Alpina B10 Biturbo
Alpina B10 Bi-Turbo

Der Alpina B10 Bi-Turbo ist eine in Kleinserie gebaute Sportlimousine des Automobilherstellers Alpina. Es wurden von September 1989 bis März 1994 genau 507 Exemplare gebaut, die alle - wie bei Alpina üblich - ihre eigene Modellnummer erhielten.

Er basierte auf dem BMW 535i (E34), dessen Reihensechszylindermotor mittels 2 Garrett-T25-Turbolader in paralleler Anordnung aufgeladen wurde. Hierdurch wurde die Leistung des M30B35-Motors von 155 kW (211 PS) um 110 kW auf 265 kW (360 PS) gesteigert, das maximale Drehmoment sogar von serienmäßigen 305 Nm auf 520 Nm. Der Einsatz von zwei parallel angeordneten Turboladern war eine Neuerung bei der Firma Alpina und sorgt für ein schnelleres und gleichmäßigeres Ansprechen des Motors und die Vermeidung des damals gefürchteten Turbolochs. Die Ladedruckregelung wird mittels Potentiometer im Cockpit vom Fahrer selbst gesteuert. Bei 0,8 bar Überdruck steht die Maximalleistung an, der Verstellbereich liegt zwischen 0,6 bis 0,8 bar Ladedruck- was ein Absolutdruck von 1,6 bzw. 1,8 bar bedeutet. Des Weiteren wurde ein Ladeluftkühler vor dem Wasserkühler angeflanscht. Eine 7- fach gelagerte Kurbelwelle gehörte ebenso zum Bearbeitungsumfang wie spezielle Mahle Gußkolben mit Quetschkante und Kolbenbodenkühlung.

Die Abgasanlage wurde aus Edelstahl realisiert. Mittels sechs, also für jeden Zylinder einen, Minikatalysatoren mit je 100 Zellen wurde das Abgas des B7/5 Motors gereinigt. Alpina war zu dieser Zeit in der katalytischen Abgasreinigung führend. Dies wurde bereits 1986 beim Turbo Coupé Katalysator mit B7/3 Motor eingeleitet. Alpina war der erste Hersteller, der Metallkatalysatoren zum Einsatz brachte.

So gerüstet trat er das Erbe des Alpina B7 Turbos an und galt bei seiner Markteinführung 1989 als die leistungsstärkste Serienlimousine mit der größten erreichten Höchstgeschwindigkeit und den besten Beschleunigungs- und Elastizitätswerten der Welt. Außerdem war er bei seinem Erscheinen der schnellste deutschen Serien-PKW. Selbst der bekannt schnelle Porsche Turbo überflügelte ihn erst im Jahr 1995, als er ebenfalls mit zwei Turboladern ausgerüstet wurde.

Als leistungsstärkste Serienlimousine wurde der B10 Bi-Turbo bereits zwei Jahre später vom Lotus Omega übertroffen, dessen modernerer Motor mit vier Ventilen pro Zylinder und etwa 200 cm³ mehr Hubraum mit 277 kW (377 PS) 12 kW mehr leistete. Ebenfalls übertraf der Lotus Omega die Beschleunigungs- und Elastizitätswerte des B10 Biturbo. Die verbliebene Rolle als in der Höchstgeschwindigkeit schnellste Serienlimousine verlor der B10 Bi-Turbo 1996, als der Brabus E V12 auf Basis der Mercedes E-Klasse vorgestellt wurde, welcher eine elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h erreichte.

Technische Daten

Modell Alpina B10 Biturbo
Zylinder/Ventile 6/12
Bohrung × Hub 92,0 × 86,0 mm
Hubraum 3430 cm³
Verdichtung 7,2:1
Max. Leistung 265 kW [257 KW_CH Version] (360 PS [350 PS_CH Version]) bei 6000 1/min
Max. Drehmoment 520 Nm [501 Nm_CH Version] bei 4000 1/min
Höchstgeschwindigkeit 291 km/h [287 km/h_CH Version]
Beschleunigung 0–100 km/h 5,6 s [5,9 s_CH Version]
Elastizität 80-120 km/h im 5. Gang 9,2 s
1000 m, stehender Start 24,6 s
Kraftstoffverbrauch in l/100 km Gesamt 12,4
Leergewicht 1695 kg (variiert je nach Ausstattung)

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