Aloys Wach
Aloys Wach: Altes Braunau am Inn, Radierung, 1934

Aloys Ludwig Wach (* 30. April 1892 in Lambach, Oberösterreich; † 18. April 1940 in Braunau am Inn, Oberösterreich; eigentlich Wachlmeier, manchmal auch Wachelmayr) war ein Maler und Graphiker aus Österreich. Sein stark expressionistisches Frühwerk wird heute als seine größte Errungenschaft angesehen und ist international von Bedeutung. Später distanzierte er sich von dieser Richtung.

Leben

Wach entschied sich schon früh für die künstlerische Laufbahn und erlitt in Folge dessen einige Rückschläge. Er wurde von der Akademie in München abgelehnt und begann daher seine künstlerische Ausbildung 1909 in Wien. Von 1912 bis 1913 studierte er an der privaten Malschule Knirr und Sailer in München. Während dieser Zeit traf er den Graphiker Jacob Steinhardt in Berlin und lernte die neu eröffnete Der Sturm-Galerie und wahrscheinlich auch die Ausstellung der Blauen Reiter kennen. Zwischen 1913 und 1914 besuchte er die Académie Colarossi in Paris, wo er sich mit Amedeo Modigliani anfreundete und einige Maler im Bateau-Lavoir kennenlernte. Seine Werke aus dieser Zeit umfassen expressionistisch-kubistische Zeichnungen, Radierungen und Holzschnitte. Er beendete seine Studien bei Heinrich Altherr in Stuttgart.

Von der Idee des Expressionismus fasziniert, wurde er Mitglied des „Sturm“ in Berlin und beteiligte sich in der Zeit von 1918 bis 1922 an verschiedenen expressionistischen Zeitschriften, u. a. an den Zeitschriften Die Bücherkiste, Das Kunstblatt, Der Weg, Die Aktion, Der Sturm, Der Zweemann und Die Schaffenden. 1919 übersiedelte er nach Braunau am Inn, wo er bis auf einen Romaufenthalt 1925/1926 bis zu seinem Tode lebte. 1919 bis 1920 entstand der Holzschnittzyklus der verlorene Sohn. Weiters schuf er ab 1920 expressionistische Stillleben, Landschaften und Porträts. 1923 war Wach an der Entstehung der Innviertler Künstergilde (IKG) beteiligt und einer der ersten Gildenmeister. Wach war mit Egon Ranshofen-Wertheimer befreundet.

Später widmete er sich mehr religiösen Themen und schuf um 1930/1933 unter anderem Glasfenster für die Spitalkirche in Braunau. Nach der Annexion Österreichs wurde ihm Malverbot erteilt.

Eine Sammlung seiner Arbeiten werden in der Herzogsburg in Braunau ausgestellt.

Weblinks

 Commons: Aloys Wach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Aloys Wach — or Aloys Ludwig Wachelmayr (sometimes Wachelmeier) was an Austrian expressionist painter and graphic artist. He was born in Lambach, Upper Austria on April 30, 1892 and died in Braunau, Upper Austria on April 18, 1940. While his birth places him… …   Wikipedia

  • Wach — ist der Familienname folgender Personen: Adolf Wach (1843–1926), deutscher Rechtswissenschaftler, Vater von Felix Wach Aloys Wach (1892–1940), österreichischer Maler und Graphiker Felix Wach (1871–1943), deutscher Amtshauptmann und Geheimrat,… …   Deutsch Wikipedia

  • Aloys Odenthal — (* 8. März 1912 in Düsseldorf; † 30. November 2003 ebenda) war ein Architekt, Widerstandskämpfer gegen das NS Regime und Ehrenbürger von Düsseldorf. Inhaltsverzeichnis 1 Widerstand in Düsseldorf 2 Nach 1945 …   Deutsch Wikipedia

  • Aloys Weisenburger — Pfarrer Aloys Weisenburger, der Pfälzer Kalendermann . In der Hand hält er einen seiner Hauskalender. Aloys Weisenburger (* 15. August 1815 in St. Martin; † 21. Oktober 1887 in Hambach) war eine bedeutende Priestergestalt des 19. Jahrhunderts im… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Wac — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Malern/W — Maler   A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Alois — Infobox Given Name Revised name = Alois imagesize= caption= pronunciation= gender = Male meaning = region = German, Czech origin = Aloysius related names = footnotes = The first name Alois can refer to *Alois I, Prince of Liechtenstein. *Alois II …   Wikipedia

  • Academie Colarossi — Aktklasse in der Academie Colarossi, um 1901, Fotografie von Clive Holland Die Akademie Colarossi war eine im 19. Jahrhundert von dem italienischen Bildhauer Filippo Colarossi in der Nummer 10 der rue de la Grande Chaumière im 6. Arrondissement… …   Deutsch Wikipedia

  • Braunau a. Inn — Wappen Karte …   Deutsch Wikipedia

  • Colarossi — Aktklasse in der Academie Colarossi, um 1901, Fotografie von Clive Holland Die Akademie Colarossi war eine im 19. Jahrhundert von dem italienischen Bildhauer Filippo Colarossi in der Nummer 10 der rue de la Grande Chaumière im 6. Arrondissement… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”