Alpha ventus

alpha ventus (früher als Offshore Windpark Borkum West projektiert) ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark etwa 43 km nördlich von Borkum in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nordsee, direkt östlich der Forschungsplattform „FINO 1“ gelegen. Der Windpark wird von der DOTI (Deutsche Offshore Testfeld- und Infrastruktur GmbH & Co. KG) betrieben, eine Tochtergesellschaft der Unternehmen E.ON Climate & Renewables GmbH, EWE AG und Vattenfall Europe New Energy GmbH.

In diesem Vorhaben sind zwölf Windkraftanlagen der 5-MW-Klasse geplant. Es wird der erste deutsche Offshore-Windpark, sowie der erste weltweit, der Windräder der 5-MW-Klasse benutzt, als auch so weit vom Festland entfernt steht. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 180 Mio. Euro und wird vom Bundesumweltministerium (BMU) gefördert. Parallel dazu fördert das BMU eine Reihe von Forschungsprojekten, die in der RAVE-Initiative (Research at Alpha VEntus) zusammengefasst sind. Dadurch soll eine breite Basis an Erfahrungen und Erkenntnissen für den Bau und Betrieb zukünftiger Offshore-Windparks gewonnen werden.

Die TU Clausthal erarbeitet im vom BMU geförderten Forschungsprojekt „Netzintegration von großen Offshore Windkraftanlagen − Grundlast aus der Nordsee“ eine Machbarkeits-Studie zur besseren Netzeinbindung von Offshore-Windparks und bezog sich dabei beispielhaft auf diesen Windpark.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Projekt wurde als Testanlage für die Offshore-Nutzung von Windkraft geplant. 1999 wurde der Antrag auf Errichtung eines Windparks in der Nähe von Borkum gestellt und 2001 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt. Die Anlage ist ca. 45 km von Borkum entfernt und entsteht in 30 m tiefem Wasser.

Im Jahre 2007 wurde mit der Verlegung des Unterwasserkabels begonnen und im Juni der Liefervertrag für die Windturbinen unterzeichnet. Im Juli 2008 begann der Aufbau der Plattform alpha ventus mit der Umspannanlage. Die Errichtung der ersten sechs Windkraftanlagen musste wegen schlechter Wetterbedingungen mehrmals verschoben werden, so dass sie erst ab Frühjahr 2009 stehen werden. Dann soll der Windpark auf zwölf Windräder erweitert werden. Für das neue Baufeld wird das bestehende Sperrgebiet als Sicherheitszone ab 1. April 2009 nach Norden ausgedehnt.

Windräder

Es sollen zwölf Windkraftanlagen der 5-MW-Klasse eingesetzt werden. Das Meer hat in diesem Gebiet eine Wassertiefe von 28−30 m.

Die ersten sechs Windräder sind vom Typ Multibrid M5000 der Firma AREVA Multibrid GmbH. Sie haben dann eine Nabenhöhe von 85 m und einen Rotordurchmesser von 116 m. Die Lebensdauer dieser Anlagen wird mit zwanzig Jahren angenommen. Das Fundament wird durch stählerne Tripods erstellt, die auf einer Grundfläche von 255 m² auf dem Meeresgrund mit jeweils drei Pfählen befestigt werden. Diese Art Fundament für die Windräder soll eine Lebensdauer von 60 Jahren haben.

Die nächsten sechs Windräder, die nördlich der ersten sechs Anlagen installiert werden sollen, werden vom Typ REpower 5M der Firma REpower sein. Für diese Anlagen wurden Jacket-Fundamente gewählt. Diese Fundamente werden auf einer kleineren Grundfläche mit vier Pfählen befestigt.

Umspannwerk

Umspannplattform aus dem anfliegenden Helikopter

Die Plattform mit dem Umspannwerk wurde am 27. September 2008 an der südöstlichen Ecke des Projektgebietes auf See errichtet. Das Umspannwerk ist das Herzstück des Windkraftwerks: Hier laufen die Stromkabel der zwölf Windenergieanlagen zusammen und von hier führt das 16 cm dicke Unterwasserkabel über Norderney aufs Festland ins allgemeine (Verbund-)Stromnetz. Mit einer Andockstation für Schiffe, dem Helikopterdeck, der Werkstatt und der Unterkunft ist die Plattform der logistische Mittelpunkt des Windparks.

Der Stahlbau wurde von der Bremerhavener Firma WeserWind GmbH Offshore Construction Georgsmarienhütte in Wilhelmshaven gefertigt. Die Elektroausstattung wurde von AREVA übernommen. Die Plattform erstreckt sich über drei Decks: Das Heli-Deck liegt 30 m über dem Meeresspiegel, auf 25 m Höhe liegt das Hauptdeck mit den elektrotechnischen Anlagen, auf 21 m Höhe das Kabeldeck mit Kabelanschluss und den Räumen für die Montage- und Service-Techniker. Die Decks sind auf einer Stahlkonstruktion angebracht, die insgesamt ca. 45 m hoch ist. Anders als bei den Multibrid M5000 kommt kein Tripod, sondern ein „Jacket“ als Gründung zum Einsatz – eine Gittermastkonstruktion, die den Strommasten auf dem Festland gleicht. Der Gittermast wird wiederum mit vier Pfählen bis zu 35 m tief in den Meeresboden „festgenagelt“. Am Gittermast befindet sich auf Seehöhe eine Andockstelle für Schiffe mit Übersteigmöglichkeit für Personen (ein so genanntes Boatlandingsystem). Die Erreichbarkeit per Hubschrauber ist jedoch höher als die per Schiff und wird bei etwa 60 Prozent der Tage pro Jahr erwartet.

Seekabel

Anschlusskabel am Nordstrand von Norderney

Die Kabel jeweils dreier Windräder werden zusammengefasst und als 30-kV-Kabel zum Offshore-Umspannwerk auf der Plattform „alpha ventus“ geleitet. Hier wird der Strom auf 110 kV umgespannt und über ein Seekabel, das über die Insel Norderney geht, zum Festland geleitet. Dieses Kabel wird in drei Teilen (vom Festland nach Norderney, über die Insel und von Norderney zum Windpark) verlegt. Die beiden Abschnitte im Wasser werden von Oceanteam Power & Umbilical GmbH verlegt.

Position

Der Windpark befindet sich 43−45 Kilometer nördlich von Borkum.

Die Eckkoordinaten sind:

  • 54° 00,0’ N 006° 34,4’ O
  • 54° 01,6’ N 006° 34,4’ O
  • 54° 01,6’ N 006° 37,3’ O
  • 54° 00,0’ N 006° 37,4’ O (Plattform „alpha ventus“)

Weblinks

54.0083333333336.59833333333337Koordinaten: 54° 0′ 30″ N, 6° 35′ 54″ O


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