Alphabetisierungsrate
Redundanz Die Artikel Alphabetisierung (Lesefähigkeit) und Analphabetismus überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zu vereinigen. Beteilige dich dazu an der Diskussion über diese Überschneidungen. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz. --Parrho 18:40, 8. Jun 2006 (CEST)

Als Analphabetismus (aus dem Griechischen) bezeichnet man kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen und/oder Schreiben bis hin zu völligem Unvermögen in diesen Disziplinen. Ist dagegen eine ganze Sprach- oder Kulturgemeinschaft betroffen, was im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr selten geworden ist, spricht man von Schriftlosigkeit, „Mündlichkeitskultur“ oder Oralität.

Der Alphabetisierungsgrad ist der Anteil der erwachsenen Bevölkerung, der lesen und schreiben kann. Der Gegenwert zum Alphabetisierungsgrad ist die Analphabetenrate. Sie trägt zur Ermittlung des Human Development Index der Vereinten Nationen bei.

Analphabeten gibt es noch zahlreich, auch in vielen Industrienationen, etwa in Europa, die ein allgemein zugängliches Bildungssystem aufweisen.

2003 galten weltweit 862 Millionen Menschen als Analphabeten. In Deutschland sind 2004 nach Schätzungen 0,6% der Erwachsenen totale sowie zwischen etwa 6,5% und 11,2% funktionale Analphabeten.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen und Differenzierungen

Für Analphabetismus gibt es mehrere Definitionen:

  • Von primärem Analphabetismus spricht man, wenn ein Mensch weder in der Lage ist zu schreiben, noch zu lesen und diese Fähigkeit auch nie erworben hat. Vorwiegend besteht dieses Problem in den Entwicklungsländern, aber auch in Deutschland ist es zu finden.
  • Von sekundärem Analphabetismus spricht man seit den 70er Jahren, wenn die Fähigkeiten zum schriftlichen Umgang mit Sprache wieder verlernt wurden. Eine der Hauptursachen hierfür ist die zunehmende Ablösung der Schrift- und Printmedien durch das Telefon und die Bildschirmmedien.
  • Von Semianalphabetismus, wenn Menschen zwar lesen, aber nicht schreiben können.
  • Als funktionaler Analphabetismus oder Illetrismus wird die Unfähigkeit bezeichnet, die Schrift im Alltag so zu gebrauchen, wie es im sozialen Kontext als selbstverständlich angesehen wird. Funktionelle Analphabeten sind Menschen, die zwar Buchstaben erkennen und durchaus in der Lage sind, ihren Namen und ein paar Wörter zu schreiben, die jedoch den Sinn eines etwas längeren Textes entweder gar nicht verstehen oder nicht schnell und mühelos genug verstehen, um praktischen Nutzen davon zu haben. Eine feste Grenze zwischen „verstehen“ und „nicht verstehen“ existiert jedoch nicht.

Aus der Etymologie folgt, dass Analphabetismus nur für alphabetische (Buchstaben-)Schriften gilt. Bei nichtalphabetischen Schriften (Chinesisch, teilweise auch Japanisch) wird deshalb oft der Begriff Illiteralität (englisch: illiteracy) benutzt. Allerdings wird Illiteralität auch für Menschen und Gruppen verwendet, die zwar analphabetisch, jedoch durchaus Sprach- und Literaturkompetenz besitzen und so nicht illiterat sind - siehe Illiteralität und Mündlichkeit.

Siehe auch

Weblinks

Institutionen

Projekte

  • Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Rahmen der Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen (2003 bis 2012) den Föderschwerpunkt „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene“ initiiert, der mit rund 30 Mio. Euro ausgestattet ist. Gefördert werden Kooperationsverbünde, in denen Forschungseinrichtungen und Einrichtungen der Weiterbildungspraxis gemeinsam ein Vorhaben bearbeiten. Insgesamt werden 27 Verbundprojekte, die über 100 Einzelprojekte umfassen, gefördert. Die Projektbereiche nach Zielen sind: (1) Verbesserung der Grundlagen für die Alphabetisierung / Grundbildung von Erwachsenen, (2)Verbesserung der Effizienz von Beratung und Maßnahmen der Grundbildung, (3) Alphabetisierung / Grundbildung im Kontext von Wirtschaft und Arbeit, (4)Fortbildung und Professionalisierung der Lehrenden.
  • Das UNESCO Institute for Lifelong Learning hat als Transferstelle des Förderschwerpunktes des BMBF die Aufgabe des Ergebnistransfers übernommen: alphabund - dort werden auch alle Verbundprojekte vorgestellt.
  • http://www.zweite-chance-online.de/ Das vom BMBF geförderte Projekt Portal Zweite Chance Online entwickelt und erweitert das E-Learning Portal „ich-will-schreiben-lernen.de“. Die projektbegleitende Webseite bietet viele Informationen zum Thema.
  • Alfa-Mobil (Informationsmobil vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V., gefördert vom BMBF )
  • F.A.N.: Fußball. Alphabetisierung. Netzwerk (Durch den Medienverbund aus Fernsehserie, Online-Begleitung und Printmedien sollen in Verbindung mit Fußball breite Bevölkerungsschichten über das Phänomen funktionaler Analphabetismus informiert werden, gefördert vom BMBF )
  • http://www.theliteracysite.com (engl.)
  • Das Geheimnis der verlorenen Buchstaben Von der Bundesprüfstelle als "empfehlenswerte Lernhilfe für Legastheniker" eingestufte CD-ROM der nicht-kommerziellen Organisation DITT.
  • Alphabetisierung.net „Funktionaler Analphabetismus“ bei jungen Menschen - Ein NextNetz-Projekt des Kreisjugendringes Landkreis Oldenburg
  • Deutschkurs Alphabetisierung - Sprachsoftware für den Einsatz im blended learning zur sozialen und beruflichen Integration

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