Hansen vom 26. September 1980 bis zum 11. Oktober 1982 die Panzerlehrbrigade 9 in Munster. 1982 wurde er zum Brigadegeneral befördert. Danach war Hansen von Oktober 1982 bis März 1984 als Abteilungsleiter für Militärpolitik in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO in Brüssel eingesetzt. Im Anschluss daran kehrte Hansen nach Deutschland zurück und übernahm als Generalmajor am 1. Mai 1985 in Hannover die 1. Panzerdivision von Henning von Ondarza und führte diese bis zum 30. September 1987. Vom 1. Oktober 1987 bis zum 30. September 1990 übernahm Hansen als Generalleutnant in Koblenz das III. Korps.

Im Oktober 1990 übernahm Hansen abermals einen NATO-Posten, diesmal im NATO-Hauptquartier Europa (SHAPE) im belgischen Mons. Bis zum Frühjahr 1992 diente er dort als stellvertretender Chef des Stabes, zuständig für Planung und Operationen, unter den Generalen Hans-Henning von Sandrart und Henning von Ondarza.

Der durch die Ernennung von Generalleutnant Jörg Schönbohm zum Staatssekretär freigewordene Posten des Inspekteurs des Heeres wurde am 18. Februar 1992 durch Hansen besetzt, der diese Amt bis zum 21. März 1994 führte. Als Inspekteur brachte er die Heeresstruktur V auf den Weg. Er konnte diese Strukturänderungen jedoch nicht lange begleiten, da er nicht lange auf dem Inspekteursposten verblieb. Nach nur zwei Jahren, am 21. März 1994, übergab er den Posten an Hartmut Bagger und machte sich, zum General ernannt, auf den Weg nach Brunssum. Dort übernahm er am 1. April von Henning von Ondarza den Posten des Oberbefehlshabers der Allied Forces Central Europe der NATO und führte dieses Kommando bis zu seiner Pensionierung im März 1996.

Nach der Pensionierung

Nach seiner Pensionierung betreute Hansen, berufen durch den Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), als „Senior Mentor“ Seminare für „Operative Kunst“ für höhere NATO-Führungskräfte sowie Lehrgänge für „Operative Planung“ für Stabsoffiziere an der NATO-Schule in Oberammergau.

Häufig diente er als „Senior Mentor“ am britischen Joint Services Command and Staff College, dem kanadischen Canadian Forces College, der österreichischen Landesverteidigungsakademie und der Führungsakademie der Bundeswehr. 2003 verlieh das kanadische Royal Military College of Canada Hansen die Ehrendoktorwürde im Fachbereich „Military Science“. Zudem sitzt er im Kuratorium der Stiftung Gedenk und Frieden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

1999 war Hansen Mitglied in der Weizsäcker-Kommission, die eine Bestandsaufnahme der Bundeswehr durchführte und Vorschläge für die zukünftige Entwicklung gab.

Seit 2002 ist er Gesellschafter der Unternehmensberatung ELENXIS Managementberatung GmbH&Co. KG und berät insbesondere mittelständische Unternehmen bei dem Thema "Unternehmensnachfolge".

Hansen ist verheiratet und hat drei Söhne.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Hansen (Familienname) — Hansen ist ein Familienname. Herkunft und Bedeutung Der Name „Hansen“ ist ein patronymisch gebildeter Familienname mit der Bedeutung „Sohn des Hans“. Verbreitung Der Name ist vor allem im deutschen, dänischen und norwegischen Sprachraum… …   Deutsch Wikipedia

  • Helge Bronée — Pas d image ? Cliquez ici. Biographie Nom Helge Ch …   Wikipédia en Français

  • Helge Rosvænge — Helge Rosvaenge, (auch: Roswaenge, Rosvænge) (* 29. August 1897 als Helge Anton Rosenvinge Hansen in Kopenhagen; † 19. Juni 1972 in München) war ein dänischer Tenor. Inhaltsverzeichnis 1 Biografie 2 Hörbeispiele 3 Filme …   Deutsch Wikipedia

  • Helge Rosvaenge — Helge Rosvaenge, (auch: Roswaenge, Rosvænge) (* 29. August 1897 als Helge Anton Rosenvinge Hansen in Kopenhagen; † 19. Juni 1972 in München) war ein dänischer Tenor. Inhaltsverzeichnis 1 Biografie 2 Hörbeispiele …   Deutsch Wikipedia

  • Helge Roswaenge — (Helge Anton Rosenvinge Hansen) (29 de agosto de 1897 17 de junio de 1972) fue un tenor danés nacido en Copenhagen y fallecido en Múnich, Alemania. Ingeniero de profesión fue un tenor autodidacta inspirado por Enrico Caruso y perfeccionado por la …   Wikipedia Español

  • Helge Harder — (* 26. April 1908 in Kopenhagen; † unbekannt) war ein dänischer Bahnradsportler. 1930 sowie 1931 wurde Helge Harder Dänischer Meister im Sprint der Amateure. 1930 belegte er zudem den zweiten bei den Nordischen Meisterschaften hinter seinem… …   Deutsch Wikipedia

  • Helge Rosvaenge — (Roswaenge, Rosvænge), Helge Anton Rosenvinge Hansen , (August 29, 1897 in Copenhagen – June 17, 1972 in Munich) was a famous Danish operatic tenor whose career became restricted to Germany, Austria and occupied Europe because of World War Two.He …   Wikipedia

  • Hansen — Hạnsen,   1) [hænsn], Alvin Harvey, amerikanischer Volkswirtschaftler dänischer Herkunft, * Viborg (S. D.) 23. 8. 1887, ✝ Alexandria (Virginia) 6. 6. 1975; 1929 37 Professor an der Universität von Minnesota, 1937 60 an der Harvard University;… …   Universal-Lexikon

  • Rasmus Malling-Hansen — Rasmus Malling Hansen, born 1835, died 1890, Danish inventor, minister and principal at the Royal Institute for the deaf, and one of the true pioneers of the 19th century. He possessed a great urge to bring forward new ideas and new inventions,… …   Wikipedia

  • Willy Falck-Hansen — (* 4. April 1906 in Helsingør; † 18. März 1978 in Rom) war ein dänischer Radrennfahrer. 1928 wurde er Olympiasieger im 1000 Meter Zeitfahren. Falck Hansen nahm 1924 in Paris erstmals an Olympischen Spielen teil und startete dort in allen vier… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”