Alpenampfer
Alpen-Ampfer
Alpen-Ampfer (Rumex alpinus)

Alpen-Ampfer (Rumex alpinus)

Systematik
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Gattung: Ampfer (Rumex)
Art: Alpen-Ampfer
Wissenschaftlicher Name
Rumex alpinus
L.
Illustration in Deutschlands Flora in Abbildungen von 1796
Alpen-Ampfer-Lägerflur an der Feldalpe unterhalb des Giebel, im Hintergrund Großer Wilder und Schneck.

Der Alpen-Ampfer (Rumex alpinus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die mehrjährige krautige Pflanze hat einen kräftigen, aufrechten und erst im oberen Teil verzweigten Stängel. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 100 Zentimeter. Das dicke Rhizom wächst horizontal.

Bereits kurz nach der Schneeschmelze erscheinen die gelblich-grünen bis kupferroten Blattriebe aus dem Boden. Die herzförmigen Blätter am Grund haben einen welligen Rand und können bis zu 50 Zentimeter lang werden. Diese sind wie die lanzettlichen Stängelblätter lang gestielt.

Die Pflanze trägt eine lange, verzweigte Rispe die dicht quirlig die Blüten enthält. Die sechsblättrigen Hüllblätter sind grünlich. Zur Fruchtzeit sind die inneren Hüllblätter (ohne Schwielen) zu rotbraunen, ganzrandigen Fruchtklappen vergrößert.

Die Frucht ist durch die bleibenden Hüllblätter mit einen dreiflügeligem Flugapparat versehen.

Die Blütezeit ist von Juni bis August.

Vorkommen

Der Alpen-Ampfer ist in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas beheimatet und zwischen einer Höhe von 1200 bis 2600 Meter über NN anzutreffen. Die Art ist in Schottland und Nordamerika eingebürgert.

Als Standort werden Hochstaudenflure, feuchte und nitratreiche Böden bevorzugt.

Ökologie

Alpen-Ampfer ist eine ausgesprochen stickstoffliebend Pflanze und gilt als Düngerzeiger. Im Gebirge ist die Pflanze häufig rund um Almhütten und in der Nähe von Viehtränken zu finden. Die durch das Vieh verursachte hohe Stickstoffzufuhr der Mist- und Lägerflora verträgt diese Pflanze besonders gut. Er kann nach Ende der Almwirtschaft Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte weiterbestehen, wenn von der ursprünglichen Almhütte kaum noch sichtbare Überreste existieren.

Die Pflanze ist die Charakterart der Alpen-Ampfer-Lägerflur (Rumicetum alpini).

Der Alpen-Ampfer als Unkraut

Aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure wird der Alpen-Ampfer vom Vieh nicht gerne gefressen. Die Pflanze verdorrt auch nicht so rasch wie andere Pflanzen, so dass sie bei der Heumahd störend ist. Zusätzlich hat die Pflanze ein sehr widerstandsfähiges Rhizom. Überdies können die Samen bis zu 13 Jahre keimfähig bleiben. Er gilt daher als lästiges und schwer auszurottendes Weideunkraut.

Verwendung

Früher wurde die Blätter des Alpen-Ampfer gekocht und wie Sauerkraut eingemacht. So lieferten sie ein wertvolles und eiweißreiches Schweinefutter.

In der Volksmedizin wurde der Wurzelstock, ähnlich wie Rhabarber, als Abführmittel genutzt.

Namen

Wegen des Standorts wird der Alpenampfer auch als Scheißplätschen, Sauplotschen und Bergrhabarber bezeichnet.

Der Alpen-Ampfer wird im Österreichischen auch als Butterpletschen bezeichnet, da Butter häufig in den Ampferblättern eingeschlagen wurde. Im inneralpinen salzburgischen Raum gibt es auch die Bezeichnung "Foissen" für diese Pflanze, die ein ausgezeichneter, aber ungeliebter Bodenkolonisator ist.

Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
  • Wendelberger: Alpenpflanzen - Blumen, Gräser, Zwergstäucher, München 1984, ISBN 3-7632-2975-2

Weblinks


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