Heteroglaux blewitti

Heteroglaux blewitti
Blewitt-Kauz

Blewitt-Kauz (Athene blewitti)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Familie: Eigentliche Eulen (Strigidae)
Gattung: Steinkäuze (Athene)
Art: Blewitt-Kauz
Wissenschaftlicher Name
Athene blewitti
(Hume, 1873)

Der Blewitt-Kauz oder Bändersteinkauz (Athene blewitti oder Heteroglaux blewitti) ist eine sehr seltene Eule, die in Zentralindien vorkommt. Er gehört zur Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae). 1872 wurde er von F. R. Blewitt entdeckt. Er galt 113 Jahre als ausgestorben, bevor er 1997 wiederentdeckt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Blewitt-Kauz ist mit 23 cm ziemlich klein und untersetzt. Er ist ein typischer Kauz mit einer ziemlich unscheinbaren Haube. Die Unterseite ist grau-braun mit schwachen weißen Flecken. Flügel und Schwanz sind breit gebändert und sind durch eine schwarz-braune und weiße Färbung gekennzeichnet. Der Schwanz weist zudem eine breite weiße Spitze auf. Die Brust ist braun und die restliche Unterseite weiß. Das Gesicht ist hell und die Augen gelb.

Lebensweise

Der Blewitt-Kauz ist offenbar ein standorttreuer Bewohner offener, laubabwerfender Wälder. Seine Wiederentdeckung war in einer Höhe von 460 mm über NN. Historische Aufzeichnungen gab es aus feuchten laubabwerfenden Wäldern oder dichten Dschungeln mit einer unklaren Höhenlage. Er jagt tagsüber und ist dabei aufgrund seines gebänderten Gefieders nur schwer zwischen den Blättern auszumachen. Seine Nahrung besteht aus Eidechsen.

Vorkommen

Vorkommen des Blewitt-Kautzes; gegenwärtig (rot), historisch (grau)

Sein Vorkommen ist auf wenige Populationen in der Satpura Range, nordöstlich von Mumbai, sowie in der Taloda Forest Range und Toranmal Forest Range im nördlichen Maharashtra und im südwestlichen Madhya Pradesh beschränkt.

Wiederentdeckung und Gefährdung

1884 schoss der britische Offizier und Vogelsammler James Davidson im nördlichen Maharashtra sowie im südöstlichen Madhya Pradesh/westlichen Orissa sieben Exemplare des Blewitt-Kauzes. Danach war diese Art verschollen. Nachdem eine Expedition 1975 (durch Salim Ali und Sidney Dillon Ripley ) erfolglos blieb, erklärte man diese Art für ausgestorben. 1993 konnte man jedoch einen Betrug aufdecken. 1914 hatte der britische Offizier und Ornithologe Richard Meinertzhagen ein Exemplar aus Davidsons Sammlung umpräpariert, umettikiert und behauptet, er hätte es persönlich im Mandvi-Dschungel in Gujarat 320 km nördlich von Mumbai geschossen. Ripley und Ali beriefen sich bei späteren Nachforschungen auf die Berichte von Meinertzhagen und so kam es, dass sie jahrzehntelang an der falschen Stelle nach diesem Vogel gesucht hatten. Mit Hilfe von Robert Prys-Jones, Leiter der Vogelabteilung des Natural History Museum in London fand man schließlich Davidsons korrektes Herkunftsgebiet heraus. Eine erneute Suche in der Satpura Range im November 1997 unter Leitung der amerikanischen Ornithologin Pamela Rasmussen brachte schließlich den ersehnten Erfolg und das allererste Foto dieser Art.

Im Jahre 2000 wurden bei einer Suche in 14 Waldgebieten 25 Vögel an vier Stellen seines ehemaligen Verbreitungsgebietes im nördlichen Maharashtra und südwestlichen Madhya Pradesh beobachtet, einschließlich drei Paaren in der Taloda Forest Range und sieben Paaren in der Toranmal Forest Range. Eine weitere Suche ergab fünf weitere Stellen in der Satpura Range.

Der Blewitt-Kauz war vermutlich schon immer ein seltener Vogel. Heute ist er akut vom Aussterben bedroht. Weite Teile seines ehemaligen Verbreitungsgebietes sind durch Rodung zerstört und auch die verbliebenen Waldgebiete stehen unter enormen Druck der örtlichen Bevölkerung. Birdlife schätzt den Bestand auf 50 bis 250 Exemplare.

Literatur

  • Day, D. (1981): The Doomsday Book of Animals , Ebury Press, London. ISBN 0670279870
  • Erritzoe, J. (1993): The Birds of CITES and How to Identify them; Lutterworth Press, Cambridge. ISBN 0718828941
  • Del Hoyo, J.; Elliot, A. & Sargatal, J. (Herausgeber). (1999). Handbook of the Birds of the World. Volume 5: Barn-Owls to Hummingbirds. Lynx Edicions. ISBN 8487334253
  • Hirschfeld, E. (Herausgeber) (2007): The Rare Birds Yearbook 2008, MagDig Media Ltd., Shrewsbury. ISBN 978-0-9552607-3-5

Weblinks


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