Alpirsbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Alpirsbach
Alpirsbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Alpirsbach hervorgehoben
48.3458.4027777777778441
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 441 m ü. NN
Fläche: 64,55 km²
Einwohner:

6.583 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72275
Vorwahl: 07444
Kfz-Kennzeichen: FDS
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 002
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 2
72275 Alpirsbach
Webpräsenz: www.alpirsbach.de
Bürgermeister: Reiner Ullrich (SPD)
Lage der Stadt im Landkreis Freudenstadt
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Über dieses Bild

Alpirsbach ist eine Stadt im Landkreis Freudenstadt in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Alpirsbach liegt im oberen Kinzigtal im schwäbischen Teil des Schwarzwalds.

Stadtgliederung

Die Stadt Alpirsbach besteht aus den sieben Stadtteilen Alpirsbach, Ehlenbogen, Rötenbach, Reinerzau, Peterzell, Reutin und Römlinsdorf, zu denen außer der Stadt Alpirsbach 77 weitere Dörfer, Weiler, Höfe, Zinken und Häuser gehören.

Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinde gleichen Namens. Mit Ausnahme der Stadtteile Alpirsbach und Rötenbach sind in allen Stadtteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.

Im Stadtteil Ehlenbogen liegt die Wüstung Sulzberghof und im Stadtteil Römlinsdorf die Wüstung Heimbach.[2]

Geschichte

Alpirsbach entstand als Siedlung um das gleichnamige 1095 von Bischof Gebhard III. von Konstanz, einem Zähringer, geweihte Kloster. Mit der Aufhebung der Benediktiner-Abtei aufgrund der Reformation wurde Alpirsbach Sitz des Klosteramtes Alpirsbach, was zu einem Wachstum der das Kloster umgebenden Siedlung führte, weil Handwerker, Beamte und Zunftvertreter hier ansiedelten.

Seit Ende des 17. Jahrhunderts führte der Bergbau (Gold, Silber und Kobalt) zu Wohlstand in der Gemeinde. 1810 wurde das Klosteramt aufgehoben und Alpirsbach kam zum Oberamt Oberndorf. Der Fortzug der Behörden führte auch zum Niedergang von Wohlstand und Einwohnerzahl. Die Armut führt Mitte des 19. Jahrhunderts zu verstärkter Auswanderung vor allem nach Wisconsin. 1861 wurde in Alpirsbach die erste Freiwillige Feuerwehr im gesamten Oberamt Oberndorf gebildet. Nachdem sich die Lage gebessert hat, werden Alpirsbach 1869 durch König Karl von Württemberg die Stadtrechte verliehen. Seit 1886 hat Alpirsbach durch die Kinzigtalbahn Schienenanschluss.

Die Kommunalreform 1948 führt zur Zugehörigkeit zum Landkreis Freudenstadt.

Religion

Die Reformation wurde in Alpirsbach 1535 eingeführt. Das Kloster Alpirsbach wurde aufgehoben. Zwar kam das Kloster während des so genannten Interims von 1548 bis 1552 noch einmal unter römisch-katholische Herrschaft, aber die neue evangelische Konfession konnte sich anschließend dauerhaft durchsetzen.

In der ehemaligen Benediktiner-Abtei, deren bekanntester evangelischer Abt einst Johann Albrecht Bengel war, treffen sich seit 1933 evangelische Christinnen und Christen als Kirchliche Arbeit Alpirsbach, um Gottesdienst, Lobpreis, Anbetung und Fürbitte in der evangelischen Kirche neu zu beleben. Die Bedeutung von Kirche soll erwogen werden und die Kirche und ihre Mitglieder sollen sich aus der Erneuerung des Gottesdienstes heraus zu einer Erneuerung von Kirche und Gesellschaft zuwenden. Sie pflegen das in der evangelischen Kirche heute weitgehend unbekannte Chorgebet und den Gregorianischen Choral, den sie für die evangelische Liturgie wiedergewinnen möchten.

Die katholische Kirchengemeinde St. Benedikt nutzt das ehemalige Refektorium der Klosteranlage als ihren Kirchraum. Die Altarwand wurde von Wilhelm Geyer gestaltet.

Einwohnerentwicklung

Alpirsbach: In der Bildmitte ist das Kloster zu sehen, links davon die Brauerei (weißes Gebäude und Schornstein)

Einwohnerzahlen von Alpirsbach zum jeweiligen Gebietsstand:

  • 1602: 1125
  • 1785: 2643
  • 1867: 3703
  • 1905: 3582
  • 1974: 6963
  • 2000: 6918
  • 2005: 6922
  • 2006: 6897

Eingemeindungen

  • 1938: Eingemeindung von Rötenbach
  • 1. Januar 1971: Eingemeindung von Reutin (mit Gräben)
  • 1. April 1974: Vereinigung von Alpirsbach mit Ehlenbogen, Reinerzau, Peterzell und Römlinsdorf zur neuen Stadt Alpirsbach

Politik

Rathaus von Alpirsbach, 2011

Bürgermeister

  • 1819–1833: Johann Georg Faßnacht (erster gewählter Bürgermeister)
  • ????–1848: Köstlin
  • 1848–1850: Schliz
  • 1857–1882: Albert Heinzelmann (erster Stadtschultheiß von Alpirsbach)
  • 1882–1889:
  • 1889–1895: Ernst Gottlob Schöck
  • 1895–1918: Wilhelm Rieker
  • 1918–1926: Wilhelm Schwarz
  • 1926–1933: Friedrich Reichert
  • 1933–1945: Otto Rommel (NSDAP, danach Bürgermeister in Holzgerlingen)
  • 1945–1948: Robert Faulhaber
  • 1949–1967: Otto Müller (zuvor 1938–1945 Bürgermeister in Holzgerlingen)
  • 1967–1974: Hans Volle (CDU, danach Landrat in Tuttlingen)
  • 1974–2000: Peter Dombrowsky (CDU, danach Landrat in Freudenstadt)
  • 2000–2008: Roland Wentsch (parteilos)
  • seit 2008: Reiner Ullrich (SPD)

Am 27. April 2008 wurde der Reiner Ullrich (SPD), Hauptamtsleiter in Rheinau/Ortenaukreis, mit 54,4 % der Stimmen im zweiten Wahlgang zum neuen Bürgermeister gewählt. Er setzte sich gegen den Amtsinhaber Roland Wentsch (parteilos – 45,4 %) durch.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

FWV/CDU 47,8 % -18,8 9 Sitze -3
SPD 34,2 % +10,6 6 Sitze +2
UBL 18,0 % +8,2 3 Sitze +1

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein wachsender, rechtsgekehrter goldener Abtsstab.“

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof von Alpirsbach, Zugkreuzungsbahnhof der Kinzigtalbahn

Die Stadt ist werktags im Stundentakt über die Kinzigtalbahn mit Freudenstadt und Offenburg verbunden und gehört der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt an. Durch Anschlüsse in Freudenstadt Hbf können über die Murgtalbahn und die Gäubahn weitere Ziele im Schwarzwald erreicht werden.

Über die Bundesstraßen 294 (BrettenFreiburg im Breisgau) und 462 (RastattRottweil) ist Alpirsbach an das überregionale Straßennetz angebunden.

Ansässige Unternehmen

  • Alpirsbacher Klosterbräu (Eine rund 900 Meter lange Bierpipeline befördert das Bier unterirdisch zwischen der Brauerei und der Abfüllanlage.)

Bildungseinrichtungen

Neben einem Progymnasium und einer Realschule gibt es in Alpirsbach eine gemeinsam mit Schiltach und Schenkenzell betriebene Werkrealschule (Werkrealschule Oberes Kinzigtal) und zwei Grundschulen. Daneben gibt es fünf städtische, zwei evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Alpirsbach hat ein umfangreiches Kulturprogramm mit Konzerten, Ausstellungen und Festen. Sehenswert ist auch die Schwarzwaldlandschaft des oberen Kinzigtals.

Alpirsbach liegt am Kinzigtäler Jakobusweg, der von Loßburg nach Schutterwald führt sowie am Fernwanderweg Ostweg, die beide viele Sehenswürdigkeiten streifen.

Museen

Klosterkirche in Alpirsbach

Gebäude

Natursehenswürdigkeiten

Kino

  • Subiaco Kinos e. V. – Vielfach ausgezeichnetes Programmkino im Kloster (50 Plätze).

Weitere Standorte: in Schramberg (99 Plätze), in Freudenstadt (70 Plätze). In den Sommermonaten finden im Kreuzgarten des Klosters und an verschiedenen Plätzen in der Umgebung Open-Air Vorstellungen statt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1899, Christian Gaiser, Oberbaurat in Stuttgart
  • 1922, Friedrich Widmann, Architekt und Wohltäter der Stadt.
  • 1937, Friedrich Preuninger, 38 Jahre lang Rötenbacher Schultheiß
  • 1939, Max Kaupp, Stadtarzt
  • 1978, Georg A. Brenner, Arzneimittel-Fabrikant und großer Gönner der Stadt
  • 1984, Walter Traub, Schulrektor, Stadtrat, Stadtgeschichtler und Mitbegründer des Heimatvereins sowie Initiator des Museums für Stadtgeschichte in Alpirsbach

Söhne und Töchter der Stadt

Sport

In Alpirsbach findet jährlich der Schwarzwald Ultra Rad Marathon statt. Er zählt zu den schwierigsten Radmarathons in Deutschland. Auf einer Strecke von 230 km müssen 3600 Höhenmeter überwunden werden.

Literatur

  • Karl-Martin Hummel (Hrsg.): Kleines Alpirsbacher Heimatbuch, 1969

Weblinks

 Commons: Alpirsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Quellen für den Abschnitt Stadtgliederung:
    Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 603–607
    Hauptsatzung der Stadt Alpirsbach vom 9. September 2003 (PDF; abgerufen am 20. August 2008)

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