Almut Rößler

Almut Rößler (* 12. Juni 1932 in Beverungen) ist eine deutsche Organistin und Kirchenmusikerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rößler absolvierte ein Studium an der Evangelische Landeskirchenmusikschule im Rheinland (heute eine Abteilung der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf) sowie an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold. Ihre Lehrer waren unter anderem Michael Schneider an der Orgel, Hans-Richter-Haaser am Klavier, Wilhelm Maler in Komposition und Kurt Thomas im Fach Dirigieren. Weiterführende Studien folgten in Paris bei Gaston Litaize.

Im Jahre 1967 ging sie als Nachfolgerin von Gerhard Schwarz an die Johanneskirche in Düsseldorf, an der sie bis 1997 als Kantorin und Organistin tätig war und die „Johanneskantorei“ gründete. Eine Lehrtätigkeit übernahm sie 1959 an der Landeskirchenmusikschule. Im Jahre 1977 erfolgte ihre Ernennung zur Professorin an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Orgelkonzerte, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen

Rößler hat Konzerte in ganz Deutschland, den meisten europäischen Ländern, in den USA, Japan, Korea und Kanada gegeben. Unter anderem in der Berliner Philharmonie, der Alten Oper in Frankfurt, der Royal Festival Hall in London, der Osaka Symphony Hall in Japan sowie an Messiaens Orgel in La Trinité (Paris), Paris.

Radio und Fernsehaufnahmen erfolgten unter anderem beim BBC, NHK, Radio France, PBS in Boston und bei allen westdeutschen Rundfunkanstalten.

Ur- und Erstaufführungen

Rößler brachte verschiedene Werke zur Ur- und Erstaufführung. Dazu gehören Kompositionen von André Jolivet, Johann Nepomuk David, Jürg Baur, Kei Kondo, Ernst Ludwig Leitner, Diether de la Motte, Dimitri Terzakis, Giselher Klebe und Ivana Loudovà. Viele dieser Orgelwerke sind ihr gewidmet.

Rößler spielte 1972 die europäische Erstaufführung „Méditations sur le Mystère de la Sainte-Trinité“ von Olivier Messiaen. Auch war sie die Solistin bei der Uraufführung des „Konzerts für Orgel und Orchester" von Giselher Klebe 1980. Dieses Werk ist der Organistin gewidmet.

Dazu kam am 1. Juli 1986 die Uraufführung (in Detroit, USA) und die europäische Erstaufführung (in Bonn) von „Livre du Saint Sacrement“ von Olivier Messiaen.

Musikfeste und internationale Musikwochen

Rößler wirkte maßgeblich u.a. bei den folgenden Veranstaltungen mit:

  • bei den Messiaen-Festen der Jahre 1968, 1972, 1979, 1986 (als Veranstalterin und Solistin)
  • beim Strawinsky-Fest 1971
  • bei den Berliner Festwochen
  • beim English Bach Festival
  • bei der American Guild of Organists
  • bei der National Convention der American Guild of Organists
  • bei Printemps musical de Paris
  • beim Lucerne Festival

Dirigate und Chorwerke

  • Dirigentin der Johannes-Kantorei – einer der größten Laien-Chöre Düsseldorfs
  • Aus dem Repertoire: die großen Bach-Oratorien, Mozart- und Haydn-Messen; Mendelssohn: Paulus; Franck: Les Beatitudes; Brahms: Requiem; Duruflé: Requiem; Strawinsky: Psalmen-Symphonie; Poulenc: Gloria; Lili Boulanger: die großen Chor- und Orchesterwerke; Frank Martin: In terra pax und Requiem
  • Verschiedene Rundfunk- und Fernsehübertragungen
  • Chor- und Konzertreisen nach Frankreich, England, Finnland, Polen, Ungarn, Italien, Österreich und in die Schweiz mit à-capella-Programm von Gabrieli bis Kodaly, mit sämtlichen Bach-Motetten

Vorträge, Seminare, Gastunterricht

Zu Vorträgen, Seminaren und Gastprofessuren war Rößler u.a. an folgenden Universitäten eingeladen: Yale University, University of Michigan (USA); Kunitachi-Musikhochschule, Yonsei University Seoul, Kōbe Jogakuin Daigaku (engl. Kobe College) Nishinomiya (Japan), American Guild of Organists Conventions/meetings sowie an europäischen Musikhochschulen, u.a. Wien und Reykjavik, Prag, Oslo, Breslau, Vilnius, Amsterdam, Piacenza, Jerusalem.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Die Orgelwerke Messiaens 1961 und 1969, in: Ahrens-Möller-Rößler: Das Orgelwerk Messiaens, Gilles & Francke, Duisburg 1976
  • Zur Interpretation der Orgelwerke Messiaens, in: Hohlfeld-Ufer: Die geistige Welt Olivier Messiaens, Gilles & Francke, Duisburg 1978
  • Entretiens avec Olivier Messiaen, in: Jeunesse et Orgue, Nr. 58, Floriac 1984
  • Beiträge zur geistigen Welt Olivier Messiaens, Gilles & Francke, Duisburg 1984, englische Übersetzung 1986
  • Artikel über Jürg Baur und Dimitri Terzakis in Fachzeitschriften

Einspielungen und Tonträger

  • Olivier Messiaen: Livre d'Orgue, Schwann Studio 506
  • Messe de la Pentecôte, Verset, Schwann Studio 508
  • Los Corps Glorieux, Schwann Studio 509
  • La Nativité du Seigneur, Schwann Studio 517
  • L' Ascension, Diptyque, Apparition, Schwann Studio 518
  • Méditations sur le Mystere de la Sainte Trinité, Schwann Studio 702/703 (Deutscher Schallplattenpreis 1973)
  • Olivier Messiaen: Das Orgelwerk, Gesamtausgabe (7 LPs) Schwann Studio 350
  • Jürg Baur: „Christ ist erstanden„, Choraltriptychon (1970) in: Orgelstadt Düsseldorf, Schwann Studio 4514/4515
  • Almut Rössler spielt Bach auf der Beckerath-Orgel der Johanneskirche Düsseldorf, (2 LPs) Motette Ursina Nr. 1019
  • Festliches Orgelkonzert im Dom zu Limburg Almut Rössler spielt Werke von Bruhns, Bach, Alain und Franck Motette Ursina Nr. 1025
  • Olivier Messiaen, Livre du Saint Sacrement
  • Verschiedene Komponisten an der Orgel des Weseler Doms, Motette 13071
  • Bach, 18 Leipziger Choräle in der Thomaskirche Leipzig, Motette 13151

Auszeichnungen

  • 1994: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1986: „Organist of the Year“ der Universität Ann Arbor, Michigan
  • 1981: Chevalier dans l'ordre des palmes academiques
  • 1973: Preis der deutschen Schallplattenkritik für Messiaen „Meditations …“
  • 1961: Preisträgerin beim Berliner Organistenwettbewerb
  • 1960: Förderpreis für junge Künstler des Landes NRW
  • Jury-Mitglied mehrerer internationaler Orgelwettbewerbe, u.a. Chartres, Frankreich; St. Albans, England

Literatur

  • Almut Rößler – 29 Jahre Kantorin an der Düsseldorfer Johanneskirche. Hrsg. Evangelischer Kirchenkreisverband Düsseldorf.Evangelische Johannes-Kirchengemeinde Düsseldorf, Düsseldorf 1997.
  • Jörg Abbing (Hrsg.): … es blüht hinter uns her. Festschrift für Almut Rößler. Dohr, Köln 2007, ISBN 978-3-93665545-2.

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